Fußballtraining für Asylbewerber

Raus aus der Sammelunterkunft, rein ins Trikot: Asylbewerber treffen sich jetzt regelmäßig zum Fußballtraining. Engagierte wie Manfred Lamprecht und Andreas Dörr machen es möglich.

Die deutsche Sprache erlernen und die Möglichkeit, ein regelmäßiges Fußballtraining zu erhalten. Das waren die vordergründigen Wünsche der größtenteils aus Syrien und Eritrea kommenden Asylbewerber in der Unterkunft an der Ziegeleistraße. Die Stadträtin Barbara Lamprecht und ihr Mann Manfred haben Letzteres nun in die Tat umgesetzt. Dafür konnten sie sogar prominente Unterstützung mobilisieren. Andreas Dörr, einstiger Mannschaftskapitän des heutigen Bundesligisten FC Augsburg, trainiert künftig die Flüchtlinge.

Bis es jetzt allerdings soweit war, verging einige Zeit. Den weitergegebenen Wunsch nach Fußballtraining äußerte Ira Bodenmüller von der Diakonie Augsburg, die die Flüchtlinge in Gersthofen betreut, Ende November bei der Übergabe von Fahrrädern an Asylbewerber durch die örtliche Kolpingfamilie. Stadträtin Barbara Lamprecht, die auch zweite Kolping-Vorsitzende ist, schnappte den Wunsch auf. Daraus entwickelte sich dann eine private Hilfsaktion.

"Meine Frau sagte mir, dass in der Familie ich der derjenige sei, der am besten für Sport zuständig sei", meinte Manfred Lamprecht lächelnd. Und so kümmerte er sich um die Realisierung des Wunsches der Asylbewerber.

Lamprecht - übrigens einer der beiden Spielleiter der legendären Kol-La-Faschingssitzungen - nahm Kontakt mit Sportgeschäften auf. Von ihnen erhielt er für die gute Sache Ausrüstungsutensilien und Schuhe. Er machte sogar Trikots und einen Lederball für jeden locker.

Schließlich galt es noch, das Fußballtraining unter profunder Anleitung durchzuführen. Hier stieß Manfred Lamprecht bei Andreas Dörr auf offene Ohren. Der frühere Mannschaftskapitän des FC Augsburg erklärte sich ohne Umschweife bereit, das Training der jungen Asylbewerber durchzuführen.

Im Vorfeld signalisierten 22 Interessenten ihr Kommen. Zum Trainingsauftakt auf dem Fußballfeld der Sportanlage-Süd an der Schubertstraße fanden sich dann auch fast alle Trainingswillige vollzählig ein. Mit Elan und auch ein wenig Stolz streiften sie die orangefarbenen Trikots über und schnürten beherzt die neuen Fußballschuhe.

Disziplin, Respekt und Fairness


Trainer Andreas Dörr, der von Werner Kamm als Co-Trainer unterstützt wird, fand dann auch gleich zum Auftakt klare Worte. Er beschwor - auf Englisch - das Miteinander, sprach von Zielen und Disziplin, aber auch von Respekt und Fairness. Vorerst ist das Training seiner Schützlinge einmal wöchentlich angesetzt.

Manfred Lamprecht ist über die Entwicklung sehr erfreut. "Fußball fördert Integration und leistet Hilfe zur Völkerverständigung", meint er. Darüber hinaus vermittle er den jungen Asylbewerbern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und Kontakt zu anderen.
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