Schneller, härter, lauter! Augsburger EV dominiert Nürnberg

Derek Dinger wird gefeiert für seinen zweiten Treffer
 
Dieser Fan wusste es im Voraus: Derek "Danger" Dinger ist ein Playoff-Monster!

1:2 hinten zu liegen in einer Best-of-Seven-Serie ist nicht schlimm, sondern das normalste der Welt, vor allem wenn man als punktschlechteres Team zuerst auswärts antreten muss. Sicher wäre es für den AEV toll gewesen mit einer Führung ins zweite Heimspiel zu gehen, aber noch ist bei einem solchen Stand nichts verloren. Das bewies der AEV mit einem mitreißenden vierten Spiel, in dem der Vorrundendritte aus Nürnberg sechzig Minuten lang dominiert wurde. Derek Dingers Doppelpack und weitere Tore von Jaroslav Hafenrichter und Ben Hanowski sowie eine hervorragende Defensivarbeit vor Goalie Ben Meisner ermöglichten den auch in der Höhe gerechtfertigten 4:0-Sieg.

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Boutin verletzt: Meisner im Tor, Weinhandl Back-up

Dabei vermeldete die Panther GmbH am Montagabend eine Hiobsbotschaft: Jonathan Boutin war nach dem Sonntagsspiel nicht einsatzbereit. Für ihn im Tor stand Ben Meisner, als zweiter Goalie wurde aus Graz mit Fabian Weinhandl die "Absicherung" für solche Fälle nach Augsburg geholt. Der Österreicher trainierte montags mit dem Team und nahm am Dienstag auf der Augsburger Bank Platz.

Ben Meisner im Tor machte da weiter, wo er in Nürnberg (mit Ausnahme des Lapsus, der zum 3:5 führte) aufgehört hatte: Sicher und als starker Rückhalt. Wobei das während des ersten Drittels nicht sehr schwer war, denn die Franken fanden so gut wie gar nicht statt. Sie hatten eine gute Chance während eines Powerplays und kurz vor Drittelende eine weitere, als Reinprecht das leere Tor nicht traf - mehr ließ der AEV nicht zu.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Augsburgs Derek Dinger schon vorgelegt: Der Verteidiger verzögerte in der 12. Minute einen Schuss, wartete bis Drew LeBlanc Andreas Jenike im Tiger-Tor die Sicht nahm und traf zur längst fälligen Führung. Das einzige, was man den Augsburgern nach zwanzig Minuten hätte vorwerfen können war die Chancenverwertung, denn es hätten wieder einmal mehr Tore fallen müssen.

Doppelpack durch Derek Dinger

Zwei weitere fielen dann im zweiten Abschnitt. Und wieder war es der in der Hauptrunde torlose Verteidiger Dinger, der jetzt in den Playoffs explodiert: Schlagschuss Dinger von der Blauen Linie, diesmal nimmt Trevor Parkes Jenike die Sicht und springt rechtzeitig vor dem Einschag des Geschosses in die Luft: Das 2:0 nach 22 Minuten war Dingers zweites Tor, gefolgt vom ersten Playoff-Treffer Jaroslav Hafenrichters. Auch er war in den vielen Spielen der Vorrunde oft glücklos, das 3:0 war dafür ein besonders schönes Tor. Zuvor hatte es Nürnberg erstmals ab und zu vors Augsburger Tor geschafft, dann jedoch den Puck verloren. Ein weiter Pass von Arvids Rekis schaffte umgekehrte Verhältnisse, jetzt gab es nach vielen Nürnberger Breakaways endlich einmal einen des AEV. Und auch Hafenrichter agiert geschickt, verzögert den Schuss und knallt ihn dann in den Winkel.

Es brauchte scheinbar diese hohe Führung um die Tiger etwas zu wecken: Die letzten Minuten des Mitteldrittels gehörten den Franken, aber Meisner oder fränkische Abschlussschwäche verhinderten den Anschlusstreffer.

Höllisch laut: Das Curt-Frenzel-Stadion

Das Augsburger Publikum zeigte Nürnbergs Möchel - er meinte vor dem Spiel, in Nürnberg seien die Fans enthuastischer - wie ein höllisch lautes Stadion klingt. Lag es an der Lautstärke, dass die Kommunikation im Nürnberger Aufbauspiel über sechzig Minuten nicht funktionierte?

Auch das fränkische Powerplay litt sichtlich unter dem Lärm, so sah das ausverkaufte Curt-Frenzel-Stadion im Schlussabschnitt ein weiteres souverän gemeistertes Penaltykilling, gefolgt vom ersten Powerplay des Spiels für den AEV. Die Augsburger bezogen ihre Positionen, wirbelten die großen Nürnberger etwas durcheinander, dann fuhr Ben Hanowski Richtung Tor und machte den Deckel endgültig drauf aufs vierte Viertelfinale: 4:0 nach 46 Minuten, da war klar, dass diese Nürnberger Mannschaft nicht zurückkommen konnte. Phillippe Dupuis zog sich nach einem Check in Mark Cundaris Nacken den Unmut des Publikums zu, der Rest war Schaulaufen.

Karten für Spiel 6 am Mittwoch ab 17:00 Uhr

Wenn der AEV diese Form in den nächsten zwei Spielen halten kann, dann fahren die Mittelfranken bereits am Sonntag in den Sommerurlaub. Denn dann wird sowohl am Freitag in Nürnberg (Spielbeginn um 19:30 Uhr) in Nürnberg als auch am Sonntag (Spielbeginn noch offen, Karten gibt es am Mittwoch ab 17:00 Uhr im Stadion und online) im Curt-Frenzel-Stadion Augsburg gewinnen und ins Halbfinale einziehen.

Wer sein Ticket für Spiel sechs gekauft hat, der bleibt am besten gleich im Curt-Frenzel-Stadion: Ab 18:30 Uhr spielen die Junioren des AEV ihr erstes DNL-Viertelfinalspiel gegen die Kölner Haie.
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