Neuer FC Augsburg - Trainer: Das ist Weinzierl-Nachfolger Dirk Schuster

Er ist ehrgeizig, lebt Teamgeist und fordert Einsatz, Leidenschaft und Disziplin: Dirk Schuster, der neue Cheftrainer des FC Augsburg. Mit dem SV Darmstadt 98 marschierte der 48-Jährige in dreieinhalb Jahren von der 3. Liga bis ins deutsche Fußballoberhaus und konnte in der vergangenen Saison mit den Lilien den von vielen für unmöglich gehaltenen frühzeitigen Klassenerhalt feiern. Für diese Erfolge wurde Schuster vom Fußballmagazin Kicker zum "Mann des Jahres" ernannt und tritt damit die Nachfolge von keinem geringeren als Weltmeistertrainer Jogi Löw an.

Doch wer ist der Senkrechtstarter? Dirk Schuster wurde am 29. Dezember 1967 in Karl-Marx Stadt (heute Chemnitz) geboren. Als Sohn von Eberhard Schuster wurden ihm die Fußballschuhe bildlich gesprochen in die Wiege gelegt, so wurde Schuster als Verteidiger 1986 DDR-Junioren-Meister, mit der U19 Europameister in Jugoslawien und ein Jahr später U20-WM-Dritter in Chile. Für die DDR-Nationalmannschaft absolvierte er vier Spiele, später sollten weitere drei Spiele für die deutsche Nationalmannschaft folgen (1994 gegen Ungarn und Albanien und 1995 gegen Spanien).

Nach der Wende wechselte Dirk Schuster 1990 vom 1. FC Magdeburg in die 2. Bundesliga zu Eintracht Braunschweig, nur ein Jahr später schaffte er den Sprung in die 1. Bundesliga zum Karlsruher SC. Dort feierte Schuster seine größten Erfolge als Spieler und stand 1993 beim sogenannten "Wunder vom Wildpark“ auf dem Rasen, als die Karlsruher 7:0 gegen den FC Valencia gewannen. 1996 erreichte er mit dem KSC das Finale des DFB-Pokals, in dem die Mannschaft jedoch 0:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern verlor. Ein Jahr später wechselte der 1,77 Meter große Verteidiger zum 1. FC Köln, konnte dort den Bundesligaabstieg jedoch nicht verhindern.

Ausbildung zum Fußballlehrer als Jahrgangsbester

Nachdem er 2002 seine Profikarriere beendete, wollte Schuster dem Profifußball eigentlich den Rücken kehren, entschied sich jedoch nach einer Weile für die Ausbildung zum Fußballlehrer, die er im Dezember 2007 als Jahrgangsbester abschloss. Nach Trainerstationen beim ASV Durlach, FC Wilferdingen, den Stuttgarter Kickers und Darmstadt 98 stellt der FC Augsburg nun die zweite Erstliga-Station des Ex-Profis dar.

Die Zeit in der DDR sowie die Erfahrungswerte als Profispieler zeichnen den Trainer Dirk Schuster heute aus. Er legt Wert auf Disziplin, interne Angelegenheiten werden äußerst vertrauensvoll behandelt und das gemeinsame Ziel ist für ihn wichtiger, als das des Einzelnen. Namen spielen bei dem ehemaligen Nationalspieler keine Rolle. Trotzdem ist es Schuster auch wichtig, dass seine Spieler mit Spaß an die Arbeit gehen.

Denn wer mit dem 48-Jährigen zusammenarbeitet, wurde in der Vergangenheit auch immer mal wieder mit der ein oder anderen außergewöhnlichen Aktion konfrontiert. Ein Ausflug auf die Bowlingbahn, besondere Team-Building-Maßnahmen im Trainingslager oder die Wahl zum besten beziehungsweise schlechtesten Mitarbeiter des Monats. Während der beste Mitarbeiter mit einem Foto über dem Eingang zur Kabine ausgezeichnet wurde, trainierte der schwächste Spieler mit einem rosafarbenen Trikot, auf dem vorne "TUSSI“ und hinten "FEHLEINKAUF“ geschrieben steht.

Diese Tricks, auf die der neue FCA-Trainer zurückgreift, sollen seine Spieler noch mehr motivieren, Woche für Woche Vollgas zu geben und den inneren Schweinehund zu überwinden. Wie sich das anfühlt, weiß Dirk Schuster nur zu gut. Er selbst ist schon mehrere Marathons gelaufen und musste dort an seine eigenen Grenzen gehen. Apropos laufen: Vor jedem Ligaspiel mit Darmstadt 98 ging Schuster mit seinem Co-Trainer Sascha Franz eine festgelegte Runde joggen. Ein Glücksbringer, der seinen Zweck voll und ganz erfüllt hat.
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