Leverkusen schießt zwei Tore und verliert dennoch zwei Punkte

Mit Glück, Leverkusener Unvermögen und einem glänzend aufgelegten Marvin Hitz sichert sich der FCA einen Punkt in Leverkusen. Das war erst der zweite Punktgewinn der Augsburger gegen Bayer 04 Leverkusen überhaupt, den ersten Punkt gab es bei dem denkwürdigen 2:2 im Februar als Marvin Hitz in der Nachspielzeit traf.

Zumeist hatte der FCA gegen die Werks-Elf immer ganz gut mitgespielt, aber diese erwies sich am Ende zumeist als zu clever. Heute hätte sich Matavz als clever erweisen können und in der 80. Minute das 2:1 erzielen können. Dass Matavz überhaupt die Gelegenheit dazu hatte, verdankte der FCA einem Slapstick-Eigentor von Bernd Leno und zahlreichen Paraden seines Keepers.

Beide Teams traten mit mächtigem Frust nach ihren Niederlagen in den internationalen Spielen an. In der Liga haben Bayer und der FCA jeweils erst sieben Tore erzielt. Leverkusen schaffte es mit diesen sieben Toren immerhin 13 Punkte zu holen, Augsburg ganze vier. Damit rutschte der FCA während des Spieltages auf den vorletzten Platz. FCA-Coach Weinzierl hatte im Vergleich zum Duell gegen Belgrad auf vier Positionen umgestellt. Klavan rückte für Hong wieder in die zentrale Verteidigung. Stafylidis ging hinten links in die Verteidigung für Feulner. Ji ging raus, dafür kam Kohr ins Mittelfeld. Und Esswein ersetzte Matavz.

Augsburg war zu Beginn der Partie hellwach. Zuerst verzog Altintop, nach einem Zuspiel von Koo, seinen Schuss am Tor vorbei. Nach einem abgefangenen Fehlpass von Calhanoglu kam Daniel Baier zum Schuss – der Ball ging übers Tor. Da waren gerade einmal vier Minuten gespielt. Und die Elf von Markus Weinzierl blieb dran am Gegenspieler und übte viel Druck aus. Aber wirkliche Torchancen sprangen nicht heraus. Aber wenn es mit dem Tore schießen mal nicht so recht klappen will, muss halt manchmal ein wenig Glück helfen. Nach einem Rückpass semmelte Leverkusens Torhüter Bernd Leno, der unter der Woche in die Nationalmannschaft berufen wurde, über den Ball und dieser kullerte zum 1:0 für den FCA ins Tor.

Nach dem Tor zog sich Augsburg immer weiter in die eigene Hälfte zurück. Man wollte hinten sicher stehen, auf das eigene schnelle Umschaltspiel setzen und es vor allem vermeiden, in einen Leverkusener Konter zu laufen. Zwar stand der FCA hinten recht sicher, denn außer einem Freistoß (30. Minute) sprangen zunächst keine gefährlichen Möglichkeiten für die Leverkusener heraus. Der Druck der Werks Elf nahm von Minute zu Minute zu und die Fuggerstädter schafften es nicht mehr, sich aus der eigenen Hälfte zu befreien. Trotz des Drucks kam der Ausgleich in der 40. Minute dann wie aus dem nichts, denn den Leverkusener ersten Torschuss markierte Javier Hernandez in der 40. Minute. Nach einem verlorenen Zweikampf im Mittelfeld, wurde der Ball über die Außen scharf zwischen der Viererkette und dem Mittelfeldriegel hereingespielt. Der Ball landete bei Javier Hernandez, der von der Strafraumgrenze abzog. Der Schuss prallte vom Pfosten, an dem am Boden liegenden Marvin Hitz vorbei, zurück in den Strafraum – dort reagiert Karim Bellarabi am schnellsten und erzielt den Ausgleich. Beinahe hätten die geschockten Augsburger kurz vor der Pause direkt das 2:1 hinnehmen müssen. Aber Hitz reagierte mit einer Wahnsinnsparade und lenkte den Ball ins Aus.

Nach der Pause kam Leverkusen druckvoll aus der Kabine, es spielte nur eine Mannschaft – Leverkusen. Die Bayer Elf erspielte sich einige gute Gelegenheiten und scheiterte dabei entweder an Marvin Hitz oder am eigenen Unvermögen. Eine dieser guten Gelegenheiten war der Schuss von Lars Bender aus der 49. Minute. Hitz war noch mit den Fingerspitzen dran und spitzelte den Ball um den Pfosten. Unvermögen – in der 70. Minute rutschte Calhanoglu beim Schuss weg und der Elfmeter ging übers Tor. Das wäre aus Augsburger Sicht aber auch unglücklich gewesen, denn dem Angriff vor dem Elfmeter ging eine Abseitsposition voraus und im Strafraum wurde Jan Ingwer Callsen Bracker in den Ball reingestoßen und spielte so unabsichtlich den Ball mit der Hand. Nur drei Minuten später war Hitz wieder zur Stelle, der einen Freistoßhammer von Calhanoglu entschärfen konnte.

Danach war bei Leverkusen erst einmal die Luft raus und Augsburg konnte sich wieder etwas mehr befreien und hatte sogar die Chance auf den Siegtreffer. In der 80. Minute ließ Alexander Esswein bei einem Konter seinen Gegenspieler im Leverkusener Gegenspieler im Strafraum aussteigen und legte dann in den Lauf des eben erst eingewechselten Matavz quer. Doch der kam nicht vom Fleck und die Chance auf den Sieg war dahin.

In der 91. Minute hatte Augsburg Glück. Beinahe hätte Dominik Kohr nach einer scharfen Hereingabe den Ball ins eigene Tor bugsiert. In der 94. Minute ist es wieder Marvin Hitz, der das Unentschieden festhält. Hatte Augsburg in den letzten Wochen immer wieder einmal Pech, so waren beim heutigen Punktgewinn eine große Portion Glück und eine starke Leistung von Marvin Hitz dabei.
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