Sudden Death in Wolfsburg: Der AEV bleibt auf Playoff-Kurs und sein Kapitän bis 2020

Trevor Parkes - hier nach einem Tor im Curt-Frenzel-Stadion - entschied auch das vierte Spiel gegen Wolfsburg: Er traf zum 1:0 und zum 4:3 in der Overtime.
 
Der Kapitän bleibt an Bord: Steffen Tölzer verlängerte seinen Vertrag in Augsburg um zwei Jahre und bleibt bis 2020 beim AEV - mindestens!

Fünfter gegen Sechster, drei Punkte Abstand zwischen Wolfsburg und dem AEV - und von hinten drängen der Siebte Ingolstadt und Sonntagssieger Bremerhaven. Umso wichtiger war die Komplettierung des "Hauptrunden-Sweeps" gegen Wolfsburg: Alle vier Saisonspiele gegen die Autostadt gewann der AEV, im spannenden vierten musste er erstmals einen Punkt lassen. Aber Brady Lamb hämmerte Augsburg kurz vor Schluss in die Verlängerung und Trevor Parkes überwand Wolfsburgs Goalie Brückmann per Bauerntrick zum 4:3-Sieg (1:1, 1:1, 1:1, 1:0)

Trupp zurück auf Parkes: 1:0!

Felix Brückmann musste mehrmals retten, denn der AEV spielte sowohl während eines kurzen Powerplays, vor allem aber mit vier gegen vier Spieler druckvoll. Auch die Grizzlys verlangten Jonathan Boutin einiges ab, aber weder Likens, Sharrow und Aubin noch Cundari und Polaczek trafen ins Tor. Direkt nach einer kurzen Drangphase der Hausherren fiel dann doch der erste Treffer: Evan Trupp hatte den Puck hinter dem Wolfsburger Tor behauptet und passte zurück in den Lauf von Trevor Parkes, der nicht lang fackelte sondern sofort in den Winkel abzog (7. Minute).

In der Folge wurde das Spiel etwas zerfahrener, denn beide Teams sind bekannt für ihr aggressives Forechecking, frühes Stören beim Spielaufbau und schnelle Konter. Fehlpässe sind da vorprogrammiert, mehr und bessere Chancen hatte weiter der AEV, erst recht als er in Überzahl agieren durfte. Hier vergab Mark Cundari die größte Chance, zielte nur minimal daneben und traf den Pfosten. Holzmann prüfte Brückmann, für Wolfsburg traf Furchner die Latte.

Dann darf Wolfsburg Powerplay spielen. Erst hält Boutin stark gegen Alex Weiß, gegen einen Schlenzer von Aubin ist er dann machtlos, denn Voakes fälscht unhaltbar ab (17. Minute).

Immer wieder in Unterzahl: Wolfsburg gleicht aus

Das Mitteldrittel beginnt zerfahren, der weit vorgezogene Abwehrriegel lässt die Wolfsburger wieder nicht ins Spiel kommen. Weiter frühes Stören, Gegenspieler ins Abseits schieben - und vorne immer wieder schießen. So fällt dann auch die erneute Führung: David Stieler gewinnt das Bully, Kapitän Tölzer verlängert zu Arvids Rekis und der hämmert den Puck in den Winkel. Es wird leise im Stadion, nur die sieben (!) mitgereisten AEV-Fans sind mit "Achtzehnhundertachtundsiebzig! Hey! Hey!"zu hören. Etwas lauter wird es beim nächsten Powerplay für die Grizzlys, erst recht als in der 31. Minute der Ausgleich fällt. Wieder ist Voakes der Torschütze, der nach schöner Kombination am langen Pfosten frei steht und ins quasi leere Tor verwandelt. Kurz nutzt Wolfsburg das Momentum, dann ist wieder der AEV am Drücker.

Die Partie wird jetzt hitziger, die Checks sitzen, die Zweikämpfe hart, aber die Grenze des Erlaubten wird nicht überschritten - bis zur Sirene. Als Cundari noch einen Stockschlag von Voakes mitbekommt schnappt er sich diesen und prügelt ihn Richtung Wolfsburger Bank. Darauf kommt der große Sharrow seinem Kollegen zuhilfe, steckt aber vor dem Gang in die Kabine (und zur Strafbank) noch einiges ein vom kleinen Augsburger.

Der Schlussabschnitt beginnt also mit Powerplay für Augsburg, aber hier ist man wieder chancenlos. Wolfsburg befreit sich etwas vom Augsburger dauerdruck, Weiß scheitert an Boutin, dann geht das Scheibenschießen auf Brückmann weiter: Gegen Trupp und zweimal Parkes rettet er sein Team vor dem Rückstand - und dann darf Wolfsburg wieder in Überzahl ran. Und wieder klingelt es im Netz, Furchner hatte auf Alex Weiß quergelegt, Onetimer: Tor.

Erstmals sind die Hausherren in Führung, gut zehn Minuten hat der AEV Zeit um auszugleichen. Mike Stewarts Team spielt weiter wie zuvor, nur sind die Checks jetzt härter, und im Angriffsdrittel wird noch früher angegriffen - aber Brückmann hält die Führung fest. Dreieinhalb Minuten vor Schluss noch einmal Powerplay für den AEV, und eine halbe Minute nach Fausers Stockschlag checkt der Ex-Augsburger Jeff Likens auch noch Evan Trupp gegen den Kopf: Zwei Mann mehr, die große Chance auf den Ausgleich! Ruhig kombiniert man sich um und durch die drei Wolfburger um eine hundertprozentige Chance herauszuspielen. Davies scheitert aus spitzem Winkel. Lamb schießt einmal: Taylor Haskins geht getroffen zu Boden, rappelt sich mühsam auf, da kommt der nächste Lamb-Hammer angerauscht - und der fliegt über Haskins und Brückmann ins Tor - der Ausgleich, zwei Minuten vor der Schlusssirene.

Sudden Death durch Bauerntrick:
Trevor Parkes' zweites Tor entscheidet das Spiel

Nachdem weder der AEV in der verbliebenen 5-gegen-4-Überzahl noch Wolfsburg treffen geht es in die Verlängerung.

Die wird seit dieser Saison drei gegen drei gespielt. Der Platz auf dem Eis kommt technisch guten Spielern zugute, aber auch robuste Cracks können hier glänzen. Wie Trevor Parkes, der in Wolfsburg nur einen Gegenspieler abschütteln muss. Er tankt sich wie so oft durch, kurvt ums Tor und schiebt per Bauerntrick ein. Sein zweites Tor des Abends besiegelt den Auswärtssieg!

Köln kommt, Tölzer bleibt

Jetzt kann Köln kommen, Mike Stewarts Team hat gegen die Haie nach der 1:6-Niederlage noch eine Rechnung offen. Am Freitag um 19:30 Uhr soll es dafür Revanche geben und Steffen Tölzer wieder die Humba anstimmen. Zum feiern Anlass hat der Cäpt'n allemal: Er verlängerte seinen Vertrag beim AEV und bleibt mindestens bis 2020 in Augsburg.
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