Kommentar: Der FC Augsburg darf absteigen – aber nicht so

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Ingolstadt oben, Augsburg unten: Alfredo Morales (FC Ingolstadt) und Alfred Finnbogason (FC Augsburg) im Zweikampf. (Foto: Klaus Rainer Krieger)

Der FC Augsburg taumelt der zweiten Liga entgegen – und lässt dabei all das vermissen, was ihn in seinen sechs Jahren Bundesliga ausgezeichnet hat. Besonders fehlt das Immer-Alles-Geben und das Niemals-Aufgeben. Der FCA darf absteigen: Aber nicht so.

Der FC Augsburg gehört zu den vier etatschwächsten Vereinen der Fußballbundesliga. Das hat sich im sechsten Jahr Erstligazugehörigkeit und trotz Europapokalteilnahme nicht geändert. Dass Geld zwar keine Tore schießt, beweist der FCA in dieser Saison höchstselbst.

Nie wurde ein Kader des bayerisch-schwäbischen Fußballklubs üppiger verstärkt als in dieser Spielzeit – wobei man fairerweise anmerken muss, das sich andere Mitbewerber einzelne Spieler für die 20 Millionen Euro leisten, die Augsburg insgesamt investierte.

Kommt es dann, dass Neuzugänge so gar nicht einschlagen, wie etwa Usami und Schmid, und andere lange ausfallen, wie Finnbogason und Gouweleeuw, dann kriegt eine Mannschaft wie der FC Augsburg nun einmal Probleme. Die darf ein kleiner Bundesligist jederzeit haben – und ihn dürfen auch mal dicke Abstiegssorgen plagen. Kein Ding – auch für die Fans. Die könnten sich schließlich sonst gute 80 A 8-Kilometer Richtung Osten einem Verein zuwenden, der solche Probleme nicht hat.

FC Augsburg gegen Köln: ausverkauft

Tun sie freilich nicht, sondern unterstützen ihren FCA weiterhin (fast) bedingungslos: Auch das Köln-Spiel ist bereits ausverkauft.

Diese Menschen aus der Region, die es mit dem FC Augsburg halten, könnten ihrem Verein, wenn überhaupt, nur kurz böse sein, sollte er in die zweite Liga müssen. Dafür gibt es allerdings eine Voraussetzung: Die Mannschaft muss alles aus sich rausholen. Sie muss sich verausgaben, rennen, grätschen, kratzen und wenn’s sein muss beißen.

Wie ein zwei Wochen alter Zwetschgendatschi

Doch das ist ihr irgendwo zwischen Freiburg und München abhanden gekommen. In den Heimspielen gegen RB Leipzig und mit Abstrichen gegen den SC rief das Team all das ab. Spätestens seit der Länderspielpause läuft die Baum-Elf jedoch mit einer Körpersprachen eines zwei Wochen in der Sonne gelagerten Zwetschgendatschis über den Rasen.

Wo sind die Führungsspieler des FCA?

Es braucht jetzt einen – sei es ein (neuer) Trainer oder die Führungsspieler der Mannschaft, Hitz, Baier und Verhaegh – der den FCA wachrüttelt, der den AbstiegsKAMPF wieder in die derzeit leblose Truppe bringt, die sich ihrem Schicksal ja fast schon zu ergeben scheint.

Denn noch ist eben nichts verloren, die Mannschaft kann dem Abstieg noch immer aus eigener Kraft entkommen. Daher sollte sie sich jetzt darauf besinnen, wofür sie von ihrem Anhang geliebt wird: niemals aufgeben.

Wenn es dann am Ende nicht reicht – Schwamm drüber. Denn: Der FC Augsburg darf absteigen – aber nicht so.
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3 Kommentare
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Friedhelm Kalkbrenner aus Augsburg - Haunstetten | 10.04.2017 | 23:22  
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Hans Meixner aus Diedorf | 12.04.2017 | 14:41  
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Dieter-MrACE Strehl aus Großaitingen | 13.04.2017 | 17:53  
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