Mike Stewart nach Panther-Sieg gegen die DEG: "Noch viel Arbeit vor uns"

"Er hat uns gerettet": Stewart lobte Goalie Olivier Roy vor allem für seine starke Leistung im zweiten Drittel. (Foto: David Libossek)
 
Der andere Held des Abends: Nicolas Lange feierte mit anderen Kindern vom Bunten Kreis und den Spielern den Sieg im "Spiel der Herzen" gegen die Düsseldorfer EG: (Foto: David Libossek)



Die Augsburger Panther besiegen die Düsseldorfer EG im "Spiel der Herzen" mit 2:1 nach Penaltyschießen. Panther-Trainer Mike Stewart sieht trotz nunmehr dreier Erfolge in Serie "noch viel Arbeit". Lob hat er indes für Goalie Olivier Roy und Torschützen Simon Sezemsky. Der andere Held des Abends ist ein Bub mit Down Syndrom.

Der begeisterndste Moment des Abends im Curt-Frenzel-Stadion trug sich nach der Partie zu. Eigentlich schwer vorstellbar, nach einem derart nervenaufreibenden DEL-Spiel, das erst mit dem zehnten Penalty entschieden wurde. Es war der Augenblick des Nicolas Lange.

Nein, er ist kein kurzfristig verpflichteter Panther-Spieler, sondern ein Bub mit Down-Syndrom, der vom Bunten Kreis unterstützt wird. Für die Organisation, die sich um kranke Kinder in der Region kümmert, veranstaltete der Augsburger Eishockeyclub zum dritten Mal das sogenannte "Spiel der Herzen", bei dem die Fans im Stadion gegen eine Spende blinkende rote Herzen erwerben. Bei 5362 Zusehern kamen am Freitagabend 20.000 Euro zusammen.

Die bewegenden Augenblicke mit Nicolas Lange

Das - und freilich auch den eminent wichtigen Sieg - feierten die Kinder des Bunten Kreises gemeinsam mit den AEV-Profis auf dem Eis. Nach der ersten Laola riefen die Augsburger Fans Nicolas noch zwei weitere Male alleine für eine Welle zurück vor die Kurve. Der Bub lachte, der Panther-Anhang tat es ihm gleich.

Das rote Herz am Sakko von Trainer Mike Stewart blinkt noch immer, als er später im Presseraum den Reporten gegenübertritt. Mehrfach betont er, wie wichtig dieses Match für den guten Zweck gewesen ist - und, es letztlich zu gewinnen.

Stewart: "Das habe ich noch nie gesehen"

"Es war Entertainment pur", sagt er, kommt dann aber nicht umher, anzufügen, "aber für den Trainer. . .". Dann schnauft er hörbar aus und schüttelt kurz den Kopf. Das Penaltyschießen bis zum zehnten Schuss hat Stewart offensichtlich an seine nervlichen Grenzen getrieben.

Umso größer war die Erleichterung nach dem entscheidenden, wenn auch kuriosen Penalty von Mark Cundari: "Einen Slapshot auf einen Breakaway, das habe ich noch nie gesehen", bemerkt Stewart und lacht.

"Ich dachte jetzt, jetzt, jetzt"

Aber auch die Overtime trieb Stewart und auch die Fans bereits ans Limit ihrer Belastbarkeit. Absurd, wie die Panther in zeitweise zweifacher Überzahl Chancen liegen ließen und mehrfach am "ausgezeichneten" Dan Bakala scheiterten: "Ich hab gedacht, 'jetzt, jetzt, jetzt', aber er hat alles zunichte gemacht", lobt der Panther-Trainer den Torhüter, der erst im zweiten Drittel für den angeschlagenen Mathias Niederberger ins Spiel kam.

Aber auch sein Goalie, Olivier Roy, erhielt Anerkennung: Vor allem in den letzten zehn Minuten des zweiten Drittels, "da hat uns Roy gerettet". Die schwächste Phase der Panther und gleichzeitig die stärkste der DEG. Nach dem Gegentor zum 1:1 durch Manuel Strodel "sind wir zu passiv geworden und Düsseldorf war bissig und hat gut gearbeitet". Und hatte gute Möglichkeiten.

"Roy ist Stand jetzt die Nummer eins" - Stewart schwärmt von Sezemsky

Doch zwischen den Pfosten stand eben der hervorragend aufgelegte Roy. "Stand heute ist er die Nummer eins, weil er gewonnen hat", legt sich Stewart fest. "Seine Ausstrahlung ist ruhig, in Köln wird er auch spielen."

Wohl ebenfalls wieder im Aufgebot: Simon Sezemsky. Nicht nur ob des Tores zum Augsburger 1:0 hat er laut Stewart "seine Chance genutzt". Der Coach gerät regelrecht ins Schwärmen: "Simon ist ein Powerplay-Verteidiger, er hat gute Hände, er hat einen guten Überblick und ist intelligent."

"Wir haben noch viele Arbeit vor uns"

Jetzt stehen drei Auswärtsspiele in Folge an. Zwei davon vor Weihnachten, gegen die Kölner Haie und gegen die Adler Mannheim. Der Plan: Samstagmorgen Training, dann neun Stunden Busfahrt nach Köln, dort eine Trockeneinheit, Spiel am Sonntag, Übernachten, Fahrt nach Mannheim, Training, dann Spiel gegen die Adler am Dienstag.

Eine Herausfordeurng, das ist Stewart freilich klar. "Wir sind happy mit den Erfolgen aus den letzten drei Spielen", sagt er, um gleich einzuschränken: "Aber wir müssen enger und aggressiver spielen. Ganz ehrlich, wir haben noch viel Arbeit vor uns." Sprach's und wünschte vorab allen Reportern per Handschlag "Merry Christmas".
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