FC Augsburg verliert unglücklich in Freiburg

Dirk Schuster und der FC Augsburg mussten sich am 8. Spieltag den heimstarken Freiburgern mit 2:1 geschlagen geben. (Foto: Archiv)

In einem packenden Fight hatte der heimstarke SC Freiburg das bessere Ende für sich und gewann glücklich mit 2:1 gegen den FC Augsburg. Glücklich war der Sieg der Streich-Elf deshalb, weil die Mannschaft von Dirk Schuster das ganze Spiel über torgefährlicher war und wenige Chancen zuließ.

Zwischen der 55. und 70. Minute verlor der FCA jedoch den Zugriff auf die Partie und wurde sprichwörtlich überrannt. Überrannt, weil Freiburg in der zweiten Hälfte vor allem läuferisch zulegte. Am Ende standen sechs gelaufene Kilometer und ein Tor mehr auf dem Freiburger Zähler. Mit dem vierten Heimsieg, im vierten Spiel stellten die Freiburger einen Vereinsrekord auf. Noch nie waren die Freiburger so heimstark in die Saison gestartet.

Vor dem Spiel

Dirk Schuster schickte eine im Vergleich zum Schalke Spiel unveränderte Startelf aufs Feld – offenbar war er mit der Leistung der Spieler zufrieden. Besonders zufrieden schien Schuster mit Jonathan Schmid zu sein, der bereits am vergangenen Wochenende eine Einsatzgarantie erhielt. Für Schmid ist das ein Besuch an alter Wirkungsstätte. Beim SC Freiburg spielte er bereits in der Jugend und schaffte dort den Sprung ins Profiteam. Vor gut einem Jahr wechselte er nach Hoffenheim und landete schließlich beim FC Augsburg.

Der direkte Vergleich sprach vor dem Spiel zwar für Augsburg: Der FCA hat vier der zurückliegenden fünf Pflichtspiele gegen Freiburg gewonnen. Zuletzt gewann Augsburg bei den da noch zweitklassigen Freiburgern im DFB-Pokal vor ziemlich genau einem Jahr. Aber die Freiburger hatten ihre bisherigen drei Heimspiele in der Saison gewonnen.

Duell auf Augenhöhe

Die Breisgauer waren in der ersten Halbzeit das aktivere Team und hatten deutlich mehr Ballbesitz als die Gäste aus Augsburg, hatten aber bis auf eine verpasste Hereingabe in der 27. Minute keine Torchance. Der FCA hatte eine gute defensive Grundordnung und nutzte die Freiburger Ballverluste für eigene Konter. Die Freiburger hatten zu wenig Raum für ihr Konterspiel. In der Spielanlage wirkten die Augsburger somit reifer und dem Tor näher.

Die erste dicke Chance der Partie hatte Augsburgs Oldie Halil Altintop in der 12. Minute. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld kam die Kugel an der Strafraumgrenze zu Altintop. Der legte sich den Ball zurecht, schaute kurz wo der Keeper steht und zog dann ab. Die kurze Orientierungsphase, die Altintop für seinen Schuss benötigte, reichte dem Freiburger Verteidiger Söyüncü, um noch störend einzugreifen. Freiburgs Keeper Schwolow hatte mit dem abgefälschten Ball keine Probleme.

Augsburg hatte in den ersten zehn Minuten erst einmal geschaut, was macht der SC Freiburg, und wurde dann aggressiver. Mit dem aktiven Pressing erzwangen die Gäste immer mehr Freiburger Ballverluste im Spielaufbau.

Kurz darauf hatte der FCA seine beste Phase in der ersten Hälfte. Mit einem Powerplay wurde Freiburg hinten reingedrückt. Zwischen der 18. und der 24. Minute kamen die Breisgauer nur mit langen Befreiungsschlägen aus der eigenen Hälfte. Der aktive Ji hätte die Mannschaft von Dirk Schuster für die Drangphase belohnen können. Erst zwang er mit seinem Linksschuss aus 20 Metern Schwolow zu einer Glanzparade. Nur Sekunden später probierte er es von halblinks mit rechts und wieder musste der SC-Keeper fliegen, um den halbhohen Ball noch zu erreichen.

Danach konnte sich die Mannschaft von Christian Streich etwas befreien. Beide Teams begegneten sich in der Folge auf Augenhöhe und neutralisierten sich gegenseitig.

Die erste Chance in Halbzeit Zwei hatte der Augsburger Kapitän Paul Verhaegh. Nach einem Freistoß von Jonathan Schmid köpfte Verhaegh, nachdem die Freiburger Kerzen produzierten, Richtung Tor. Schwolow tauchte ab und kratzte die Kugel von der Linie. Die nächste Gelegenheit hatte Daniel Baier, doch sein gefährlicher Distanzschuss in der 54. Minute wurde von Freiburgs Söyüncü geblockt, der sich in den Schuss warf.

Wieder ein Gegentor nach Standardsituation

Zehn Minuten waren nach Wiederanpfiff gespielt, da wurde Freiburg stärker und machte mehr Druck, ohne wirklich für Torgefahr zu sorgen. Für die Freiburger Führung musste dann eine Standardsituation her. Grifo schlug den Freistoß gegen die kopfballstarken Augsburger halbhoch in die Mitte und stellte die hochgewachsene Innenverteidigung vor Probleme. Freiburgs Maximilian Philipp musste am Fünfer nur den Fuß hinhalten und schon lag die Kugel in den Maschen.

Direkt nach seiner Einwechslung setzte sich Philipp Max (kam in der 70. für Ya Cheol Koo) auf der linken Seite durch. Sein Zuspiel in die Mitte, leitete Ji direkt zum am Sechzehner einschusssbereit wartenden Baier weiter. Freiburgs Torrejon konnte in der letzten Sekunde eingreifen. Der FCA musste natürlich kommen, dadurch ergaben sich Räume für die Freiburger und sie konnten ihre Konterstärke ausspielen.

Vincenco Grifo pflückte 30 Meter vor dem Tor einen hohen Ball runter und legte die Kugel Maximilian Phillip in den Lauf. Der setzte sich auf rechts durch und bediente Petersen in der Mitte. Petersen ließ sich nicht zwei Mal bitten und erhöhte auf 2:0 für Freiburg. Bitter für den FCA: Philipp war wohl beim Pass von Grifo knapp im Abseits.

Spannende Schlussphase

Altintop sorgte mit seinem Anschlusstreffer in der 84. Minute für eine packende Schlussphase. An der Strafraumgrenze zwischen Torrejon und Söyüncü völlig freistehend, knallte Altintop das Ding trocken ins rechte Eck. Es war sein erster Saisontreffer. Kurz darauf hätte Dominik Kohr die Schockstarre der Freiburger zum Ausgleich ausnutzen können. Seinen aus 20 Metern abgefälschten Ball konnte Schwolow nur nach vorne fausten. Dort stand der frisch eingewechselte Günther-Schmidt frei und haute die Pille über das Tor. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hatte Ji eine weitere Gelegenheit. Nach einer Kohr-Flanke strich sein Kopfball am langen Pfosten vorbei. Danach war Schluss – Glück für Freiburg. Der FCA war am Drücker, doch zu spät.
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