Nach dritter Niederlage in Folge: AEV rutscht aus den Playoff-Plätzen

Dustin Strahlmeier im SERC-Tor (hier beim Spiel in Augsburg) hielt auch zuhause hervorragend - einzig Trevor Parkes konnte ihn im Powerplay überwinden. Die Flaute der anderen AEV-Stürmer - nur zwei Tore in den letzten drei Spielen - hält an.
Villingen-Schwenningen: Helios Arena |

Zum letzten Spiel vor der Deutschland-Cup-Pause und nach drei Matches gegen die Top 3 ging es für die Augsburger Panther zum Tabellennachbarn Schwenningen. Traditionell tut sich Augsburg bei den anderen Schwaben der DEL schwer, und traditionell lag man nach zwei Dritteln hinten; die herausragende Reihe Höfflin, Giliati und Poukkula hatte den AEV zerlegt. Das Aufbäumen im letzten Drittel sorgte nur für den Anschlusstreffer, dann machte Schwenningen dicht, hielt den Sieg fest und den AEV auf Distanz: Zur Pause steht Augsburg auf Platz 11, drei Punkte hinter den ebenfalls kriselnden Haien auf dem letzten Playoff-Platz 10.

Neue Sturmformationen nach Stieler-Comeback

Dabei konnte Coach Mike Stewart wieder aus den vollen schöpfen, Davis Stieler war wieder einsatzbereit und so gab es eine neue Reihenumstellung: Der ehemalige Schwenninger Daniel Schmölz durfte in der Topreihe neben Drew LeBlanc und Nationalspieler Thomas Holzmann ran, Stieler centerte die zweite Reihe und Jaroslav Hafenrichter rutschte in die vierte Sturmformation.

Die auffälligsten Stürmer auf dem Eis standen jedoch im anderen Team: Mirko Höfflin, Markus Poukkula und Stefano Giliati zeigten vom Start weg eine glänzende Partie. Erst waren es der Finne und der Italo-Kanadier Giliati, die sich gegenseitig mehrere Großchancen auflegten, dann versuchte es Poukkola mit seinem anderen Partner: Der Finne setzte sich an der Bande gegen zwei AEVler durch, passte kurz auf Höfflin, und der zielte aus spitzem Winkel ins kurze Eck neben Jonathan Boutins Kopf: 1:0 nach knapp vierzehn Minuten, zuvor hatte auch Augsburg ein paar Chancen, danach machten die Schwenninger konsequent die neutrale Zone dicht und zwangen Augsburgs Stürmer in Zweikämpfe an der Bande, aus denen die Würtemberger oft als Sieger hervorgingen.

Finnischer Doppelpack: Poukkolas Reihe entscheidet das Spiel

Im Mitteldrittel zogen die Schwarzwälder davon. Zwar war die erste Formation um Topscorer Will Acton und China-Rückkehrer Fleury weitgehend abgemeldet, dafür bekamen die Panther die nominell zweite Reihe des SERC selten in den Griff: In der 24 Minute zockte Giliati durch die AEV-Abwehr, passte eher versehentlich zum mitgelaufenen Poukkula: 2:0, der Finne überraschte Boutin mit einen gezielten flachen Schubser, Boutins Schoner zuckte im letzten Moment zurück.

Drei Minuten später hatte Schwenningens vierte Reihe sich im Drittel der Augsburger festgespielt, Poukkula kam hinzu und schlenzte die Scheibe über Boutins Schulter in den Winkel. Jetzt nahm Mike Stewart eine Auszeit, seine Auswärts-Taktik war nach dem 0:3 hinfällig oder nicht konsequent umgesetzt worden. Im Anschluss versuchte Mark Cundari mit Härte etwas Emotionen zu wecken, übertrieb es damit aber und wurde für vier Minuten auf die Strafbank geschickt. Numerisch geschwächt kämpfte sich Augsburg zurück ins Spiel: Man ließ während der Strafzeit kaum Chancen zu und hatte selbst ein paar auf der Gegenseite, aber bei der besten - einem Breakaway von Trevor Parkes - rettete der glänzend aufgelegte Dustin Strahlmeier zweimal bravourös.

Zu Beginn des Schlussabschnitts sahen die wenigen mitgereisten AEV-Fans endlich wieder eine aggressive Angriffsaktion der Panther, leider bewegte sich nicht der Puck ins Netz, sondern nur das Tor aus der Verankerung. Aber die Augsburger versuchten es weiter: Stieler, Trevelyan und Guentzel scheiterten, die beste Chance semmelte Matt White an den Pfosten. Kurz danach das erste Powerplay des Spiels für Augsburg, und jetzt zog White den Rückpass einem (Pfosten-)Schuss vor – und Trevor Parkes trifft zum Anschluss. Schwenningen wurde kurz eingeschnürt, denn dass auch ein 0:3 gedreht werden kann hat Mike Stewarts Team im ersten Spiel gegen den SERC schmerzhaft erfahren: Im September drehten die Wild Wings einen solchen Rückstand im Curt-Frenzel-Stadion und gewannen 5:3. Daran erinnerte sich auch SERC-Coach Pat Cortina und ließ seine Jungs weiterspielen wie zuvor, worauf Augsburgs Chancen wieder schwanden.

Kleiner Lichtblick am trüben Nachmittag:
Wenigstens die Special Teams funktionieren

Wäre eine Bogenlampe von Valentine nicht auf dem Tor gelandet und wären Hollzmann und Trevelyan nicht an Strahlmeier gescheitert, die Panther hätten während ihres zweiten Powerplays ab der 56. Minute ausgleichen können. Aber auch wenn das Überzahlspiel wie üblich ganz gut aussah fiel kein weiteres Tor, auch nicht für die Württemberger, die in der Schlussphase auch noch einmal mit einem Mann mehr spielen durften.

Eine von zwei Powerplay-Situationen mit einem Tor abgeschlossen, keines in Unterzahl kassiert – das waren die positiven Aspekte der Partie. Trotzdem sollte Mike Stewart in der Deutschland-Cup-Pause verstärkt das Penalty-Killing üben lassen und vor allem einen Weg finden, seinen Stürmern das Toreschießen wieder beizubringen: In den letzten drei Spielen trafen nur Parkes und LeBlanc, sonst herrschte kollektive Flaute.
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