Fünfte Niederlage: AEV verliert in den Schlussminuten in Nürnberg

Nürnbergs Fans jubelten nicht nur im Curt-Frenzel-Stadion vor einigen Wochen, sondern auch zuhause: Ihre IceTigers gewannen mit 6:4 gegen den AEV.
 
Sechs Tore konnten die Nürnberger Spieler - hier beim Spiel im Curt-Frenzel-Stadion - auch zuhause bejubeln.

Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge und dem Abrutschen auf Tabellenplatz 10 musste der AEV in Nürnberg ran. Auch die IceTigers befanden sich in einer kleinen Krise - von den letzten sechs Heimspielen verloren sie fünf -, aber gegen Augsburg hat es für die Franken in den letzten Jahren meistens gereicht. Einzige Ausnahme: Das Spiel im September, wo der AEV endlich wieder in Nürnberg punkten konnte, und das mit 6:2 sogar ziemlich deutlich. Auch beim zweiten Gastspiel in Franken sah es bis fünf Minuten vor Ende gut aus, doch in der Schlussphase drehte der EHC während einer fünfminütigen Überzahl - Evan Oberg hatte einen Gegenspieler mit dem Schläger im Gesicht getroffen - das Spiel und schickte den AEV mit einer 6:4-Niederlage nach Augsburg zurück.



Stürmer Drew LeBlanc fällt weiterhin aus, der Spielmacher wurde vor der Saison als "Die besten Hände der DEL" ausgezeichnet, aber ausgerechnet eine Handverletzung setzt ihn seit dem Spiel in Schwenningen außer Gefecht. Zu ihm ins Lazarett gesellte sich kurzfristig Ivan Ciernik mit einer Leistenverletzung. Er wurde geschont und deshalb nur selten eingesetzt, so dass Mike Stewart keine kompletten vier Sturmreihen aufbieten konnte. Im Tor stand Jeff Deslauriers, der in der dritten Minute erstmals überwunden wurde: Leo Pföderl hatte im Powerplay getroffen - kurz zuvor hatte Aleksander Polaczek die große Chance zum Shorthander vergeben. Es entwickelte sich ein mittelprächtiges Spiel, das von Fehlpässen auf beiden Seiten geprägt war - Tore fielen jedoch keine mehr.

Alex Thiel nutzt seine Chance: Mit dem ersten Tor zum Ausgleich


Alex Thiel, letzte Saison noch in Düsseldorf, war im Saisonverlauf oft nur sporadisch eingesetzt worden, diesen Part nahm in Nürnberg der angeschlagene Ivan Ciernik ein. Und Thiel nutzte die Chance: Er stocherte den Puck in der 23. Minute zum Ausgleich am "Torhüter des Jahres" Tyler Beskorovany vorbei. Der AEV agierte im Anschluss stürmisch, aber auch während insgesamt sechs Minuten Powerplay im Mitteldrittel konnte Beskorovany nicht noch einmal bezwungen werden. Die Führung fiel dann auf der anderen Seite: Steven Reinprecht war der Nutznießer eines Puckverlusts im Angriffsdrittel und verwandelte den Konter zum 2:1 für den EHC.

Drei Überzahl-Tore: Große Strafe gegen Oberg entscheidet das Spiel


Es ging also mit Führung für Nürnberg ins Schlussdrittel, aber auch jetzt kam der AEV zurück - diesmal war es der zuletzt oft gescholtene Brett Stamler, dem der wichtige Ausgleich zum 2:2 in der 44. Minute gelang. Nürnberg, wohl auch wegen der zuletzt schwachen Heimspiele, wurde jetzt nervöser, und so leisteten sich die Franken einen Wechselfehler. Mit Folgen: Erst musste Jeff Deslauriers in höchster Not bei einem Konter retten, aber acht Sekunden vor Ablauf der Strafe war es endlich so weit: Tor im Powerplay! Ein zuletzt sehr seltenes Glücksgefühl, war doch das ineffektive Überzahlspiel mitverantwortlich für die Niederlagenserie. Umso wichtiger, dass TJ Trevelyan jetzt endlich richtig stand und Beskorovany überwinden konnte.

Sieben Minuten vor Schluss dann eine harte Strafe: Evan Oberg hatte einen Nürnberger mit dem Schläger im Gesicht getroffen, und ein blutender Gegenspieler bedeutet normalerweise fünf Minuten Unterzahl. So auch jetzt, Oberg musste zum Duschen, und der AEV sah sich stürmenden Franken gegenüber. Und es wurde noch schwieriger, als zusätzlich Brady Lamb für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt wurde. Der aufopferungsvolle Kampf der drei Augsburger wurde nicht belohnt, wieder war es Pföderl, dem das 3:3 gelang. Dadurch wieder zu viert war es Augsburg möglich ein paar Entlastungsangriffe zu fahren, aber Jon Matsumoto und TJ Trevelyan vergaben, die Tore fielen dann auf der anderen Seite: Patrick Reimer gelang fünf Minuten vor Schluss die 4:3-Führung, und nach dem 5:3 durch Curtis Foster in der 57. Minute kam der AEV nicht mehr zurück. Drei Tore während der fünfminütigen Unterzahl entschieden das Spiel, bei dem nicht das bessere, sondern das im Powerplay glücklichere Team gewinnen konnte. Für die Statistik traf Marius Möchel noch ins leere Tor zum 6:3, und für den AEV erzielte Thomas Holzmann das 6:4 - 13 Sekunden vor Spielende war der Ausgleich natürlich nicht mehr möglich.

Am Sonntag "Krisengipfel" gegen die Adler Mannheim


Am Sonntag um 16.30 Uhr stellt sich Mannheim zum zweiten Mal im Curt-Frenzel-Stadion vor. Auch der Deutsche Meister ist gerade angeschlagen, verlor sogar sechs Mal in Folge, und wurde von den Eisbären an der Tabellenspitze abgelöst. Mike Stewarts Team steht also vor dem DEL-Krisengipfel.
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