Gebrauchter Tag für Jeff Deslauriers: AEV verliert 3:5

Über 5.200 Zuschauer wollten den runderneuerten AEV in die Saison starten sehen, aber nach der Ehrung für den im Sommer verstorbenen Ehrenspielführer Paul Ambros gab es nicht mehr viel zu feiern. Denn nach knapp zehn Minuten lag Augsburg gegen Krefeld mit 0:3 zurück – ein Vorsprung, den der stark kämpfende AEV nicht mehr egalisieren konnte.

Ehrung für Paul Ambros – seine Nummer 5 wird nie mehr vergeben


Paul Ambros war maßgeblich am Eishockey-Boom in Augsburg Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre beteiligt. Der Füssener führte Curt Frenzels Verein als Kapitän erstmals in die Bundesliga und sorgte dort für ein regelmäßig ausverkauftes Haus. Im Juni starb er 82-jährig, was Grund war für die Ehrung vor dem Start in die Saison 2015/16: Sein Trikot wurde neben Duanne Moesers unters Hallendach gezogen, seine Rückennummer 5 wird nie wieder vergeben, und die Fans verabschiedeten ihn mit einer tollen Choreographie.

Start zum Vergessen: Effiziente Pinguine erwischen Deslauriers auf dem falschen Fuß


Die Mannschaft versuchte in Ambros‘ Sinn zu spielen und setzte Krefeld von Beginn an unter Druck – leider ohne Erfolg. Anders die Pinguine: Supis überwand Jeff Deslauriers in der vierten Minute mit einem verdeckten Weitschuss zum ersten Mal, keine zwei Minuten später war es Hauner, der in Überzahl frei vor dem Tor zum Abschluss kam, und auch die nächste Strafe gegen Lamb zog einen Gegentreffer nach sich: Ein Weihager-Schuss konnte nicht geklärt werden, und St-Pierre verwandelte den Rebound. So hatten sich Fans und Trainer Stewart den Start in die Saison sicher nicht vorgestellt: Der AEV mit Druck und guten Möglichkeiten, aber der effiziente Gegner macht aus zwei Chancen drei Tore. Positiv: Trotzdem ließ sich das Team nicht hängen, kreierte weiter ein Chancenplus, aber scheiterte immer wieder an Klein im Pinguine-Tor oder zielte knapp daneben.

Drei Tore binnen 35 Sekunden: AEV startet Aufholjagd nach 1:5-Rückstand


Das Mitteldrittel begann turbulent mit drei Toren innerhalb von 35 Sekunden, davon aber nur eines für Augsburg: Dem letzten Neuzugang Ben Hanowski gelang der erste Saisontreffer zum 4:1 (20:56), aber 14 Sekunden zuvor hatte Driendl schon vierte für Krefeld erzielt, und weitere 21 Sekunden darauf erstickte Weihager den AEV-Jubel. Nach diesem 5:1 wechselte Mike Stewart den Torhüter, für den unglücklich agierenden Jeff Deslauriers stand jetzt Ben Meisner im Tor. Der hielt sein Tor sauber, auch bei zwei Überzahlsituationen gelang Krefeld kein weiterer Treffer. Auf der anderen Seite platzt endlich bei Augsburg der Knoten: Mike Iggulden im Powerplay in der 35. Minute und Derek Dinger mit einem abgefälschten Distanzschuss (38. Min.) ließen Augsburg wieder hoffen.

Die Moral im Team stimmt: Der AEV belagert Krefelds Tor


Dass Mike Stewarts Mannschaft Kondition genug hat für 60 Minuten zeigte sich im Schlussabschnitt, wo Krefelds Klein mit Schüssen eingedeckt wurde. Aber Pech im Abschluss – beispielsweise kullerte ein Matsumoto-Schuss die Torlinie entlang – und ein reaktionsschneller Klein verhinderten die Aufholjagd. So feierten gut 100 Krefelder Fans den Auswärtssieg, während 5.000 Augsburger trotz der ersten 21 Minuten auf die Moral des „neuen AEV“ stolz sein konnten. Wie auch der Trainer, der in der Pressekonferenz meinte „Ich habe heute viele gute Dinge gesehen, nämlich ein Team, das trotz hohen Rückstands nie aufgibt und sich ins Spiel zurückkämpfen kann. Für JD war das heute allerdings ein schwarzer Tag. Es gab viele unglückliche Tore, bei denen er den Puck nicht gesehen hat."

Am Sonntag muss der AEV beim Vizemeister Ingolstadt ran, mit dem Willen der letzten beiden Krefeld-Drittel und einem gut aufgelegten Goalie ist dort was zu holen.

Augsburger Panther – Krefeld Pinguine 3:5 (0:3, 3:2, 0:0)

Tore:
0:1 (4. Min.) Supis (Mebus)
0:2 (6. Min.) Hauner (Vasiljevs, Driendl) PP
0:3 (9. Min.) Collins (St-Pierre, Eriksson) PP
0:4 (21. Min.) Driendl (Hauner, Vasiljevs)
1:4 (21. Min.) Hanowski (Matsumoto)
1:5 (22. Min.) Weihager (Schymainski, Hagos)
2:5 (35. Min.) Iggulden (Lamb, Mancari) PP
3:5 (38. Min.) Dinger (Weiß, Lamb)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.