FC Augsburg vor den Festspielen gegen Liverpool: Wege zum Ruhm

Auf dem Weg in die Fußballgeschichte: Der FC Augsburg tritt in zwei K.O.-Partien gegen den FC Liverpool an. Das Ergebnis zählt dabei weniger, es ist mehr das Sahnehäubchen auf eine großartige Entwicklung, die der Verein genommen hat. Da kann man Marwin Hitz, Alexander Esswein, Raul Bobadilla und Markus Weinzierl durchaus einmal adeln und sie in Anlehnung an Liverpools berühmteste Söhne, die Beatles, über den legendären Zebrastreifen der Londoner Abbey Road schreiten lassen. Bildmontage: David Libossek

Bayern in den Beinen, Liverpool vor der Brust und Hannover im Kopf: Der FC Augsburg steht vor einer der spannendsten Wochen seiner Vereinsgeschichte.

„Egal wie es ausgeht“, sagte jüngst ein Fan des FC Augsburg und ergänzte, die Augen weit geöffnet, ein seliges Lächeln auf den Lippen und in einem leichten Flüsterton, dramatisch und festlich zugleich: „Es ist Liverpool.“

Sie steht bevor: Die Partie, die der FC Augsburg als „größtes Spiel der Vereinsgeschichte“ bezeichnet. Europapokal, K.O.-Runde, Liverpool, Anfield, Klopp – es ist Irrsinn, bedenkt man, dass der Klub vor 15 Jahren noch gegen Mannschaften antrat, die Namen wie SpVgg Weiden, Falke Markt Schwaben oder 1. FC Sand trugen.

Die Euphorie ist gigantisch, Augsburger Schlachtenbummler reisen kommende Woche gar ohne eine der rund 2000 Gästekarten in die Stadt der Beatles. Das Dabeisein zählt, das Teilhaben am vorläufigen Höhepunkt dieses noch jungen FCA-Kapitels in der Fußballgeschichte.

Doch bei allem Europa-Enthusiasmus: Ein drittes, unspektakuläres Spiel innerhalb der Festwoche zählt weit mehr: das am Sonntag beim Tabellenletzten Hannover.

So denkt offenbar auch Kaptiän Paul Verhaegh, der in der Interviewzone beinahe ausschließlich über das „enorm wichtige Spiel“ in Hannover redete. Und das wird ein hartes Stück Arbeit: 96 hat erst 14 Punkte auf dem Konto und ist gegen Augsburg zum siegen verdammt. Zudem kehrt wohl Spielmacher Hiroshi Kiyotake zurück.

Markus Weinzierl muss nun erneut sein Gespür dafür beweisen, mit den Kräften seiner Spieler gut haushalten zu können. Gouweleeuw und Alfred Finnbogason sind in der Europa League ohnehin nicht spielberechtigt, der zuletzt starke Jeong-Ho Hong ist wegen einer Muskelverletzung weiter fraglich.

Um unpopuläre Entscheidungen wird Weinzierl dennoch nicht herumkommen. Den Satz „Du bist im größten Spiel der Vereinsgeschichte nicht dabei, weil ich dich für Hannover brauche“, hört schließlich keiner gern.

Dass Team und Trainer nach der Partie gegen München weit mehr über Hannover als über Liverpool sprachen, zeigt aber, dass der FCA wohl weiß, worauf es ankommt. „Wir wollen die Europa League genießen, aber für uns als Mannschaft und den Verein ist es weit wichtiger, nächstes Jahr wieder Bundesliga zu spielen“, sagte Verhaegh.

Wenn es am Donnerstag um fünf nach neun aber richtig knistert, wird auch der Kapitän nur noch "Das größte Spiel der Vereinsgeschichte" im Kopf haben.
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