Neue Fassade für die Arena des FC Augsburg: Ein Festkleid für die nackte Schönheit

Die neue Fassade der Arena des FC Augsburg. (Foto: Bernhard & Kögl)
 
Die neue Fassade der Arena des FC Augsburg. (Foto: Bernhard & Kögl Architekten)

Die Augsburger Arena wird sieben Jahre nach ihrem Bau eingehaust. Für die Fassade werden 20 Kilometer Rohre verlegt. Dass der Hauptsponsor des FC Augsburg die Kosten trägt, dürfte besonders die Stadt freuen.

Peter Bircks brachte es auf den Punkt. „Das Wichtigste ist, dass wir überhaupt endlich eine Fassade haben.“ Denn freilich ist die Außenansicht eines Stadions immer auch Geschmackssache und freilich wird die Rohre-Konstruktion inklusive LED-Beleuchtung nicht jedem Besucher gefallen. Der FCA-Geschäftsführer jedenfalls schob dann doch hinterher, dass er glaube, „dass es in Deutschland keine schönere Fassade gibt“.

Die alte Fassade passte zum Wesen des FC Augsburg


Noch existiert die Verkleidung jedoch nur auf Entwürfen. Am Montag hat die hauptsponsernde Versicherung WWK die Hüllen fallen gelassen und ihre Pläne vorgestellt. Sie finanziert das neue Gewand für die Arena, die seit ihrer Eröffnung 2009 nackt neben der B17 lag. Grauer Beton, kalter Stahl. Weil Schönheit bekanntlich von Innen her rührt, haben sich damit Verein und große Teile der Fans einfach abgefunden. Irgendwie passte dieses Schnörkellose ja auch zum Wesen des FC Augsburg: Geradlinig und bodenständig, kein Schick-Schnack wie etwa beim großen Nachbarn aus München.

Nun lässt der Versicherer aus München der Arena ein Festkleid schneidern. Entworfen haben es die Architekten Bernhard und Kögl. Die Pläne stammen aus der Zeit, als das Stadion noch auf den Namen „Impuls-Arena“ hörte. Mehr als sieben Jahre lang lagen sie in der Schublade – jetzt wurden sie wieder hervorgeholt und der heutigen Lampentechnik angepasst.

Sowohl dem Verein als auch der Stadt fehlten das Geld


Die Umsetzung bedeutet das Ende einer langen Geschichte. Zunächst fehlte dem FC Augsburg das Geld. Ursprünglich war der Verein vertraglich dazu verpflichtet, seine Spielstätte einzuhausen. 2011 befreite die Stadt gegen die Einmalzahlung von 10.000 Euro den FCA aus dieser Pflicht. Sie wolle das selbst in die Hand nehmen.

Doch auch der Stadt fehlten die Mittel, ein solch millionenschweres Projekt zu schultern. Zumal es in Zeiten dringend nötiger Schulsanierungen und Theater-Renovierung mehr als seltsam angemutet hätte, wenn die Stadtkasse für eine stadionschmückende Leuchtenkonstruktion hätte herhalten müssen.

Finanzreferentin Weber: "Der FCA investierte lieber in Beine als in Steine"


Warum der Stadtrat den FC Augsburg überhaupt von der Last befreite, erklärte Eva Weber damit, dass „der FCA nach dem Aufstieg in die erste Bundesliga andere Probleme hatte. Er investierte lieber in Beine als in Steine.“ Weber und ihre Ratskollegen werden jedenfalls erleichtert gewesen sein, als klar war, dass der Münchner Versicherungskonzern sich der Arena-Bekleidung annimmt. „Sonst hätte das wohl noch ein paar Jährchen gedauert“, merkte Weber an.

Nun geht alles ganz schnell. „Wir werden unmittelbar mit dem Bau beginnen“, kündigte Jürgen Schrameier, Vorstandsvorsitzender der WWK, an. In der heimspielfreien Zeit werde segmentweise gearbeitet, der Spielbetrieb werde nicht beeinträchtigt. Läuft alles nach Plan, werde man im „Frühjahr fertig sein“.

20 Kilometer Rohre: "Die Gegner einwickeln"


Bis dahin wird die Arena in insgesamt 20 Kilometer Rohre gehüllt sein. Zusätzlich werden LED-Röhren angebracht, welche das Stadion in allen erdenklichen Farben erstrahlen lassen können. Das werden freilich größtenteils Rot, Grün und Weiß sein. „Die Gegner sollen eingewickelt werden“, erklärte Architekt Titus Bernhard.

Was das kostet, wollte Schrameier nicht verraten. „Etwa ein Fünfzehntel der Allianz-Arena-Fassade“, ließ Bernhard durchblicken. Für den FC Augsburg entstünden jedenfalls keinerlei Kosten oder Verpflichtungen. Die Kooperation mit dem Versicherer, der sein Logo in die neue Außenansicht besser eingebunden sieht als auf dem Dach einer „unfertigen Arena“, ist auf zehn Jahre, plus fünf zur Option, ausgelegt. Sollte sie dann enden, bliebe die Fassade, wo sie ist, versprach Schrameier. „Im Keller haben wir keinen Platz dafür.“
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