Hattrick von Shugg: AEV siegt gegen München

Der Derbysieg war kein Kinderspiel, auch wenn hier zwei Buben jubeln. Das tun sie das ganze Jahr im Park am Eisstadion, aber heute nach dem Sieg gegen München ganz besonders.
 
So feiert der Derbysieger

In einem dramatischen und hochklassigen Spitzenspiel punktet der AEV erstmals in dieser Saison gegen den EHC RB München. Es hätten auch drei Punkte sein können, aber München egalisierte in der Schlussphase einen 2:5-Rückstand. In der letzten Minute der Verlängerung krönte Justin Shugg seine herausragende Leistung: Er verwandelte einen Penalty und verhinderte so das Penaltyschießen. In der regulären Spielzeit hatte er bereits zweimal getroffen, die anderen Tore für den AEV erzielten Steffen Tölzer, Gabe Guentzel und Ben Hanowski.

mehr Fotos vom Sieg

Die ersten beiden Begegnungen hatte München gewonnen, im dortigen Olympiaeisstadion war Augsburg chancen-, beim Heimspiel glücklos. Doch im dritten Anlauf klappte es endlich. Das Spiel ging rasant los und wogte vom Eröffnungsbully ab hin und her. München hatte zunächst mehr Puckbesitz, wurde jedoch an guten Chancen gehindert, der AEV hatte etwas weniger vom Spiel, war aber im Angriffsdrittel brandgefährlich. Ohne die zunächst arg pingeligen, dann einseitig für München pfeifenden Schiedsrichter wäre die Null auf beiden Seiten wohl noch länger gestanden.

München trifft mit Schiedsrichterunterstützung

Ab der 18. Minute fielen nämlich die Tore, beteiligt an den beiden für München die Unparteiischen, die ab diesem Zeitpunkt immer wieder einem gellenden Pfeifkonzert des ausverkauften Stadions ausgesetzt waren. Zuerst fälschte Jaffray einen Schuss von Seidenberg unhaltbar ab, was der Kapitän gleich ausmerzte: Steffen Tölzer zog einfach ab und 19 Sekunden nach Münchens Führung fiel das 1:1. Es sah kurz so aus als wäre der AEV jetzt dran, denn ein paar Sekunden danach musste endlich ein Oberbayer auf die Strafbank. Einen weiteren wie es das Regelwerk eigentlich vorsieht - Davies wurde von hinten in die Bande gecheckt - bestraften sie nicht. Mit Folgen: Es entwickelte sich aus dieser irregulären Aktion ein Konter und Brooks Macek überwand Boutin im Augsburger Tor.

Shugg und Guentzel drehen das Spiel

Im Mitteldrittel dominierte zunächst weiter der EHC, nach etwa zehn Minuten drehte der AEV richtig auf, ließ sich vom Rückstand nicht irritieren und nahm das Heft weitgehend in die Hand.

Das schnelle Spiel war wohl die Ursache, dass mehrere Sekunden lang niemandem auffiel, dass sich München zu sechst gegen einen Augsburger Angriff wehren musste - bis der Linienrichter darauf hinwies und der AEV mit seiner Paradedisziplin glänzen konnte. Im Powerplay lief der Puck auch gegen die robusten und großen Münchner gefällig, überraschende Pässe machten den Oberbayern das Leben schwer. Der Ausgleich fiel nach einem Pass von David Stieler, der Justin Shugg am Tor anspielte - und der Dezember-Zugang traf aus spitzem Winkel an EHC-Keeper Leggio vorbei zum 2:2 (30. Minute). Darauf wurde es lauter im Stadion, und der Meister wirkte angeschlagen. Keine drei Minuten später klaute Evan Trupp einem Münchner die Scheibe, passte auf Gabe Guentzel und der raste allein Richtung Leggio: Die Führung nach 32 Minuten! Es hätten noch ein paar Tore fallen können, vor allem Shugg hätte Leggio fast ein zweites Mal überrascht.

Nach 5:2 für Augsburg: München rettet sich in die Verlängerung

Das Tor holte er dann im Schlussabschnitt nach. Fünf Minuten waren gespielt, da schloss er eine Kombination von Trevor Parkes und Derek Dinger wieder über Leggios Schulter ab. Und es kam noch besser: Drew Leblanc schießt aufs Tor, Ben Hanowski fälscht ab und der EHC-Golie schimpft über seine Abwehr - zu einfach hetten sie LeBlanc schießen und Hanowski vor dem Tor gewähren lassen.

5:2, noch zehn Minuten zu spielen - eigentlich sollte das reichen für den Derbysieg. Aber München steht nicht von ungefähr an der Tabellenspitze, innerhalb von vier starken Minuten schaffen sie den Ausgleich. Erst trifft der Ex-Augsburger Daryl Boyle durchs Gewühl vor dem Tor, dann Joslin im Powerplay (54. und 57. Minute). Natürlich schwimmt jetzt der AEV. Jaffray nutzt das aus, überwindet Boutin per Bauerntrick (58. Minute). Kurz ist die Luft raus aus dem spannenden Spiel, Augsburg sortiert sich und München hat mit dem Ausgleich das Vordringliche geschafft und schaltet etwas zurück.

Shugg macht den Hattrick komplett: Sudden Death per Penalty

So geht es in die Verlängerung, die seit dieser Saison mit drei gegen drei Spieler durchgeführt wird. Wer jetzt im Puckbesitz ist kommt zu vielen Chancen, so soll das ungeliebte Penaltyschießen vermieden werden. München gewinnt das Eröffnungsbully zur Overtime und setzt sich erst einmal fest im Drittel des AEV, das entscheidende Tor verhindert Boutin. Auch Augsburg greift immer wieder an, doch auch Leggio vertagt den Sudden Death. In der letzten Minute vor dem Shoot-out bricht dann Shugg durch und kann nur durch ein Foul gestoppt werden, trifft im Fallen nur den Pfosten. Es gibt also doch einen Penalty, 19 Sekunden vor dem Penaltyschießen. Trifft Shugg zum dritten Mal an diesem Abend ist das Spiel zuende - und er verwandelt eiskalt.

Riesiger Jubel auf den Rängen und eine Spielertraube auf dem Eis feiert den Sieg gegen den übermächtig erscheinenden Gegner aus der Landeshauptstadt. Ein sensationelles, aufregendes und spannendes Eishockeyspiel endet mit dem Sieg des an diesem Abend besseren Teams.

In Köln und gegen Mannheim: nächstes Wochenende zwei weitere Spitzenspiele

Dem braucht angesichts dieser Leistung auch vor den kommenden schweren Aufgaben nicht bange sein: Am Freitag geht es nach Köln und am nächsten Sonntag steigt das nächste Spitzenspiel im Curt-Frenzel-Stadion - um 16:30 Uhr hat es der AEV mit Mannheim zu tun.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.