Paul Verhaegh: "Müssen beide Spiele gewinnen"

Kapitän Paul Verhaegh spricht im Interview über das wichtige Spiel in Alkmaar. (Foto: Alexander Heinle)

Paul Verhaegh kennt sich mit dem Fußball in seinem Heimatland bestens aus. Vor dem Europa-Legue-Spiel des FC Augsburg bei AZ Alkmaar (Donnerstag, 22. Oktober, 19.00 Uhr) sprach der FCA-Kapitän über die anstehenden Aufgaben und den holländischen Fußball.

Paul, der FCA steht in der Bundesliga und der Europa League vor schweren und wegweisenden Wochen. Sind drei Punkte gegen Alkmaar für Dich die letzte Möglichkeit, um noch die Chance auf einen Einzug in die K.O.-Phase zu wahren?

Verhaegh: Ja klar, die zwei Spiele gegen Alkmaar auswärts und zuhause müssen wir unbedingt gewinnen, wenn wir weiterkommen wollen. Wir sind momentan Letzter in unserer Gruppe und haben uns selbst in diese Situation gebracht. In den ausstehenden vier Spielen müssen wir möglichst viele Siege holen.

Bist Du als Kapitän in dieser schwierigen Phase besonders gefordert? Wie nimmst Du Dein Amt wahr?

Verhaegh: Wir sind in dieser Situation alle gefordert und damit meine ich natürlich die ganze Mannschaft. Jeder einzelne muss sich wieder auf seine Stärken besinnen, damit wir auch im Kollektiv wieder die Leistung abrufen, die wir bringen können. Aber natürlich spreche ich die Probleme als Kapitän zusammen mit dem Mannschaftsrat an und es gibt vielleicht auch mal das ein oder andere Einzelgespräch mehr, als das sonst der Fall ist. Gute Kommunikation ist in dieser Phase äußerst wichtig. Aber wir kennen uns aus mit dieser Situation, weil wir sie vor ein paar Jahren schon einmal erlebt haben. Jetzt müssen wir damit umgehen und es besser machen!

Kommen wir zurück zu Alkmaar: Du kennst Dich im holländischen Fußball aus und hast zu Deiner Zeit bei Vitesse Arnheim oft gegen Alkmaar gespielt. Was erwartet uns da?

Verhaegh: Ich habe früher mit zwei Spielern aus dem aktuellen Kader (Torhüter Gino Coutinho und Verteidiger Jop van der Linde, Anm. d. Red.) zusammengespielt, aber sonst kenne ich niemanden von der jetzigen Mannschaft. Es ist aber ein junges Team, das technisch sehr gut ausgebildet ist und auf jeden Fall Qualität hat. Wir brauchen sicher einen guten Tag und die Unterstützung unserer Fans vor Ort, um sie zu schlagen. Aber ich bin überzeugt von uns: Wenn wir eine gute Leistung bringen, werden wir gewinnen!

In der Eredevisie rangiert AZ Alkmaar derzeit im Mittelfeld der Tabelle - wie steht der Verein im Ligavergleich allgemein da?

Verhaegh: Alkmaar ist normalerweise kein Klub, der regelmäßig um die Meisterschaft mitspielt, aber schon meistens in der oberen Tabellenhälfte platziert ist. Obwohl sie fast nach jeder Saison ihre besten Spieler verkaufen müssen, das ist auch zuletzt wieder passiert, haben sie bisher immer eine gute Mannschaft auf die Beine gestellt mit jungen Spielern, die Entwicklungspotential haben. Ich denke, sie werden auch in diesem Jahr wieder eine ganz gute Rolle spielen und am Ende irgendwo zwischen Platz fünf und neun landen. Sie haben das Potential, um die Euro-League-Plätze mitzuspielen.

Der niederländische Fußball ist nach dem Aus in der Qualifikation für die EM 2016 etwas ins Wanken geraten. Wie hast Du das selbst wahrgenommen, nachdem Ihr im letzten Jahr noch einen sehr guten dritten Platz bei der Weltmeisterschaft erreicht habt?

Verhaegh: Es ist insgesamt sehr enttäuschend, das muss man klar sagen. Wenn man sich in dieser Gruppe nicht für die EM qualifiziert, dann hat am Ende auch Qualität gefehlt und es ist vieles schief gelaufen. Das ist eine schwierige Zeit für Holland, aber es ist die Realität und wir können es jetzt nicht mehr ändern. Es war lange nicht mehr der Fall, dass wir nicht bei einer EM vertreten waren, das ist schon sehr, sehr bitter.

Was bedeutet dieses EM-Aus für das Land? In den Niederlanden sind ja schon auch alle sehr fußballverrückt...

Verhaegh: Nach der WM waren die Erwartungen natürlich sehr hoch, deshalb ist es für die ganze Nation frustrierend, dass wir jetzt nicht dabei sind. Ich denke, es ist schon etwas Ernüchterung eingekehrt.

Welcher Deiner Teamkollegen beim FCA hat Dir denn in der Kabine schon vorgesungen: "Ohne Holland fahr'n wir zur EM..."?

Verhaegh (lacht): Die meisten haben sich das nicht getraut. Der Einzige in der Kabine war Sascha Mölders, von dem ich mir ein paar Sprüche anhören musste. Aber es war alles im Rahmen und von daher ganz okay. Wir ziehen uns irgendwie ja alle gegenseitig mal auf. Ein bisschen Spaß muss schließlich auch mal sein.

(pm)
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