FC Augsburg sichert sich den Klassenerhalt

Das 1:1 und der Klassenerhalt wurde gefeiert, wie Verhaeghs Tor gegen Hoffenheim. (Foto: Archiv)

Jetzt ist es amtlich, der FC Augsburg spielt auch in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga. Da Bremen und Frankfurt am letzten Spieltag gegeneinander spielen, kann der FCA nicht mehr auf den Relegationsrang abrutschen. Somit wird das Spiel gegen den HSV am kommenden Sonntag zur entspannten Klassenerhalts-Partie. Die Ergebnisse der anderen Partien machten das eigene Ergebnis quasi irrelevant. Aber wir wollen natürlich den ersten Punktgewinn im fünften Anlauf in der Schalker Veltins Arena ebenso wenig, wie Daniel Baiers erstes Saisontor unter den Tisch fallen lassen. Augsburgs Trainer Markus Weinzierl hatte dicken Beton angerührt. In der Folge waren die Schalker drückend überlegen. Das späte 1:0 (82. Minute) schien Weinzierls Pläne zu durchkreuzen, aber sieben Minute Offensive reichten dem FCA und Daniel Baier für den Ausgleich in der 89. Minute.

Vor dem Spiel

Ein spannendes Spiel erwartete die Fans bei der Auswärtspartie des FC Augsburg in der Gelsenkirchener Veltins Arena gegen Schalke. Für Spannung sorgte die Tabellensituation beider Mannschaften. Schalke kämpfte als Tabellensechster noch um die Qualifikation für das internationale Geschäft - mindestens Europa League soll es werden, auch Platz vier und die Champions League Qualifikation waren noch möglich.
Der FC Augsburg kämpfte noch um den Klassenerhalt und wollte möglichst schon mit drei Punkten auf Schalke den Deckel auf den Ligaverbleib draufmachen.
Für weitere Brisanz in dem Duell sorgte die ungeklärte Trainersituation: Bleibt er oder geht er? Wenn er geht, wohin geht er? Die Rede ist natürlich von Augsburgs Trainer Markus Weinzierl, der pikanterweise als Nachfolger von Schalkes Trainer Andre Breitenreiter gehandelt wird. Lustiges Detail, in der vergangenen Spielzeit war es Andre Breitenreiter, der ebenfalls am 33. Spieltag mit Paderborn gegen Schalke antrat und dann Schalker Trainer wurde.

Vor Beginn des Spiels wurden der Schalker Manager Horst Heldt und der Verteidiger Joel Matip (geht zu Liverpool) verabschiedet. Während Horst Heldt unter dem Jubel der Anhänger verabschiedet wurde, musste Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04, ein Pfeifkonzert über sich ergehen lassen.
Nach dem Aufwärmen musste Markus Weinzierl kurzfristig auf Markus Feulner (Adduktorenprobleme) und Ragnar Klavan (Magen-Darm-Probleme) verzichten. Für die beiden rückten Hong und Janker in die Startelf. Nach seiner abgesessenen Gelbsperre war auch Caiuby wieder mit dabei (für Tobias Werner). Beim Revierclub gab es lediglich eine Veränderung, so gab Benedikt Höwedes nach langer Verletzungspause sein Comeback.

Los geht’s

Schalke versuchte von Anfang an, Druck zu machen und attackierte die Augsburger Spieler bereits in der Augsburger Hälfte. Dem FCA gelang es in dieser Phase nur selten, für Entlastung zu sorgen. Zu überlegen waren die Schalker in den Zweikämpfen, beim Ballbesitz und bei den Chancen. So standen am Ende der ersten Halbzeit 10-2 Torschüsse für Schalke zu Buche, der erste Augsburger Torschuss stammte aus der 39. Minute.

Bei eigenem Ballbesitz versuchte der FCA entweder mit weiten Bällen Alfred Finnbogason einzusetzen und wenn das nicht möglich war, zogen sie einen sehr gemächlichen Spielaufbau auf. Hong und Janker bildeten das Zentrum, Max und Gouweleeuw standen auf den Außenpositionen. Wenn Schalke im Anmarsch war, verstärkte Kohr die Defensive und machte aus der Vierer- eine Fünferkette.

Schalker Führung lag in der Luft


Trotz der drückenden Schalker Überlegenheit waren echte Chancen Mangelware, bis zur 28. Minute: Fehlpass Joel Matip, Augsburg wollte kontern und wurde nach einem Fehlpass von Altintop selbst ausgekontert. Die defensive Unordnung ausnutzend konnte Leroy Sané von rechts in den Strafraum auf Max Meyer flanken. Dessen Abschluss scheiterte am gut reagierenden Marvin Hitz. Nur eine Minute später, diesmal ein Angriff über die linke Schalker Seite. Wieder Flanke, wieder Meyer. Kolasinac legte von der linken Seite quer in den Strafraum, Meyer zog direkt ab, aber über das Augsburger Gehäuse. Glück hatte der FCA in der 37. Minute, als Huntelaar aus 25 Metern den Freistoß an den Außenpfosten zimmerte.

Bis zur 39. Minute dauerte es, bis Ralf Fährmann im Schalker Kasten das erste Mal eingreifen musste. Caiuby hatte nach einer Balleroberung blitzschnell aus 20 Metern abgezogen – der Schuss war jedoch kein Problem für den Schalker Keeper. Den fahrlässigen Umgang der Königsblauen mit ihren Chancen, hätte in der 45. Minute Finnbogason beinahe bestraft. Flanke von Max, von der linken Seite, Finnbogason konnte fünf Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig drücken und vergab so die Chance. Glück für Schalke.

Unverändertes Bild

Nach dem Seitenwechsel (49.): Schneller Gegenangriff über Finnbogason, Bobadilla zog ab - und der Flachschuss strich nur knapp am linken Pfosten vorbei. Auch wenn Augsburg mit einer guten Chance in den zweiten Durchgang startete, blieben die Schalker in allen Belangen drückend überlegen.

Die erste richtige Schalker Chance in Halbzeit zwei hatte Jan-Klaas Huntelaar in der 64. Minute. Der FCA konnte nach einem Freistoß den Ball nicht klären, Sané zog ab und der Ball fiel dem Niederländer vor die Füße. Doch Huntelaar konnte den Ball nicht kontrollieren. Nur eine Minute später war Hitz geschlagen. Goretzka war mit dem Ball schon an Hitz vorbei und flankte in die Mitte, doch eines der vielen Augsburger Beine war im Weg.

Bezeichnend für den Druck, den die Königsblauen in dieser Phase entwickelten, war die Szene aus der 74. Minute: Konter des FCA durch Bobadilla, doch keiner der eigenen Kollegen war mit nach vorne gelaufen.

Die größte Chance für Schalke hatte Neustädter nach einer Ecke mit einem wuchtigen Kopfball, der Hitz zu einer Glanzparade zwang, in der 79. Minute. Drei Minuten später war Hitz chancenlos. Der Ball kam raus auf Caicara und der flankte flach und hart in die Mitte. Huntelaar musste nur noch den Fuß hinhalten. Die Schalker Führung war absolut verdient, die Strategie der Gäste aus Augsburg ging nicht auf. Dazu waren die Entlastungsangriffe zu selten und zu schlecht zu Ende gespielt. Nun lief den Augsburgern die Zeit weg.

Weinzierl reagierte prompt und brachte den offensiven Ji für den Verteidiger Janker. Und die Mannschaft hat in der Schlussphase der Saison die Fähigkeit, auf Knopfdruck den Schalter umzulegen. Es brauchte nur eine Halbchance, um die Partie auf den Kopf zu stellen. Ausgerechnet Ersatzkapitän Daniel Baier haute den Ball aus 20 Metern flach und platzierte zu seinem ersten Saisontor in die Maschen.
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