Mehr als 20 Verletzte, zahlreiche Strafverfahren: Die Polizeibilanz nach dem "Hochrisikospiel"

Pyro im Gästeblock: Die Löwenfans lösten in der Partie ihrer Mannschaft bei der U23 des FC Augsburg eine minutenlange Spielunterbrechung in der WWK Arena aus. (Foto: Klaus Rainer Krieger)

Am Sonntag fand die Regionalligapartie der U23 des FC Augsburg gegen den TSV 1860 München statt. Die Polizei zieht ihre Bilanz der als "Hochrisikospiel" eingestuften Partie.



Aufgrund des großen Interesses in beiden Fanlagern und der bekannten Rivalität zwischen den jeweiligen Ultra-Gruppierungen war das Spiel vom Rosenaustadion in die WWK-Arena verlegt worden. "Die polizeiliche Lagebeurteilung hat sich am Spieltag voll bestätigt", heißt es im abschließenden Einsatzbericht.

Auseinandersetzung in der Innnenstadt

Zu einer größeren Auseinandersetzung kam es schließlich etwa eineinhalb Stunden nach Spielende in der Augsburger Innenstadt. "Dort trafen gegen 18.40 Uhr am Moritzplatz mehrere gewaltbereite FCA- und Löwen-Ultras aufeinander", heißt es im Polizeibericht.

Trotz Anwesenheit von Kräften der Bereitschaftspolizei entwickelte sich sofort eine körperliche Auseinandersetzung, die sich vom Judenberg zum Hunoldsgraben hinzog.

Pfefferspray, 20 Verletzte, 42 Strafverfahren

"Die Einsatzkräfte mussten sowohl mit Pfefferspray als auch mit Schlagstockeinsatz gegen die Randalierer vorgehen, um die Schlägerei zu unterbinden und Angriffe auf sich selbst abzuwehren", beschreibt die Polizei den Einsatz.

Mehr als 20 Personen, die an der Auseinandersetzung beteiligt waren, erlitten durch den Pfeffersprayeinsatz Augenreizungen und wurden vor Ort vom Rettungsdienst behandelt.

Gegen 42 Beschuldigte wurde ein Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet.

Kein Zusammenstoß am Königsplatz

Einen derartigen Zusammenstoß hatte die Polizei am Vormittag noch verhindert. Bereits vor Spielbeginns hielten sich im Bereich des Königsplatzes etwa 200 Angehörige der Augsburger Ultra-Szene auf, um die durch die Löwen-Fans angekündigte „Invasion“ des Platzes zu verhindern.

Mehrere Hundert Löwen-Fans kamen kurz vor 11 Uhr mit einem Zug aus München am Augsburger Hauptbahnhof an. "Unter ihnen waren auch etwa 200 Personen, die der Ultra-Bewegung zuzuordnen waren", schreibt die Polizei. "Nur durch ständige polizeiliche Präsenz war es möglich, Konfrontationen der beiden Ultra-Gruppen im Innenstadtbereich zu verhindern", heißt es weiter.

Ein Bus und zwei Straßenbahnen beschädigt

An der Haltestelle Universität kam es durch einen bislang unbekannten FCA-Ultra zu einem Angriff auf eine mit Löwen Fans besetzte Straßenbahn. Der Unbekannte warf aus einer größeren Menschenmenge heraus eine Bierflasche gegen die vorbeifahrende Tram, wodurch eine Seitescheibe zersplitterte.
Verletzt wurde dabei keiner der Fahrgäste.

Eine zweite Straßenbahn wurde durch Löwen-Anhänger derart verunreinigt und mit TSV-Aufklebern plakatiert, dass sie ebenfalls aus dem Betrieb genommen werden musste. Darüber hinaus beschädigten unbekannte Löwen-Anhänger einen Shuttle-Bus der Stadtwerke Augsburg, indem sie die Türverankerung herausrissen. Die genaue Schadenshöhe ist laut Polizei derzeit noch nicht bezifferbar.

Polizei nimmt rund 20 Fans in Gewarhsam

Insgesamt wurden im Vorfeld des Spiels sowie während der Partie rund 20 Personen aus beiden Fanlagern zumindest kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Gegen mehrere Beschuldigte
wurden Strafverfahren wegen Körperverletzung, Beleidigungen oder Verstößen gegen das Versammlungsgesetzt eingeleitet.

"So konnten u.a. Vermummungsgegenstände oder sogenannte Schutzbewaffnungen (Zahnschutz) bei diesen aufgefunden werden", schreibt die Polizei.
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