Niederlage beim Schlusslicht: Augsburger Panther verlieren in Straubing

Thomas Holzmann war mit zwei Toren einer der Aktivposten des Wochenendes. Der zwischenzeitlich 2:2-Ausgleich reichte jedoch nicht zum Sieg wie gegen die DEG zuhause
 
Endlich wieder jubeln: Straubings Fans (hier vor dem Hinspiel im Curt-Frenzel-Stadion) hatten nach dem 3:2-Sieg einen Grund zum Feiern.
Straubing: Eisstadion am Pulverturm |

Die angeblich leichten Gegner scheinen dem AEV diese Saison nicht zu liegen, wie gegen Iserlohn und Schwenningen verlieren die Panther auch in Straubing. Das Spiel war eng und knapp, kein Eishockey-Leckerbissen, sondern ein harter Fight. Die Niederbayern wollten den Sieg nach zuletzt sechs Niederlagen etwas mehr, hatten vorne Glück bei einem „Ei“ von Boutin und hielten hinten die Augsburger Offensive weitgehend vom Torschuss ab. Die Tore von Mike Davies und Thomas Holzmann reichten nicht gegen drei Treffer der Tigers.

Bisher sieglos: Tigers-Goalie Drew MacIntyre

Mark Cundari war wieder im Aufgebot, dafür saß Derek Dinger auf der Tribüne. Für Rob Leask, den Interims-Headcoach der Tigers war die Auswahl einfacher: Der Ex-Augsburger Mike Connolly und Kyle MacKinnon sind verletzt, weshalb die anderen neun Ausländer sich von selbst aufstellten. Einer davon ist Goalie Drew MacIntyre: Der nachverpflichtete Kanadier hatte einen unglücklichen Start für Straubing, alle bisherigen fünf Spiele mit ihm im Tor gingen verloren, sein Gegentorschnitt (5,2 pro Spiel) und seine Fangquote von nur 87,3% sind suboptimal.

Sein Gegenüber Jonathan Boutin hatte sich zuletzt gesteigert, nach dem Shutout gegen Düsseldorf sehen seine Zahlen um einiges besser aus: Mit 2,8 Gegentoren pro Spiel und einer Fangquote von 90,9% ist er statistisch im vorderen Drittel der DEL-Statistik zu finden. Das wollte Straubing ändern und startete offensiv mit oft zwei Forecheckern ins Spiel, der AEV war mit wenigen Kontern gefährlich. Die niederbayerische Druckphase endete mit einem Hohen Stock von René Röthke und mit einem Powerplay für den AEV. MacIntyre tat zwei Minuten lang etwas für seine Statistik, Augsburg spielte zwar gefährlich, brachte den Puck aber nicht ins Netz.

In der 14. Minute wird erst ein Konter der Niederbayern gestoppt, sofort geht’s Richtung MacIntyre – und Davies kann nur per Foul vom Schuss abgehalten werden. Jetzt läuft das AEV-Überzahlspiel nicht nur gut, sondern auch erfolgreich: Gabe Guentzel passt weit und quer nach vorn auf Davies, und der kleine Kanadier hämmert den Puck per One-Timer ins Netz.

Dann bestätigt Straubing zwei Minuten lang, dass das Powerplay der Tigers eine einzige Problemzone ist. Nur vier Tore gelangen den Donaustädtern während vierzehn Spielen, angesichts der vielen gegen den AEV gezeigten Fehler ist das kein Wunder. Als Augsburgs Brady Lamb nach zwei Minuten wieder aufs Eis fährt gibt’s die ersten Pfiffe der 3.664 Fans am Pulverturm.

Schnelles Tor und Torwartfehler:
Straubing dreht das Spiel

Doch der EHC Straubing steckte natürlich nicht auf, startete mit dem schnellen Ausgleich ins Mitteldrittel: Nach nur 21 Sekunden verwandelte Jeremy Williams einen Hedden-Pass, Boutin war chancenlos und nach 105 Minuten erstmals wieder bezwungen. Die Niederbayern wollten mehr, hielten Augsburgs Stürmer konsequent von ihrem Tor weg und hatten vorne Glück: Mike Zalewski tauchte frei vor Boutin auf, schoss einfach mal Richtung Tor. Und die Scheibe rutschte Boutin unter der Achsel durch, die Niederbayern hatten das Spiel gedreht (31. Minute).

Wieder vollzählig drückt wieder Straubing, man merkt, dass die Tigers ihrem Publikum endlich wieder einen Sieg präsentieren wollen. Aber auch MacIntyre ist nicht beschäftigungslos und in der 35. Minute wieder geschlagen. Straubing hat es lange geschafft, die Augsburger Stürmer an der Bande zu beschäftigen, dann endlich kann Daniel Schmölz hart vors Tor passen, wo Thomas Holzmann die Scheibe ins Tor tippt. Jetzt hört man fast nur die mitgereisten Gästefans, Straubing wird erst wieder laut während einer kurzen Druckphase kurz vor Drittelende. Nachdem Boutin den Puck sicher hat verstummt das Stadion wieder und der Wirbel der Tigers hat ein Ende.

Koper trifft, ganz Straubing verteidigt

Der Schlussabschnitt beginnt mit kurzem Abtasten, kein Team will den eventuell entscheidenden Fehler machen. Nach knapp zwei Minuten ist es dann keine Unachtsamkeit, sondern ein toller Pass, der Straubing wieder in Führung bringt: Levko Koper postiert sich links neben dem Tor, Austin Madaisky täuscht einen Lauf hinters Tor an, legt aber die Scheibe zurück und Koper trifft aus kürzester Distanz. Natürlich versucht der AEV zurückzukommen, aber die Gäubodenstädter verteidigen weiter geschickt: Entweder die Schwaben werden an der Bande in Zweikämpfe verwickelt oder schon beim Versuch ins Angriffsdrittel zu fahren gestoppt. Größere Chancen gibt es nur im Powerplay, die größte endet nach Ablauf der Strafe gegen Adam Mitchell, als der Puck die Querlatte streift – Thomas Holzmann hatte einen Schuss minimal zu hoch abgelenkt.

Freitag in Iserlohn, Sonntagabend gegen Berlin

Auch mit sechs Mann schaffen die Panther den Ausgleich nicht und erweisen sich wie so oft als Aufbaugegner: Schlusslicht Straubing kommt zu seinem fünften Sieg und gewinnt nach einer Sechs-Spiele-Durststrecke gegen den AEV.

Bleibt zu hoffen, dass Mike Stewart diese Schwäche bis nächsten Freitag abstellen kann, denn dann muss sein Team beim Vorletzten in Iserlohn antreten. Aus dieser Sicht erwartet den AEV am Sonntag (Spielbeginn ist um 19:00 Uhr) eine leichtere Aufgabe: Der Gegner sind die Eisbären Berlin.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.