Party auf der Donau, Kater in Straubing: AEV verliert Kellerderby

330 Fans begleiteten den AEV auf der Donau: Das Partyschiff fuhr von Regensburg nach Straubing.
 
Trevor Parkes bejubelt den Ausgleich zum 1:1
Straubing: Eisstadion am Pulverturm |

Fast 350 AEV-Fans entflohen der vorweihnachtlichen Hektik des letzten verkaufsoffenen Tages vor Heiligabend und ließen sich vom Donaudampfschifffahrtskapitän der MS Renate auf dem Weißwurstäquator nach Niederbayern schippern. Die Party an Bord war überragend, der Kater im Eisstadion am Pulverturm umso heftiger: Das Schlusslicht aus Straubing zog nach Toren durch Alexander Oblinger und zweimal Jeremy Williams davon, Trevor Parkes‘ und Brady Lambs zwischenzeitliche Treffer reichten nur zum 2:3-Anschluss, dann machte Stefan Loibl mit dem 4:2 ins verlassene AEV-Tor den Sieg für die Niederbayern perfekt.

Bildergalerie vom Spiel  

Bildergalerie zur Donaufahrt

Ohne TJ, mit Roy: Coach Stewart stellt um

 
Coach Mike Stewart hatte sein Team nach dem 5:1-Sieg in Mannheim stark verändert: Aleks Polaczek hat seine Verletzung auskuriert und Olivier Roy bekam das Vertrauen im Tor. Dadurch mussten ein Ausländer und ein weiterer Deutscher auf die Tribüne, es erwischte TJ Trevelyan und Simon Sezemsky.

Das Spiel begann ungewöhnlich: Die beiden Teams standen kompakt defensiv, es kam nur selten zu Breaks: Wenn sich der Puck einmal in einem Drittel befand, dann blieb er dort. Entweder fand das verteidigende Team bei Scheibenbesitz kaum Mittel die neutrale Zone zu überwinden oder die angreifende Mannschaft hielt die Scheibe zwar, wurde aber vom Schuss abgehalten und in Zweikämpfe an der Bande verwickelt.

Straubing war besser mit dieser Taktik, belagerte immer wieder und länger das AEV-Drittel – und kam ab und zu auch zu Chancen. Olivier Roy vereitelte diese bis zur 10. Minute – dann traf der einzige gebürtige Augsburger auf dem Eis. Dumm, dass Alexander Oblinger seit dem Nachwuchs nie für seine Heimatstadt spielte, zurzeit schimpfen die Straubinger Fans über seine Verpflichtung, denn die hatten sich mehr erwartet von dem bulligen Stürmer. Ausgerechnet gegen seinen Heimatverein erfüllte er die niederbayerischen Erwartungen und fälschte einen Schlagschuss von Klassen unhaltbar ab. Die über fünfhundert AEV-Fans – neben den Schiffsreisenden waren viele privat angereist – sahen ihre Felle noch lange nicht die Donau hinabschwimmen und feuerten ihre Mannschaft weiter an. Viel zurückgeben konnten die Spieler nicht, bis auf wenige Breaks ergaben sich kaum Chancen auf den Ausgleich.

Das änderte sich im Mitteldrittel, jetzt stürmten auch die Schwaben und Macintyre im niederbayrischen Tor hatte vor allem nach Mike Heddens Verletzung mehr zu tun als sein Gegenüber, der „Schwabe“ Olivier Roy. Nach einem Turnover im Angriffsdrittel war es dann soweit: Trevor Parkes ließ mit einem Schuss unter die Latte die Rotgrünweißen endlich jubeln: Drew LeBlanc hatte vorher einen Straubinger hinter dem Tor ausgetanzt und auf den heranstürmenden Parkes zurückgelegt. Augsburg wollte nachlegen und stürmte verstärkt an. Diese Druckphase endete nach gut sechs Minuten mit dem ersten Powerplay des Spiels, Mike Davies hatte während eines Angriffs einen Gegner mit dem Schläger am Kopf touchiert.

Zwei Tore durch Jeremy Williams:
Straubings Powerplay entscheidet das Match

Straubings Powerplay dauerte nicht lang, dann hatte Jeremy Williams eingenetzt. Der Ex-AEVler Mike Conolly hatte ihn angespielt und der Verteidiger durch viel Verkehr vor Roy einfach draufgehalten.

Danach sahen die knapp 4.900 Zuschauer wieder ein stürmendes AEV-Team, das im Schlussabschnitt durch ein zweites Offensiv-Foul – diesmal durch David Stieler – gestoppt wurde. Und wieder nutzten die Blau-Weißen diese Chance, und wieder war Williams der Torschütze. Diesmal kam der Pass von Adaimsky, und der Verteidiger traf per Onetimer – das 1:3 nach 44 Minuten.

Das Spiel blieb ruppig und kampfbetont, und nun gingen die Schiedsrichter dagegen vor: Die Strafzeiten häuften sich. Augsburg konnte die ersten beiden Möglichkeiten nicht nutzen, Straubing blieb bei seinem dritten Powerplay erstmals erfolglos, dann hatte wieder der AEV einen Mann mehr auf dem Eis. Endlich nutzte Brady Lamb den Platz und zog von der Blauen Linie ab. Thomas Holzmann stand vor Macintyre, zuckte rechtzeitig aus der Schusslinie und Straubings Goalie hatte das Nachsehen. Noch knapp sechs Minuten blieb dem AEV für den Ausgleich, die letzten beiden Minuten versuchte es Mike Stewart ohne Roy, der durch einen sechsten Feldspieler ersetzt wurde. Nachdem Stefan Loibl auf dem Weg zum leeren Tor nicht zu stoppen war kam Roy zurück und Straubings Anhang feierte das 4:2-Weihnachtsgeschenk aus Augsburg.

Retro-Spiele gegen Schwenningen und Berlin

Am 26. Dezember um 19:00 Uhr kommt der Schwenninger ERC ins Curt-Frenzel-Stadion, zwei Tage darauf gastiert der EHC Dynamo Berlin in Augsburg; Spielbeginn am Donnerstag ist um 19:30 Uhr. Der AEV wird auch bei diesen beiden Spielen in Retrotrikots auflaufen, das Mikrofon bei beiden Spielen übernimmt Kultstadionsprecher Horst Müller und die Fans wurden aufgerufen in ihren ältesten Trikots und Strickpullis zu erscheinen.

Hinweis 1: Bildergalerie zur Fahrt und zum Spiel sind jetzt nach dem Weihnachtsstress online.


Hinweis 2: Beim Schreiben dieses Artikels wurden keine Tiere gequält oder getötet, auch auf tierische Bezeichnungen der Mannschaften wurde angesichts der Retro-Woche des Augsburger Eislaufvereins bewusst verzichtet.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.