Glücklose Panther fighten bei Meister München - werden aber nicht belohnt

Zwischentief: Der AEV rutscht nach zuletzt drei Niederlagen ins DEL-Mittelfeld ab.
 
Ausgerutscht: Jonathan Boutin
München: Olympiaeisstadion |

Der EHC RB München läuft während des Oktoberfests in Wiesn-Trikots auf, statt der üblichen karierten Hemden tragen die Spieler heuer blau-graue Trachtenjanker. Wären diese nicht mit dem Logo des namensgebenden Hauptsponsors verschandelt, sie sähen ganz passabel aus. Mehr als passabel war das Spiel des EHC: Der amtierende Meister kam zurück nach einer 1:0-Panther-Führung, drehte mit vier unbeantworteten Treffern im Mitteldrittel das Spiel und verhinderte im Schlussabschnitt trotz des 4:2-Anschlusstreffers der Panther eine erfolgreiche Aufholjagd.

Nach vier Spielen mit Ben Meisner im Tor setzte Coach Stewart im Derby wieder auf Jonathan Boutin, der sich wie sein Gegenüber Leggio von Beginn an nicht über Langeweile beklagen konnte: LeBlanc scheiterte schon in der ersten Minute an Leggio, Christensen an „Boots“. Bei fünf gegen fünf sah Augsburg einen Tick besser aus, aber weil beide Teams nach den Freitagsniederlagen etwas gutzumachen hatten wurde das Spiel robuster und meist von den Special Teams geführt. So gab es im Vergleich zum Freitag – da wurden gegen beide Teams nur je zwei Strafminuten ausgesprochen – bereits im ersten Drittel des Derbys eine Strafzeitenflut: Erst durfte der AEV fast eine Minute lang sogar mit zwei Mann mehr angreifen, dann hatten die Münchner vier Minuten lang Powerplay. Tor fiel dabei keines, auch nicht kurz vor Drittelende, als erst Aleksander Polaczek ein dummes Foul neben dem Schiedsrichter beging, gefolgt von einem noch dümmeren durch EHC-Raubein Steve Pinizzotto, der so die Überzahl neun Sekunden vor der Sirene beendete.

Frisch vom Sünderbänkchen:
Raubein Pinizzotto dreht das Spiel

Polaczek kam eine Sekunde nach Drittelbeginn zurück und der AEV startete mit fast zwei Minuten Powerplay ins Mitteldrittel. Doch statt die Führung aus der 15. Minute auszubauen, das 1:0 durch David Stieler, der nach einem gewonnenen Bully einen Lamb-Schuss unhaltbar abgefälscht hatte, kam Pinizzotto zurück aufs Eis, parkte sofort vor Boutin und traf aus kurzer Distanz zum Ausgleich. Keine sieben Minuten später dasselbe Spielchen: Pinizzotto muss sich wieder zwei Minuten lang ausruhen, während denen Matt White die restlichen vier Münchner austanzt, aber am Eisen des Kreuzecks scheitert. Und kaum ist Pinizzotto zurück von der Strafbank trifft er wieder, gefolgt vom 3:1 keine Minute später durch Joslin. Der hatte genau auf Mannschaftskamerad Christensen gezielt, der Stürmer war im letzten Moment aus der Schussbahn gerutscht und der Puck schlug neben dem überraschten Boutin im Winkel ein.

Nachdem Augsburg bis dahin gleichwertig agiert hatte, schnürte München nach dem Doppelschlag die Panther im Verteidigungsdrittel ein. Der AEV verlor den Zugriff aufs Spiel, die Oberbayern spielten mit weiten Querpässen eine Taktik, auf die die schwäbische Defensive keine Antwort wusste. So auch beim 4:1: Querpass auf Mauer, der direkt verwandelt. Die drei Tore fielen in der 29., 30. und 34. Minute, fünf starke Minuten reichten dem Meister, um nach dem Glück bei Whites Blechtreffer die Partie zu drehen.

Natürlich gab Augsburg das Spiel gegen die starken Oberbayern noch nicht verloren, fightete im Schlussabschnitt zurück und kam nach einem Alleingang von Daniel Schmölz zum verdienten Ausgleichstreffer. Der fiel in der 51. Minute zwar spät, aber neuneinhalb Minuten reichten schon oft für zwei Tore. Nicht so auf dem Oberwiesenfeld, denn der gefrustete Trevor Parkes fuhr nach einer verpassten Großchance einen Münchner über den Haufen, kassierte dafür 2+10 Strafminuten wegen Checks gegen den Kopf und ermöglichte so dem EHC auch noch einen Powerplay-Treffer zum 5:2-Endstand.

Zwei Heimspiele am Dienstag und Donnerstag

Viel Zeit um zurück in den Rhythmus zu kommen haben die Panther nicht: Am Dienstagnachmittag um 14:00 Uhr gegen Schwenningen und am ungewohnten Donnerstagabend gegen Wolfsburg stehen schon die nächsten beiden Heimspiele im Curt-Frenzel-Stadion an, am Sonntag um 14:00 Uhr folgt das schwere Spiel in Berlin.
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