Nach zwei Tagen an der Spitze: AEV verliert in Köln

Haie und Panther kreuzten schon im August die Klingen. Beim Testspiel im Curt-Frenzel-Stadion setzte sich der AEV nach Penaltyschießen durch, in Köln gewann der KEC.
 
Hielt sein Team lang im Spiel: Ben Meisner.
Köln: Lanxess Arena |

Der AEV fuhr nach einem herausragenden Spiel am Freitag, bei dem der Spitzenreiter aus Nürnberg gestürtzt wurde zu den Kölner Haien. Im Rheinland wurde der neue Tabellenführer enttrohnt, nach zwei Tagen an der Sonne und einer 3:6-Niederlage finden sich die Augsburger Panther auf einem etwas schattigeren Platz wieder: Nürnberg und die Eisbären Berlin sind vorbeigezogen.

Mike Stewart stellte nach der Devise „never change a winning team“ auf, also weiter mit Ben Meisner Tor. Der kleine Deutschkanadier hatte gegen Nürnberg seinen zweiten Shutout in der DEL gefeiert, kein Grund für Stewart also ihn auf der Bank zu platzieren. Meisner hatte gleich einiges zu tun, denn die Teams hielten sich nicht mit Taktieren und Abwarten auf. Auch sein Gegenüber Gustav Wesslau musste mehrmals eingreifen, Augsburg versuchte es mit Mike Stewarts „Panthers Hockey“, also früh und gern auch zu zweit stören und nach Puck-Steals überraschend Chancen zu kreieren, schnell von hinten heraus zu kontern und keinen Puck verloren zu geben. Köln hielt jedoch wesentlich besser dagegen als zuletzt Nürnberg, verschenkte nicht so viele Chancen und kam selbst gefährlich vors Augsburger Tor. Meisner konnte sich mehrmals gegen Haie Kapitän Ehrhoff beweisen, hielt gegen Krämmer und Lanonde, der bei Haie-Unterzahl durchgebrochen war und hielt dem Dauerbeschuss während zweier Powerplay-Minuten des KEC stand. Wesslaus größte Taten waren eine Rettung mit der Schulter gegen Matt White und beim Stoppen eines Alleingangs von Drew LeBlanc.

AEV kontert Haie Führung mit Doppelschlag

Erst nach dem KEC-Powerplay purzelten die Tore: Nach den schadlosen zwei Minuten wuchtete Ehrhoff seinen x-ten Schuss zum 1:0 ins Tor, da waren die Panther gerade wieder vollzählig auf dem Eis gewesen. Das Tor nach 15 Minuten irritierte Augsburg aber kaum, schnell wurde zurückgeschlagen, und das innerhalb von nur 13 Sekunden gleich doppelt. Beim Ausgleich waren die kölschen Fans noch am Jubeln als sich Steffen Tölzer ins Angriffsgeschehen einmischte. Der AEV Käpt’n tankte sich zentral vors Tor und lupfte den Puck am überraschten Wesslau mit der Rückhand unter die Latte. Direkt nach dem Wiederanspiel stand dann Mike Davies frei, alleingelassen vom Ex-Panther Justin Shugg. Und so ungestört von den Haien konnte der kleine Kanadier genau zielen und den Puck zur Führung ins Netz zirkeln.

Aber auch die AEV-Führung hielt nur zwei Minuten, dann schlenzte Marcel Zerressen die Scheibe durch Spieler beider Mannschaften ins Tor – die vielen Körper hatten Meisner die Sicht verstellt, er war chancenlos bei diesem Glücksschuss.

Mike Stewart hatte wohl eine andere Marschroute fürs Mitteldrittel aufgegeben, denn seine Panther agierten nun wesentlich defensiver – allerdings erst nach dem ersten Haie-Angriff, als Ben Hanowski, seine Ex-Kollegen wie Slalomstangen umkurvte und erst an Ben Meisner scheiterte. Köln drückte, Augsburg versuchte sein Glück in Kontern, ansonsten rettete man sich oft mit Icings und vertraute auf Meisner. Bei einer der wenigen Chancen scheiterte Christian Kretschmann an Wesslau, die größte Haie-Möglichkeit unterband Schiedsrichter Kopitz, der (zu) früh abpfiff: Der Unparteiische sah den Puck nach einem Hospelt-Schlagschuss sicher bei Meisner, das Spiel war bei Jones‘ Abstauber also unterbrochen und das eigentlich regelkonforme Tor für Köln zählte nicht.

Ausgleichende Ungerechtigkeit

Die Führung war jedoch nur kurz aufgeschoben: Sebastian Uvira dampfte an, erhielt einen Rückpass in den Lauf und schlenzte den Puck mit Wucht in die Maschen. Jetzt brannte es weiter im AEV-Drittel; erst entschärfte Meisner einen Onetimer samt Nachschuss von Mulock, dann war er erneut chancenlos: Nach einem Bully-Gewinn schoss Sulzer aufs Tor, Jones fälschte ins Netz ab – ein äußerst zweifelhaftes Tor, denn Jones‘ Schläger befand sich dabei vor Arvids Rekis‘ Gesicht, also mutmaßlich über der Latte, denn der Lette ist mit Schlittschuhen etwa 1,90 groß, das Tor nur 1,22 Meter hoch. Überraschenderweise gaben die Schiris den Treffer, nachdem erst die Haie durch den frühen Pfiff benachteiligt wurden waren jetzt die Panther Leidtragende und mussten ab der 37. Minute einem 2:4 hinterher rennen.

Augsburg schaltete also wieder auf Angriff um, agierte wieder aggressiver und offensiver. Leider glücklos, weder in den letzten Minuten des zweiten Drittels noch im Schlussabschnitt: Jaroslav Hafenrichters Pass erreichte den aussichtsreich postierten Kretschmann nicht, Trupp scheiterte aus kurzer Distanz und musste im Anschluss zusammen mit Sulzer auf die Strafbank – eigentlich hatte nur der Kölner den kleinen AEV-Stürmer in den Schiedsrichter gestoßen. Als kurz darauf auch Lalonde auf dem Sünderbänkchen Platz nehmen drückte Augsburg bei vier gegen drei auf den Anschluss, scheiterte aber immer wieder – je zweimal LeBlanc und Cundari sowie Trevelyan – an Wesslau. Auch Holzmann mit einem Außenpfosten-Treffer und Stieler allein vorm Haie-Tor konnten den Schweden nicht überwinden.

In Unterzahl – Felix-Schütz saß draußen – machten die Haie dann den Sack zu: Wieder traf Jones ins Panther-Herz, und auch wenn Brady Lamb während dieses Powerplays zum 3:5 traf reichte es nicht mehr zur erfolgreichen Aufholjagd. Als die Panther alles inklusive eines weiteren Stürmers nach vorn warfen traf Gogulla noch ins verlassene AEV-Tor.

Iserlohn, München, Schwenningen: Drei Spiele in vier Tagen

Am langen kommenden Wochenende stehen drei Spiele an: Am Freitag gastieren die Iserlohn Roosters im Curt-Frenzel-Stadion, am Dienstag die Schwenningen Wild Wings, Spielbeginn jeweils um 19:30 Uhr. Dazwischen steht am Sonntag um 16:30 Uhr das erste Derby in München an.
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