Schöne Bescherung: AEV unterliegt vor vollem Haus

Tolle Stimmung herrschte im ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion. 6.139 Fans feierten ihr nie aufsteckendes Team trotz der 8:4-Niederlage
 
Da war die Welt noch in Ordnung, der AEV bejubelt das 2:0 durch Daniel Weiß.

6139 Zuschauer, ausverkauftes Haus - aber Düsseldorf erwies sich als Spielverderber. Der Industrieroboter-Hersteller KUKA hatte seine Weihnachtsfeier ins Curt-Frenzel-Stadion verlegt und sorgte so für das erste ausverkaufte Heimspiel der Saison. Auch die KUKA-Mitarbeiter sahen ein spannendes Spiel, aus dem die DEG trotz frühem 0:2-Rückstand als 8:4-Sieger hervorging.

Es herrschte trotz der vielen Neulinge eine tolle Stimmung vor dem Spiel, und nach den ersten beiden Toren wurde es noch lauter: Ben Hanowski (6. Minute) und Daniel Weiß (12. Minute) hatten für den AEV getroffen - und die Führung hätte noch höher ausfallen können, denn die Spieler der DEG wechselten sich anfangs regelmäßig auf der Strafbank ab, außerdem zählte ein Treffer von Aleksander Polaczek nicht, da ihn der vor dem Spiel für 700 DEL-Spiele geehrte mit dem Schlittschuh erzielt hatte. So hatte die DEG die Chance ins Spiel zurückzukommen - und die nutzte sie. Erst überstand Augsburg fast zwei Minuten mit zwei Mann weniger auf dem Eis, aber kaum vollzählig traf Daniel Kreuzer den Anschlusstreffer (17. Minute), gefolgt vom Ausgleich durch Ken Andre Olimb kurz vor der Pause.

Die Special Teams machen den Unterschied


Das Mitteldrittel war geprägt von hartem Kampf und vielen Strafzeiten für beide Teams, Spielfluss kam selten auf. Während einer fünfminütigen Powerplay-Situation (Milley hatte Mackay mit dem Stock im Gesicht getroffen) blitzte zwar ab und zu die Klasse gerade der ersten AEV-Reihe auf, aber auch Matsumoto, Trevelyan und Hanowski scheiterten immer wieder am sehr gut haltenden Bobby Goepfert im DEG-Tor der 40 von 44 Schüssen hielt. Besser und vor allem effektiver machten es die Rheinländer: David van der Gulik gelang kurz vor der zweiten Pause die erstmalige Führung für Düsseldorf, kurz vorher war Polaczek an Goepfert gescheitert.

Im Schlussabschnitt öffnete sich dann meist die Strafbanktür des AEV, immer wieder musste in Unterzahl gespielt werden, nach der Hinausstellung von Evan Oberg - auch er hatte einen Gegenspieler mit dem Schläger im Gesicht erwischt - sogar fünf Minuten lang. Selbst die etwa 100 DEG-Fans beschwerten sich mit Gesängen über die kleinlichen Schiedsrichter, jubelten danach aber doch: Im Powerplay zog Düsseldorf davon, und nach Toren von Lewandowski und Minard stand es 5:2.

Kurz keimte Hoffnung auf, denn nach Steffen Tölzers Schlagschuss zum 3:5 (59. Minute) peitschte das volle Stadion den AEV nach vorn - aber nach nur zwei weiteren Minuten wurde die tolle Stimmung wieder erstickt: Rob Collins traf zum 6:3. Zwar hielt Jeff Deslauriers eine Penalty, aber kurz vor Spielende - Coach Mike Stewart hatte sechs Feldspieler gegen vier Düsseldorfer aufs Eis geschickt - traf Bernhard Ebner ins verlassene AEV-Tor zur endgültigen Entscheidung. Die letzten beiden Treffer hatten nur noch statistischen Wert: Marcel Brand schoss das 8:3, und kurz vor Spielende gelang Polaczek doch noch ein regulärer Treffer. Dieses vierte Tor für Augsburg war sein 100. in 701 DEL-Spielen.

Zum Feiern war ihm danach nicht zumute, denn jetzt hoffen er und seine Mitspieler in Straubing am Sonntagnachmittag wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Gegen den ehemaligen Trainer Larry Mitchell ist das Team sicher besonders motiviert.
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