FCA lässt Stuttgart keine Chance

Im Duell der beiden schwäbischen Bundesligamannschaften liesen die bayerischen Schwaben aus Augsburg den Stuttgarter Schwaben aus Baden Würtemberg keine Chance und gewannen verdient in Stuttgart mit 4:0. Den einzigen Vorwurf den sich die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl gefallen lassen muss ist, dass sie nur 4:0 gewannen. Die Augsburger Defensive war selten gefordert, aber wenn doch einmal Gefahr drohte wurde die Situation konzentriert von den Verteidigern oder Marvin Hitz bereinigt. Im Sturm setzte sich der Aufwärtstrend fort, auch wenn Bobadilla heute glücklos im Abschluss blieb.

Der Vfb Stuttgart lud am 13. Spieltag zu einem echten Kellerduell. Die Ausgangslage war klar, der Vfb Stuttgart hatte als Tabellen 15. bereits vier Punkte Vorsprung auf die Mannschaft von Markus Weinzierl und wollte diesen Vorsprung weiter ausbauen. Die bayerischen Schwaben aus Augsburg hingegen wollten bis auf einen Punkt an den Relegationsplatz ranrücken. Im Vergleich zur Niederlage gegen Bremen veränderte Augsburgs Trainer Weinzierl die Aufstellung nur auf einer Position. Alexander Esswein rückte für Dong Wong Ji in das Team.

Das Spiel startete mit 15-minütiger Verspätung, da aufgrund verschärfter Kontrollen viele der Zuschauer nicht rechtzeitig im Stadion waren. Vor dem Anpfiff gab es noch eine Gedenkminute für die Opfer des Terroranschlags vom Freitag vor einer Woche in Paris.

Obwohl die Tabellensituation beider Mannschaften mit prekär umschrieben werden kann, war das Spiel von Beginn an sehr munter. In der 3. Minute hätte die Heimmannschaft per Kopf die früh in Führung gehen können, Stuttgarts Werner vergab jedoch die Chance. Im direkten Gegenzug hatte Esswein freie Bahn vor dem Stuttgarter Tor, wurde jedoch wegen angeblicher Abseitssituation zu Unrecht zurückgepfiffen.

Nur sieben Minuten später (11.) fand Raul Bobadilla mit seinem Zuckerpass in den Rücken der Stuttgarter Abwehrkette den durchgestarteten Alexander Esswein. Der lies mit seinem Flachschuss ins links untere Eck dem gegnerischen Torhüter Odisseas Vlachodimos, der als Ersatz für den kurzfristig erkrankten Przemyslaw Tyton (Magen-Darm-Infekt) in die Startelf gerückt war, keine Abwehrchance.

Weitere sechs Minuten später erhöhte erneut Alexander Esswein nach einer zu kurz geratenen Kopfballabwehr nach einem Eckball per Direktabnahme zum 2:0 aus Augsburger Sicht. Der Stuttgarter Timo Baumgartl hatte den Schuss zuvor unhaltbar für seinen Keeper abgefälscht. In der 20. Minute wäre Insua, der Argentinier in den Reihen des Vfb, beinahe eine Kopie des 2:0 gelungen. Ragnar Klavans Kopfball-Abwehr nach einem Stuttgarter Eckball nutzte Insua zu einem Volley-Schuss von der Strafraumgrenze. Doch Marvin Hitz, der den Ball erst spät sehen konnte, reagierte glänzend und tauchte ab, um den Ball noch aus dem Eck zu fischen.

Zehn Minuten vor der Pause sorgte Jan Ingwer Callsen-Bracker mit seinem wuchtigen Kopfball nach einem erneuten Eckball, getreten von Daniel Baier, für das vorentscheidende 3:0. Als bei einem der zahlreichen Augsburger Konter, der entscheidende Pass in den Strafraum in letzter Sekunde abgeblockt wurde, schrie der Doppeltorschütze Alexander Esswein trotz des beruhigenden drei Tore Vorsprungs seinen Frust über die vergebene Chance hinaus - wenn der FCA in dieser Saison nur immer so gierig gewesen wäre.

Für den 4:0 Schlusspunkt der Partie sorgte in der 54. Minute Ya Cheol Koo. Der heute überragende Alexander Esswein spitzelte den Ball durch die Nahstelle, der an der Straufraumgrenze wie eine Perlenkette aufgereihten, Stuttgarter Viererkette. Der eingelaufene Koo musste nur noch einschieben. Nach dem 4:0 schaltete Augsburg in den Schongang und Stuttgart konnte nicht mehr zusetzen.

In der Schlussphase vergaben die Fuggerstädter trotz des Schongangs zahlreiche weitere Chancen und schon in der ersten Halbzeit hatte Raul Bobadilla drei große Möglichkeiten liegengelassen. Im Gegensatz zu den letzten Spielen agierte die Augsburger Hintermannschaft heute konzentriert. Beispielhaft dafür ist einer der wenigen Stuttgarter Konter aus der 33. Minute. Didavi´s Flanke vom linken Flügel erreichte Stuttgarts Werner. Dessen Schuss blockte Jan Ingwer Callsen-Bracker in dem er seelenruhig den Fuß dazwischenschob, so den Ball stoppte und dann mit seinem ruhigen Pass den nächsten Konter einleitete.

Wie schon in den Europa League Spielen gegen den AZ Alkmaar zeigte die Überraschungsmannschaft der letzten Saison welches Potential sie eigentlich hat. Wenn das Team von Markus Weinzierl an diese Leistung anknüpft, ist am Donnerstag, 26. November, 19 Uhr, im Heimspiel gegen Athletic Bilbao alles möglich. Aber viel wichtiger wären weitere Punkte gegen den Abstieg im näachste Heimspiel der Bundesliga gegen den VFL Wolfsburg (Sonntag, 29. Dezember, 17.30 Uhr).
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