Frust beim Spitzenreiter: Toll gespielt, trotzdem verloren

Nach vielen Assists schoss Evan Trupp in Köln sein erstes DEL-Tor. Doch sein 2:3 fiel erst in der 59. Minute, der Ausgleich gelang nicht mehr.
 
Jonathan Boutin präsentierte sich auf Augenhöhe mit dem Goalie der Stunde, Kölns Gustav Wesslau.

Déjà-vu in Köln: Wie gegen Mannheim, Iserlohn und Ingolstadt liefert der AEV eine tolle Partie, fährt aber trotzdem punktlos nach Hause. In Köln war die Abwehr bis auf einen fatalen Schnitzer zum ungünstigsten Zeitpunkt sehr gut eingestellt, aber vorne fehlte ein Quäntchen Scheibenglück. Ein Klassenunterschied war nie zu sehen, im Gegenteil: Augsburg - nach der Niederlage Letzter - war Spitzenreiter Köln mindestens ebenbürtig, hatte wie zuletzt mehr Schüsse abgegeben als der Gegner, diesmal war das Verhältnis 41 zu 35. Nur an der Effizienz hapert es weiterhin, weshalb Köln mit 3:2 (1:0, 0:0, 2:2) gewann.



Wieder mit Jaroslav Hafenrichter und Arvids Rekis, dafür ohne Mark Cundari und Ben Meisner fuhr der AEV nach Köln. Jonathan Boutin stand im Tor, sein Back-up war erstmals in dieser Saison Sebastian Gassner vom DNL-Team. Der junge Goalie kam nicht zum Einsatz, denn Boutin spielte fehlerlos wie sein Gegenüber, Gustav Wesslau im Haie-Tor. Der hatte jedoch etwas mehr zu tun, denn wie in den letzten Spielen hatte Augsburg auch in Köln mehr Torschüsse als der Gegner abgegeben. Nur war der wieder um einiges effizienter, zum Beispiel kurz vor Ende des ersten Drittels. Zuvor sahen über 10.000 Zuschauer in der Kölner Arena einen leicht besseren AEV, der fünfzehn Sekunden vor der ersten Pause seine letzte Chance vergab - und im Gegenzug das 0:1 kassierte. 19 Minuten und 57 Sekunden lang war man die bessere Mannschaft, die 2,7 Sekunden vor Drittelende unverdient in Rückstand geriet: Ryan Jones nutzte eine der wenigen Unsicherheiten in Augsburgs Abwehr und überwand Boutin aus kurzer Distanz.

Der AEV ließ den Kopf natürlich nicht hängen und rannte gegen den starken Wesslau an. Zu Beginn des Mitteldrittels hatte der besonders viel zu tun, denn sein KEC musste mehrmals in Unterzahl aufs Eis, die größte Chance vergab dabei Ben Hanowski. Kurz darauf war Wesslau geschlagen, aber Adrian Grygiels Schuss knallte vom Innenpfosten zurück ins Feld. Nachdem auch die Rheinländer selbst in Überzahl von Augsburgs Defensive in Schach gehalten wurden blieb es auch nach 40 Minuten beim 0:1 für die Haie.

Vier Tore im Schlussdrittel

Im Schlussabschnitt fielen dann die Tore, die beide Schlussmänner zuvor verhindert hatten. Erst baute Köln in Überzahl die Führung aus (Mulock, 44. Minute), keine Minute später brachte TJ Trevelyan Augsburg mit einer tollen Einzelaktion ins Spiel zurück, als er weitgehend unbedrängt übers halbe Eis fahren durfte und dann das Kreuzeck anvisierte. In den Schlussminuten überschlugen sich die Ereignisse: TJ Salmonsson trifft zum 3:1 in Überzahl, Dane Byers verletzt Arvids Rekis im Gesicht und muss zum Duschen, Evan Trupp verwandelt den x-ten Nachschuss zum Anschlusstreffer (alles in der 59. Minute), danach versucht Augsburg alles um ein weiteres Tor zu schießen. Doch auch die letzten Chancen - Nachstochern von Trevor Parkes und ein Schuss von Mike Davies in den Schlusssekunden - finden nicht den Weg ins Haie-Tor.

Thomas Holzmann: "Wie wir spielen macht Mut"

Wieder hagelt es Komplimente für die Verlierer, von den Fernsehkommentatoren, den AEV-Fans im Forum und auf Facebook und den Haien selbst. "Augsburg war der bisher stärkste Gegner in dieser Saison" erklärte der KEC nach dem Spiel. Und wie ein gebrochener Loser sieht auch Thomas Holzmann nicht aus, als er direkt nach Spielende meint: "Wie wir spielen macht Mut".

Den wird der AEV brauchen, wenn am Sonntag ab 19:00 Uhr Larry Mitchells Straubinger im Curt-Frenzel-Stadion antreten. Vielleicht gegen einen diesmal biederen AEV, der mit der schlechtesten Saisonleistung gewinnt. So etwas hätte das Team verdient nach den vielen Punktverlusten in tollen Spielen.
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