Fünfte Niederlage in Folge: AEV verliert gegen Nürnberg

Die Choreographie sollte Fans und Mannschaft vor dem Spiel anspornen - das Publikum feuerte lautstark an, das Team versuchte es - aber Nürnberg gewann, und die fränkischen Fans feierten nach dem Spiel.
 
Bottle Shot! Leo Pföderl trifft beim 2:0 Jeff Deslauriers' Trinkflasche.
Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Nach nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen fiel der AEV aus den Playoff-Rängen und kämpft in der äußerst engen Liga - zwischen Platz 12 und 8 lag vor dem Spiel nur ein Punkt - um den Einzug in die erste Playoff-Runde. Platz 10 ist das Ziel, ein Sieg gegen die fünftplatzierten Nürnberger war also fast ein Muss. Die effektiven und defensiv gut sortierten Franken fanden aber das richtige Mittel gegen Augsburg und entführten beim 3:0-Sieg drei Punkte aus dem Curt-Frenzel-Stadion - und der AEV ist jetzt Zwölfter, allerdings immer noch nur einen Punkt hinter dem angestrebten zehnten Platz.

"All Together Now"

Unter dem Motto "All Together Now" schworen die Fans hinterm Tor das Team ein, und anfangs sah es auch brauchbar aus, was der AEV zeigte. Im Tor stand der zunächst weitgehend beschäftigungslose Jeff Deslauriers, beim EHC Nürnberg saß nach langer Verletzungspause erstmals wieder Jochen Reimer auf der Bank - und den Kasten hütete wie zuletzt meistens sein nachverpflichteter "Ersatzmann" Tyler Beskorowany. Der hatte vor allem während mehrerer Überzahlsituationen viel zu tun, denn Augsburg legte mit Druck und Speed vor, wogegen sich Nürnberg oft nur mit Fouls zu helfen wusste. Aber Zählbares gab es nicht, was sich wie so oft rächen sollte.

Nürnberg zeigt effektives Powerplay

Denn wie effektives Powerplay funktioniert zeigten die Franken: Mark Mancari kam nach nicht einmal einer halben Minute Strafbank zurück aufs Eis, denn schon der erste Schuss saß: Joslin hatte Polaczek ausgespielt, Patrick Reimer die Lücke in der AEV-Defensive entdeckt, und Reinprecht hatte freie Bahn. Erst einen Schuss angetäuscht, und dann durch Deslauriers Beine ins Tor. Jetzt sah man die Verunsicherung bei Mike Stewarts Team, die darin gipfelte, dass Grygiel Matsumoto umfuhr. Bei einem Gegenspieler wäre er dafür auf die Strafbank gewandert, so musste nur Matsumoto zur Behandlung in die Kabine.

Die Franken warten geduldig auf Augsburgs Fehler ...

Im Mitteldrittel war er soweit wieder hergestellt, Tore oder Assists waren aber auch vom Augsburger Topscorer Mangelware. Die Franken machten die Räume geschickt dicht, und der zweitbeste Sturm der DEL kam nicht zur Entfaltung. Anders der aktuelle Liga-Topsturm: Nürnberg wartete auf Fehler der Augsburger, und in der 33. Minute wurde einer davon genutzt. Leo Pföderl hatte es mehrfach probieren dürfen, und sein letzter Versuch schlug unter der Latte ein.

Immer mehr sah man jetzt die Verunsicherung beim AEV, und Goalie Deslauriers musste oft sein ganzes Können aufbieten, um die Fehler seiner Vorderleute auszubügeln.

... und treffen in der Drangphase des AEV

Auch im Schlussabschnitt hielt er das Tor leer und sein Team im Spiel. Jetzt hatten die Panther auch endlich wieder den Vorwärtsgang gefunden und belagerten Beskorowanys Gehäuse. Aber genau in dieser besten Phase der Augsburger passierte es: Ein einzelner Entlastungsangriff, und diesmal griff Deslauriers daneben - das dritte Nürnberger Tor hatte Slapstick-Charakter: Yasin Ehliz überlistete den hektischen Deslauriers im zweiten Versuch und lupfte den Puck über den am Boden liegenden Torhüter - die endgültige Entscheidung. Zum Glück fürs Torverhältnis trafen die Nürnberger in der Schlussminute bei zwei Versuchen das leere Tor nicht, und so blieb es beim 0:3 (0:1, 0:1, 0:1). Mike Stewart nach dem Spiel: "Es tut weh! Weil jeder weiß worum es geht. Wir haben uns bemüht, aber leider nicht genug"

Stellte sich Nürnbergs "Ersatztorhüter" mit einem Shut-out beim neuen Club vor?

Nach hartnäckigen Gerüchten im Curt-Frenzel-Stadion und im AEV-Forum soll sich der letztjährige "Spieler des Jahres" (damals führte er Düsseldorf ins Halbfinale) mit diesem Shut-out (kein Gegentor - etwas, was bisher weder Meisner noch Deslauriers geschafft haben) bei seinem neuen Arbeitgeber vorgestellt haben, denn Tyler Beskorowany soll zur kommenden Saison nach Augsburg wechseln. Am Freitag zeigte er sich von seiner besten Seite, vereitelte vor allem im ersten Drittel und im Schlussabschnitt viele hochkarätige Chancen.

Am Sonntag nach Mannheim - dann ist Ligapause

Am Sonntag muss der AEV nach Mannheim reisen, dann ist eine Woche spielfrei. Am nächsten Wochenende findet im Curt-Frenzel-Stadion der alljährliche Bambini Cup statt, das nächste Heimspiel der "großen Panther" steigt erst am 21.02. gegen die Eisbären Berlin.

Auch nach den zuletzt fünf Niederlagen: Die Playoffs sind noch immer erreichbar, denn die Konkurrenz um Platz 10 schwächelt ebenso. Der AEV ist aktuell nur einen Punkt hinter Ingolstadt und Köln, zu Hamburg sind es zwei, und Straubing ist drei Punkte vorn. Weiterer Vorteil für Augsburg: Im Endspurt müssen noch Hamburg, Ingolstadt und Straubing im Curt-Frenzel-Stadion antreten.

mehr Bilder vom Spiel und der Choreographie der Fans in der Bildergalerie
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