Super gespielt, keine Punkte: AEV verliert gegen Nürnberg

Nach der größten Chance zum Ausgleich: Nürnbergs Ehliz im Tor, der Puck daneben. Mark Cundari (nicht im Bild) war an Ehliz' Hinterteil gescheitert.
 
Trevor Parkes feiert das 2:0
Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Im ersten Heimspiel gegen die IceTigers hatten die Panther noch eine Viertelfinal-Rechnung offen und spielten Nürnberg an die Wand: 4:0 stand es nach 60 Minuten. Beim zweiten Aufeinandertreffen im Curt-Frenzel-Stadion hätten sich die Franken über diesen Spielstand nach dem ersten Drittel nicht beschweren dürfen – es stand aber nur 2:0, da mehrmals der Pfosten für den geschlagenen Treutle im EHC-Tor rettete. So kam es wie so oft in letzter Zeit: Zwei Unaufmerksamkeiten im Mitteldrittel, ein Powerplay-Tor im Schlussabschnitt und Nürnberg konnte mit drei unverdienten Punkten die Heimreise antreten.

Da Verteidiger Scott Valentine wieder einsatzfähig war und Neu-Goalie Olivier Roy zuletzt sechs Spiele in dreizehn Tagen absolvieren musste (fünf davon für den ETC Crimmitschau in der DEL2) rotierte wieder Ben Meisner ins Tor. Außerdem beansprucht Meisner keine Ausländer-Lizenz und Mike Stewart kann alle Feldspieler aufstellen. Diese Taktik ging zunächst voll auf, der AEV startete ins Spiel als wäre es eine entscheidende Playoff-Partie und brannte von Beginn an ein Feuerwerk ab. Nürnberg versuchte dagegen zu halten, verbissen geführte Zweikämpfe an der Bande und krachende Checks prägten die ersten zwanzig Minuten – und Augsburgs Offensiv-Festival: Nach fünf Minuten der erste Pfostentreffer, Trevor Parkes hatte im Powerplay abgefälscht. Kurz darauf konnte der anfangs unsichere Treutle einen Parkes-Schuss nicht festhalten: LeBlanc verfehlte den Rebound.

Endlich wieder ein Powerplay-Tor,
dann legt Parkes nach

Nach dreizehn Minuten muss Dupuis vom Eis, zwei Minuten, weil er überhart vor dem eigenen Tor agierte. Und endlich, nach fünf Spielen ohne Powerplay-Treffer zappelt der Puck wieder mal im Netz: Evan Trupp hatte auf den frei stehenden Matt White gepasst, der hatte viel Zeit fürs Zielen und traf neben Treutles Helm ins kurze Eck. Der AEV wollte nachlegen: Der nächste Hammer von Guentzel knallte an die Latte, der übernächste von Parkes wieder im Netz: Doppelschlag innerhalb von 50 Sekunden, der AEV war wieder da. Und weiter ging’s, immer vorwärts, die großen Nürnberger Verteidiger wurden durcheinandergewirbelt und dienten als leichte Trefferfläche für AEV-Checks. Doch leider wurde das Nachlegen versäumt und Nürnberg hielt mit Glück und Härte – auch die Franken setzten einige harte Checks – das 0:2.

Und darauf bauten sie im zweiten Drittel auf, denn natürlich konnten die Panther dieses kräftezehrende Spiel nicht über die sechzig Minuten durchziehen. Als dann Unkonzentriertheiten der Hintermannschaft dazu kamen glich Nürnberg aus: Erst tanzte Milan Jurcina erst die Abwehr und dann Torhüter meisner aus (27. Minute), dann luchste Fox Gabe Guentzel den Puck hinterm Tor ab, schoss von neben dem Tor einen Verteidiger vor Meisner an, sein zweiter Versuch holperte über den Schoner ins Tor – auch Nürnberg kann Doppelpack, zwischen den beiden Toren lagen nur eineinhalb Minuten.

Vor zwei Wochen wäre der AEV wohl jetzt auseinandergefallen und hätte weitere Treffer geschluckt, gegen Nürnberg wurde weiter konzentriert gearbeitet und auf die erneute Führung hingearbeitet. Aber wieder war das Tor minimal zu klein und White scheiterte am Pfosten. Insgesamt viermal schepperte der Puck ans Gestänge, aber wenn die Scheiße am Schläger klebt, dann fehlt eben der siegbringende Zentimeter.

Großer Aufwand, keine Punkte -
Am kommenden Wochenende geht’s gegen Iserlohn und Krefeld

Als sich dann die Schiedsrichter den Unmut der 4020 Fans durch Strafzeiten gegen Augsburg zuzogen versiegte zwangsläufig die Offensive. Die erste Unterzahl wurde aggressiv verteidigt, kurz danach musste mit Valentine der nächste Augsburger auf die Strafbank. Bis zum Drittelende hielt man sich schadlos, aber 1:15 der Strafe musste der Verteidiger zu Beginn des Schlussabschnitts absitzen. Er durfte gerade wieder zurück aufs Eis, da netzte Leo Pföderl zum 3:2 ein. Auch danach brach der AEV nicht ein, kämpfte um jeden Zentimeter, vergeigte aber Chance um Chance. Bei der größten durch Mark Cundari, der durchs ganze Angriffsdrittel gefahren war und Goalie Treutle aus dem Tor und zu Boden gelockt hatte, landete der Puck am Hinterteil vom im Tor liegenden Yasin Ehliz. Auch während zwei Überzahl-Situationen landete der Puck bestenfalls am Außennetz oder wurde in höchster Not von Nürnberger Verteidigern nach vorn gedroschen, deshalb blieb es beim ernüchternden knappen 2:3.

Großer Aufwand, keine Punkte – am nächsten Wochenende gegen das Überraschungsteam Iserlohn und in Krefeld muss zurückgefunden werden in die Erfolgsspur, sonst könnte der Weg zurück in die Playoffplätze bald unmöglich werden.
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