FC Augsburg verliert Kellerduell in Hoffenheim

Augsburgs Kapitän Paul Verhaegh verlud Hoffenheims Oliver Baumann und erzielte bereits sein 7. Saisontor. (Foto: Klaus Rainer Krieger)
 
Da bejubelten die Spieler noch das zwischenzeitliche 1:1 durch Paul Verhaegh. (Foto: Klaus Rainer Krieger)
In der ersten Halbzeit boten beide Teams Tempofußball zum Zungeschnalzen. In der zweiten Hälfte errangen die Hoffenheimer einen 2:1 Arbeitssieg, der insgesamt verdient war. Denn der FC Augsburg war vor allem in der zweiten Hälfte zu harmlos – und der einzige Treffer des FCA entsprang einem fragwürdigen Strafstoß. Es war ein Sieg des Hoffenheimer Willens. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 durch paul Verhaegh schienen die Augsburger mit dem Unentschieden zufrieden zu sein - Hoffenheim wollte den Sieg aber unbedingt und erzwang das Siegtor.

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar: es ist ein echtes Kellerduell. Der FCA will verhindern wieder in den Tabellenkeller abzurutschen, während Hoffenheim aus der Abstiegszone raus will. Der FC Augsburg muss zeigen, ob der Aufwärtstrend der vergangenen zwei Spiele anhält. Nach nur zwei Punkten aus den ersten vier Rückrundenspielen, holte der FCA aus den vergangenen zwei Partien vier Zähler. Markus Weinzierl rotierte fleißig: Für den angeschlagenen Moravek, Max und Bobadilla beginnen Stafylidis, Esswein und Koo. Im Hinspiel gegen Hoffenheim gingen die Schwaben trotz 26:11 Torschüssen leer aus. Trotz der Niederlage am vergangenen Spieltag gegen den BVB ist Hoffenheim aktuell im Aufwind. Nach dem krankheitsbedingten Wechsel auf der Trainerposition, Julian Nagelsmann ersetzte Huub Stevens, hat sich die Stimmung im Kraichgau spürbar verbessert.

Die Hoffenheimer legte direkt los wie die Feuerwehr. Es war noch nicht mal eine volle Minute gespielt, da passte Ochs in den Stafraum auf Volland, der aus halblinker Position direkt abschloss - aber Hitz war zur Stelle und hielt seinen Kasten mit einer Glanztat sauber. Der ersten Hoffenheimer Chance folgte gleich die nächste Schrecksekunde für die Mannschaft von Markus Weinzierl: Hoffenheims Kaderabek setzte im Augsburger Strafraum einem Ball hinterher und räumte dabei FCA-Keeper Hitz hinter der Torauslinie ab. Nach kurzer Behandlungspause ging es für den frischgebackenen Vater Marvin Hitz, sein zweites Kind kam diese Woche zur Welt, weiter.

Hoffenheim attackierte in der Anfangsphase früh und entwickelte enormen Druck. Der FCA versuchte seinerseits den Druck im Kessel noch weiter zu erhöhen und zwang seinerseits Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann zu einer Glanztat (12. Minute). Nach einer Flanke von links behauptete Esswein den Ball im Hoffenheimer Strafraum und servierte den Ball passgenau auf Finnbogason. Der hatte sich da positioniert wo ein Stürmer zu stehen hat, nur Baumann verhinderte mit seiner Glanztat die Augsburger Führung.

Mehr Glück hatte dann Hoffenheims Kevin Volland, der zum 1-0 aus Sicht der Gastgeber abstaubte (25.). Vargas Distanzschuss knallte zunächst nur ans Aluminium, der Ball prallte von Hitzs Rücken zurück ins Feld. Ochs schaltete am schnellsten und bediente Volland, der im Zentrum lauerte und nur noch einschieben musste.

Esswein schoss Süle aus der Distanz im Starfraum an - Schiedsrichter Winkmann entschied auf Elfmeter (38.). Glück für den FCA - den musste man nicht unbedingt geben. Doch davon lies sich Augsburgs Mr Elfmeter Paul Verhaegh nicht beirren und verwandelte seinen sechsten Elfmeter, von sieben - nur in Manuel Neuer fand er seinen Meister, in dieser Saison.

Muntere erste Halbzeit mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Während Hoffenheim vor allem nach Balleroberungen in der Augsburger Hälfte gefährlich wurde, entwickelten die Fuggerstädter ihre Torgefahr über die Flügel. Vor allem Alexander Essweins Flanken kamen ein ums andere mal gefährlich vor das Hoffenheimer Tor. Esswein war es auch der Süle anschoss und so den Elfmeter herausholte.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit verlor die Partie deutlich an Schwung. Die Mannschaften stehen defensiv besser und lauern auf den entscheidenden Fehler. In der ersten Halbzeit überbrückten beide Teams das Mittelfeld mit schnellen Pässen. Nun verlagerten sich die Zweikämpfe und das Spiel ins Mittelfeld. Dadurch ergaben sich für beide Mannschaften deutlich weniger Torchancen.

Aber die Partie bieb zu jederzeit hoch Emotional. Volland versuchte in der 62. Minute einen Konzessionselfmeter herauszuschinden und forderte vehement einen Elfer. Das fanden die Augsburger Spieler natürlich nicht gut und so kochten die Emotionen hoch und es kam zur Rudelbildung. Im Anschluss sah Volland gelb für die Schwalbe.

Der Mannschaft von Markus Weinzierl schien das Unentschieden zu reichen. Wann immer sie im Ballbesitz waren, wurde das Spiel langsam gemacht und lange in den eigenen Reihen gehalten. Der Versuch die Hoffenheimer einzuschläfern klappte aber nur bedingt. Denn Hoffenheim kam immer wieder gefährlich vor das Augsburger Tor und in der 81. Minute war es dann passiert. Kramaric setzte sich auf der rechten Seite durch und brachte den Ball in die Mitte, wo Mark Uth per Droppkick aus kurzer Distanz die Kugel unter die Latte zimmerte.

Der FCA versuchte direkt den Hebel wieder umzulegen. Im Gegenzug fiel fast der Ausgleich: Caiuby verlängerte im Strafraum aus halblinker Position per Drehschuss einen Ball - der strich haarscharf am langen Pfosten vorbei. Am Ende rannte dem FCA die Zeit davon.

Fotos: Klaus Rainer Krieger
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Max Kaiser aus Augsburg - City | 03.03.2016 | 11:39  
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