FC Augsburg: Wenig Gründe für einen Weinzierl-Wechsel

FCA-Trainer Markus Weinzierl wird von Schalke 04 umgarnt. Das Gemisch, das da in der Gerüchteküche brodelt, riecht gefährlich verlockend. Doch wer es mit dem FC Augsburg hält, sollte es mit Vorsicht genießen. Denn vieles spricht dagegen, dass sich Weinzierl für einen Wechsel entscheidet.

In der fußballfreien Sommerzeit wird in der Gerüchteküche der Herd angeschmissen. Nicht nur Spielernamen köcheln vor sich hin, auch Trainer werden in den Suppentopf der Spekulationen geworfen. Vor allem die erfolgreichen. Damit auch wenig überraschend der Übungsleiter des FC Augsburg, Markus Weinzierl. Der Koch ist in diesem Fall Spiegel online.

Markus Weinzierl sei Wunschkandidat von Schalke-Manager Horst Heldt, heißt es. Dem Fußballlehrer aus Niederbayern liege ein Angebot vor, von einem Vierjahresvertrag ist die Rede. "Er hat uns vor ein, zwei Wochen gesagt, dass Schalke an ihn herangetreten ist", sagte nun FCA-Präsident Klaus Hofmann dem Radiosender Antenne Bayern.

Nun lässt sich die Schalke-Weinzierl-Brühe jedoch ordentlich versalzen - denn Weinzierl muss sich ja erst einmal für die Gelsenkirchener entscheiden. Gibt man etwa hinzu, dass der Trainer seinen Vertrag beim FCA kürzlich bis 2019 verlängert hat, schmeckt sie schon gar nicht mehr so delikat. Eine Ausstiegsklausel für einen Top-Klub soll Weinzierl aber haben. Das hat der FC Augsburg mittlerweile als "eine Mär" abgetan. Hofmann rief dementsprechend bereits eine "astronomische Summe" für Weinzierl aus.

Nun möchte man dem Gemisch ein wenig Zucker beigeben, um den Geschmack wieder in die richtigen Bahnen zu leiten. Weinzierl hätte bei Schalke 04 mehr finanzielle Mittel, tendenziell ist Schalke außerdem ja ein - wenn auch schlafender - Riese.

Doch da fängt das Zeug schon wieder an, einem auf der Zunge zu brennen. Schalke will Erfolg - und zwar sofort. Darunter musste etwa Jens Keller leiden. Der hatte den drittbesten Punkteschnitt aller Gelsenkirchner Trainer, aber trotzdem das schlechteste Standing und kaum öffentliche Rückendeckung von Horst Heldt. Weinzierl ist definitiv ein Trainer, der etwas aufbauen kann, dafür braucht er jedoch Zeit. Und die hat er im medialen Treibsand rund um die Veltins-Arena sicher nicht.

Weil auch Heldt sie nicht hat. Der Manager hat das sportliche Versagen der Schalker Mannschaft mitzuverantworten. Sein eigener Stand ist mittlerweile so wackelig wie die Leistungen der Königsblauen in der Rückrunde. Heldt muss jetzt liefern - eine logische Lösung ist da freilich die mit dem Augsburger Erfolgstranier.

Weinzierl könnte seinerseits überlegen, ob mit dem FCA überhaupt noch mehr zu erreichen ist. Die Europa League-Teilnahme ist geschafft, der Anspruch des Umfelds lautet weiter Klassenerhalt. Auf Schalke würde eine neue Herausforderung mit neuen Möglichkeiten auf ihn warten.

Doch es ist ja nicht so, dass Weinzierl zum Zeitpunkt der Verlängerung seines Arbeitspapiers nicht hätte ahnen können, dass ihm Angebote ins Haus flattern werden. Der Trainer hat sich zum FC Augsburg bekannt. Er ist nicht der Typ, der solche Versprechen bricht.

Das Angebot des FC Schalke 04 ist keines, das er nicht abschlagen kann. Früher oder später hat er immer noch die Chance bekommen, zu einem Top-Verein zu wechseln - und dann zu einem, mit einem stabileren Umfeld.

Die Schalke-Weinzierl-Brühe duftet zwar gefährlich verlockend. Wer sie kostet, sollte sie allerdings schnell wieder ausspucken und den Nachgeschmack am besten mit einem Veltins herunterspülen.
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