Perfektes Auswärtsspiel der Augsburger Panther: AEV siegt 2:0 in Berlin

Jonathan Boutin freut sich über seinen ersten Shutout für den AEV
 
"Einfach mal schießen" dachte sich Thomas Holzmann und traf aus unmöglichem Winkel zum 1:0.

13 Spiele hatte der AEV in Berlin absolviert seit dem legendären Sieg im fünften Spiel des Viertelfinals 2010 – alle hatten die Eisbären gewonnen. Das sollte sich beim 14. Versuch ändern: Der AEV zeigt auch in der Hauptstadt wieder einmal ein perfektes Auswärtsspiel und gewinnt mit 2:0 (0:0, 2:0, 0:0) – und Goalie Jonathan Boutin feiert seinen ersten Shutout für Augsburg.



Diesmal standen die Vorzeichen gut, Augsburg reiste nicht als Außenseiter in die Hauptstadt, sondern mit sieben Punkten Vorsprung auf den kriselnden Rekordmeister. Für den ist die Relegation in der ersten Playoff-Runde natürlich nicht das Ziel. Mindestens Sechster und damit direkt im Viertelfinale möchte man schon sein. Dort, auf Platz 6, steht momentan der AEV, und dementsprechend viel hatten sich die Berliner vorgenommen.

Das Spiel ging ohne Abtasten los, beide Goalies – Jonathan Boutin und Petri Vehanen – wurden sofort mehrmals geprüft. Nach drei Minuten das, was Berlin gegen das beste Überzahlspiel der DEL eigentlich vermeiden wollte: Strafzeiten. Zu Tallackson auf der Strafbank gesellte sich bald Gervais – zwei AEV-Spieler mehr auf dem Eis, der Puck läuft gut, aber Vehanen rettet gegen Mike Davies. Berlin dann wieder zu viert und gleich gefährlich bei einem Rankel-Tallackson-Konter – aber auch Boutin hält. Augsburg hatte im ersten Abschnitt mehr Powerplay und insgesamt mehr vom Spiel, aber noch konnten die beiden Goalies ihre Tore sauber halten.

In Berliner Druckphase: Holzmann trifft aus spitzem Winkel

Es geht also torlos ins Mitteldrittel, wo der AEV so weitermacht wie in den ersten zwanzig Minuten: Hinten sicher, vorne fieses Forechecking und schnelle Konter. Erst nach einer Unterbrechung – Justin Shugg war ins eigene Tor gekracht, das repariert werden musste – kamen die Eisbären besser ins Spiel. Viel ließ die Augsburger Abwehr auch weiterhin nicht zu, aber immerhin spielte sich das Geschehen jetzt oft und lang vor Boutin ab. Was durchkam hielt der Schlussmann sicher, auf der Gegenseite patzte dagegen Vehanen: Thomas Holzmann wurde von Brady Lamb auf die Reise geschickt, die er begleitet von Micki DuPont bis vors Berliner Tor und daran vorbei antrat. DuPont hatte ihn eigentlich perfekt abgedrängt, aber einen Schuss aus spitzestem Winkel versucht Woody trotzdem – und überwindet Vehanen.

Das 1:0 gibt dem AEV natürlich Auftrieb, man hört Pfiffe der Eisbären-Fans und immer wieder die wenigen aus Augsburg Mitgereisten. Das Berliner Publikum wird nur noch beim Powerplay etwas lauter, als es aber hergeschenkt wird – nach Rekis wandern bald zwei Berliner auf die Strafbank – wird es ruhig im weiten Rund.

Auf dem Eis nutzt der AEV die folgende Vier-gegen-drei-Situation: Cundari zu LeBlanc, der legt durch zwei Eisbären quer auf Mike Davies: Ist das 2:0 schon die Vorentscheidung? Berlin jetzt komplett verwirrt, Shugg scheitert an Vehanen, Stieler am Pfosten und Rankel foult dumm hinterm AEV-Tor.

„Hier regiert der AEV!“

Mit 2:0 und Powerplay geht es in den Schlussabschnitt, wo Boutin viel zu tun bekommt. Zunächst töten die Augsburger ein Powerplay der Eisbären, dann noch eines – kaum Schüsse aufs Tor zugelassen, der AEV zeigt ein perfektes Penaltykilling. Erst danach dreht Berlin auf und nimmt Boutin unter Beschuss, aber der Augsburger Schlussmann behält die Ruhe und hält alles fest, was auf sein Tor kommt. Auch Vehanen steigert sich nach dem Patzer, klärt vor Shugg und Parkes, während die nur 9700 Zuschauer sich anhören wie wenige hundert Grantler. Nur die Augsburger feiern, provozieren mit Gesängen wie „Ohne Augsburg wär hier gar nichts los!“ und „Hier regiert der AEV!“

Auch die Herausnahme des Goalies in der Schlussminute bringt Uwe Krupps Team nicht den erwünschten Erfolg: Jonathan Boutin feiert in der Hauptstadt seinen ersten Shutout für den AEV und Berlin fällt weiter zurück hinter Platz 6: Der Vorsprung beträgt jetzt 10 Punkte bei zwei Spielen weniger für Augsburg.

Donnerstag, 5.1. 19:30 Uhr: AEV gegen DEG im Curt-Frenzel-Stadion

Nächste Chance das tolle Team zu sehen besteht schon am Donnerstag: Um 19:30 Uhr spielt der AEV gegen die Düsseldorfer EG. Bei den Rheinländern geht es um viel, sie wollen Platz 10 und die erste Playoff-Runde erreichen. Und dort möglichst auf solch indisponierte Eisbären treffen wie der AEV…
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.