FCA punktet in Leverkusen: Hitz hält Remis fest

Hart umkämpftes Spiel in Leverkusen. (Foto: Archiv/Heinle)

Mit einer Melange aus disziplinierter Defensive, viel Einsatz für den Mitspieler und einer Portion Glück erkämpfte sich der FCA einen Punkt in Leverkusen. Die Augsburger profitierten dabei zudem von einem verschossenen Elfmeter, mangelhafter Chancenverwertung der Leverkusener und einer Glanzparade von Marwin Hitz in der letzten Spielminute. Hätten Koo oder Moravek ihre Chancen genutzt, wäre gar ein Sieg drin gewesen. Mit dem Punkt kann der FCA aber sicherlich gut leben.

Der FCA blieb in den bisherigen zehn Bundesligaduellen mit Leverkusen immer ohne Sieg. Das wollten die Mannen von Dirk Schuster unbedingt ändern, zumal die Leverkusener genau wie der FCA erst drei Punkte auf dem Konto hatten. Nach dem Horrorfoul an Dominik Kohr im Spiel gegen Mainz am vergangenen Sonntag musste Schuster vor dem Spiel die Startelf umbauen. Kacar rückte für Kohr auf die Sechs. Ebenfalls neu im Team war Jan Moravek. Dafür saß Raul Bobadilla auf der Bank.

In der Anfangsphase versuchten die Augsburger, hoch zu pressen und griffen früh an. So wollten sie verhindern, sich früh hinten reindrücken zu lassen. Das erlaubte den Leverkusenern, bei Ballverlusten des FCA schnell umzuschalten und gefährlich vor das Tor der Gäste zu kommen. So setzte sich Bayer in der vierten Minute links durch. Doch Leverkusens Topstürmer Chicharito verpasste die Flanke knapp und traf stattdessen Hitz. Der schüttelte sich kurz und konnte weitermachen.

Nach der frühen Chance standen die Fuggerstädter tiefer und raubten so den Leverkusenern die Räume für ihr Angriffsspiel. Das Spiel fand in dieser Phase weit weg von den Toren statt. So dauerte es bis zur 30. Minute bis zur nächsten nennenswerten Torchance. Augsburgs Stafylidis war an der Strafraumgrenze die Hand angeschossen worden. Den fälligen Freistoß brachte der eher klein gewachsene Chicharito per Kopf gefährlich aufs Tor.

Die Augsburger waren zwar nicht sehr effektiv im Spielaufbau, aber umso wirkungsvoller störten sie das Bayer-Spiel. Ziel war es, bei Leverkusener Ballverlusten schnell umzuschalten und mit eigenen Kontern gefährlich zu werden. Aber die lausige Passquote von nur 55,45 Prozent in der ersten Halbzeit erstickte viele gute Möglichkeiten bereits im Ansatz.

Dennoch hatte der FCA in der 33. Minute die Chance, in Führung zu gehen. Baier und Stafylidis zogen in der Mitte die Leverkusener Verteidiger auf sich und Ja-Cheol Koo konnte sich links davonstehlen. An der Strafraumgrenze täuschte er eine Flanke an und verlud so die beiden herangeeilten Leverkusener Verteidiger. Seinen noch leicht abgefälschten Schuss lenkte Leno zur Ecke.

Kurz vor der Pause hatte Aranguiz die beste Leverkusener Chance zur Führung. Kampl schickte Volland im Strafraum, der bis zur Grundlinie durchstieß und dann blind den Ball Richtung Fünfmeterraum auf Araguiz zurücklegte. Aber sichtlich überrascht schoss dieser knapp drüber. Glück für den FCA.

Mehr Tempo in Halbzeit Zwei


Zur Pause musste Dirk Schuster den angeschlagenen Koo auswechseln. Für ihn kam Philipp Max. Augsburgs Trainer wird in der Pausenansprache sicher die unterirdische Passquote sowie die Zweikampfbilanz - nur 45 Prozent - angesprochen haben. Mit der Halbzeitsansprache schien Schuster seine Spieler erreicht zu haben, denn seine Jungs gingen deutlich aggressiver zu Werke.

Die erste Chance in Durchgang zwei hatte jedoch wieder Chicharito. Er prüfte von der Strafraumgrenze Hitz, der wieder souverän parierte. Danach attackierten die Augsburger Chicharito aggressiver und raubten ihm so die Lust am Spiel.

Fast die bittere Pille für den FCA


Mitte der zweiten Halbzeit stand der FCA sicher in der Defensive und zwang so den Gegner zu langen und hohen Bällen oder Weitschüssen. Aber einen dieser langen Bälle verteidigte Jeffrey Gouweleeuw gegen den ehemaligen Hoffenheimer Kevin Volland im Leverkusener Dress derart ungeschickt, dass der Schiedsrichter keine andere Wahl hatte, als auf den Punkt zu zeigen. Elfmeter für Leverkusen.

Aber ein sicheres Tor bedeutete das noch lange nicht: Leverkusen hatte nur acht seiner vorangegangenen 16 Elfmeter verwandeln können. Am vorigen Spieltag scheiterte Chicharito gegen Eintracht Frankfurt ebenfalls vom Elfmeterpunkt. So trat dieses Mal Charles Aránguiz an. Mit frappierender Lässigkeit schlenzte er die Kugel mit dem rechten Außenriss rechts am Tor vorbei.

Nur zwei Minuten nach dem verschossenen Elfer hätte Moravek der Werkself den Todesstoß versetzen können. Der Tscheche brachte im Strafraum die Kugel aus kurzer Distanz aufs Tor, aber Leno parierte glänzend.

Mit ihren Wechseln legten die Trainer die Zeichen für die Schlussphase fest. Dirk Schuster brachte Janker und Altintop für Kacar und Moravek. Leverkusens Roger Schmid setzte voll auf Brechstange und brachte Stefan Kießling, Julian Brandt und den bisher besten Joker der Liga (vier Tore) Joel Pohjanpalo. Leverkusen wollte unbedingt den zweiten Heimsieg der Saison und der FCA war mit einem Auswärtspunkt zufrieden.

Danach zogen die Leverkusener ein Powerplay auf und drückten Augsburg tief in die eigene Hälfte – Torchancen sprangen aber dabei nicht heraus. Bis zur letzten Minute. Da hatte Leverkusens Goalgetter Kießling, der nach langer Verletzungspause sein Comeback gab, den Siegtreffer auf dem Kopf. Aber Hitz hielt mit einer Glanzparade den Punkt fest.

Hitz nach dem Spiel ganz cool im Interview: „Ich habe nicht geschwitzt." An ihm liegt es also nicht, sollte der FCA den Flug verpassen. Denn der Abflug ist bereits 50 Minuten nach Spielschluss geplant.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.