FC Augsburg vor sieben Schicksalsspielen: Bangen, bibbern, beten bis zum Schluss

Sieben Schicksalsspiele: Trainer Markus Weinzierl kämpft mit dem FC Augsburg um den Klassenerhalt. Foto: Archiv
Sieben Schicksalsspiele stehen für den FC Augsburg in der Bundesliga an. Was für und wider den Klassenerhalt des FCA spricht. Eine kleine Analyse.

Drei Gründe, warum der FCA in der Liga bleibt:


• Die Länderspielpause: Spielen die Nationalmannschaften, hat Markus Weinzierl zwei Wochen Zeit mit seinem Team zu trainieren. Diese zwei Wochen lange Fußlümmelei frei von jeglichem Pflichtspielstress wusste der FCA in der laufenden Saison bereits zu nutzen. Nach der Unterbrechung Mitte November sammelten die Augsburger bis Weihnachten 13 von möglichen 15 Ligapunkten und kassierten nur ein Gegentor.

• FinnBobason:
Ein weiterer Vorteil der neuerlichen Pause: Raul Bobadilla kann nach seinen muskulären Problemen in aller Ruhe genesen, um dann über die Flügel zu wirbeln und so Räume zu schaffen für Alfred Finnbogason. Der lauffreudige und treffsichere Isländer allein könnte ein Garant dafür sein, dass der FCA ein weiteres Jahr Bundesliga dranhängt.

• Der Trainer: Dafür sprechen auch die ersten 40 Minuten gegen Borussia Dortmund. Gut organisiert, in einer Fünferkette verteidigend ließ der FCA kaum BVB-Chancen zu. Trainer Weinzierl hatte die Mannschaft mit dieser taktischen Variation perfekt eingestellt – der Plan ging jedoch nicht über das gesamte Match auf, denn . . .


Drei Gründe, warum der FCA absteigen könnte:


• Die hohe Belastung: . . . der Mannschaft scheint in dieser Saison häufig die Luft auszugehen. War der FC Augsburg vergangene Saison in den Schlussminuten stets in der Lage noch einmal Druck auszuüben, werden in der laufenden Spielzeit häufig Kopf und Beine schwer, was besonders gegen Leverkusen schmerzte. Weinzierl wird demnach in der Länderspielpause ein Hauptaugenmerk auf die Frische seiner Elf legen.

• Die Laufleistung: Vielleicht nimmt damit ja auch die Laufleistung wieder zu. Der FC Augsburg spult in der Rückrunde selten mehr Kilometer ab als seine Gegner. Sogar im Rückspiel gegen das Ballbesitzmonster aus München lief der FCA erstaunlicherweise ein kleines bisschen weniger (117,18:117,38 Kilometer). Lediglich gegen Frankfurt und Dortmund rannten Weinzerls Kicker in der Rückrunde mehr als die des Kontrahenten - wenn auch nur marginal. Ob das nun taktisches Kalkül ist - da der FCA auf Gesamtplatz elf der Ballbesitzstatistik steht, ist das durchaus anzuzweifeln - oder nicht: Für einen Abstiegskämpfer ist das eher dürftig.

• Die Rückrunde bisher: Sieben Spiele sind’s noch und schön langsam sollten Siege her. In den bisherigen zehn Rückserien-Partien gab es lediglich einen einzigen – 1:0 bei Schlusslicht Hannover. Gerade gegen die direkten Keller-Konkurrenten kam der FCA ansonsten nicht gut weg, und die Eisblock-Defensive des Winters schmolz mit 17 Gegentoren aus den vergangenen acht Partien mit den wärmer werdenden Temperaturen langsam dahin.

Eine Einschätzung zum Abstiegskampf:

Noch bleiben der Mannschaft sieben Spiele, um die Klasse zu halten. Das Restprogramm ist jedoch knackig, zumal der FCA viermal auswärts antreten muss: dreimal gegen Mannschaften aus dem Rennen um die internationalen Plätze und einmal beim direkten Rivalen Werder Bremen. Die Aufgaben in der Arena scheinen auf dem Papier jedoch lösbar. Zunächst gegen Stuttgart und Köln und schließlich am letzten Spieltag gegen den Hamburger SV.

Darin könnte ein kleiner Vorteil für den FC Augsburg liegen. Rutscht der in Hinrunde noch europaambitionierte HSV doch sukzessive ab – und weiß vielleicht bis zum Schlussspieltag noch gar nicht, dass er nun ums sportliche Überleben kämpfen muss.

36 Punkte, das hat Markus Weinzierl zuletzt ausgerechnet, reichen, um nicht abzusteigen – zumindest nicht direkt. Klar ist: Bei zehn Mannschaften, die noch gegen den Gang in Liga zwei spielen, könnte eine kleine Serie tatsächlich reichen, um sich aus den Tiefen der Tabelle freizuschwimmen. Allerdings wird es wohl eher darauf hinauslaufen, dass Augsburg bis zum Schluss bangen, bibbern und beten muss.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.