Trotz 0:2 und weiteren Ausfällen: Der AEV kämpft sich cool zurück

Beim dritten Mal hat's geklappt: TJ Trevelyan trifft zum 3:2
 
Sein Trikot mit der Nummer 9 war blutverschmiert nach Krupps Kopf-Check, darum bejubelte Mike Davies den Siegtreffer im Ersatztrikot mit der 41.

Zu den Verletzten Evan Trupp, Adrian Grygiel und Jonathan Boutin kamen im Lauf des Spiels gegen Wolfsburg David Stieler und TJ Trevelyan dazu, und der AEV lag nach gut sieben Minuten 0:2 hinten. Gegen ein taktisch gut eingestelltes und effektives Team wie das von Pavel Gross ist ein Zurückkommen ein Ding der Unmöglichkeit - aber Augsburg fightete zurück, blieb bei Scharmützeln cool und drehte das Spiel. 4:3 hieß es nach harten sechzig Minuten - und die verbliebenen Spieler durften sich feiern lassen.



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Kalte Dusche durch effektive Wolfsburger

TJ Trevelyan war wieder fit, und mit ihrem einsatzbereiten Torjäger startete der AEV ins Spiel, drängte gleich aufs Tor. Etwas zu offensiv agierte Mike Stewarts Team in dieser Anfangsphase, und das nutzten die effektiven Niedersachsen aus: Fauser versenkte quasi den ersten (Nach)-Schuss auf Ben Meisners Tor, da waren noch keine zwei Minuten gespielt. Augsburg stürmte weiter, scheiterte aber immer wieder an Wolfsburgs Torhüter Vogl, während Wolfsburg nur selten gefährlich war. Das zweite Tor fiel trotzdem für die Grizzlys, die einen Konter blitzsauber vollendeten (Riefers, achte Minute).

Kurz darauf die nächste Schrecksekunde: Nach einem harten Check muss AEV-Stürmer David Stieler in die Kabine, aber auch davon ließ sich Mike Stewarts Team nicht beirren und behielt das laufintensive Spiel bei. Mit Erfolg: Zwar wurde zweimal die Paradedisziplin Powerplay nicht genutzt, der Anschlusstreffer fiel dann bei fünf gegen fünf. Das 2:1 war eine schwäbische Koproduktion: Urgestein Tölzer passt auf den Allgäuer Thiel, der sieht rechts Aleksander Polaczeck, und der Stürmer aus Haunstetten versenkt den Puck per Onetimer.

Parkes und Trevelyan drehen das Spiel

Im Mitteldrittel erwischen die Grizzlys einen Kaltstart. Erst fälscht Trevor Parkes einen Guentzel-Schuss unhaltbar ab, dann hat TJ Trevelyan drei Versuche: Den ersten aus der Halbdistanz blockt Vogl. Den zweiten, jetzt versucht TJ den Abpraller unter Vogl ins Tor zu stochern, wehrt der Goalie ab - direkt auf Trevelyans Kelle. Der Stürmer rascht an Torhüter und Tor vorbei und bugsiert dabei den Puck ins Tor - die erstmalige Führung nach 25 Minuten.

Wolfsburg reagierte darauf mit Härte, und die bekam gleich der Torschütze zu spüren: Nach einem ungeahndeten Check in die Bande musste Trevelyan in die Kabine gebracht werden.

Brutalo-Check von Krupp gegen Mike Davies

Für den Schlussabschnitt hatte Pavel Gross noch mehr Aggressivität gefordert, woraus seine Spieler die Härte übertrieben. Der Tiefpunkt war ein Check von Björn Krupp ins Gesicht von Mike Davies. Der große Wolfsburger musste zum Duschen, der kleine Augsburger zu Behandlung auf die Bank. Nachdem der Cut auf der Nase verarztet war konnte er weiterspielen, sein Team wirkte trotzdem geschockt und brachte im fünfminütigen Powerplay nichts auf die Anzeigentafel. Das schafften kurz darauf die wieder vollzähligen Wolfsburger. Wäre das Tor auf der anderen Seite gefallen, Pavel Gross hätte sicher über den Hohen Stock des Torschützen geschimpft und einen Videobeweis gefordert. Mike Stewarts Team arbeitete nach dem 3:3 einfach weiter und zwang die Wolfsburger zu weiteren Fouls. Und in der 54. Minute rächten sie sich auf die in dieser saison übliche Art - mit einem Tor im Powerplay. Der "neue" Spieler mit der Nummer 41 (Davies' 9er-Trikot war blutverschmiert) passte zu Mark Cundari, der ballerte Richtung Tor und Mark MacKay hielt den Schläger in die Flugbahn des Pucks. Der beste Moment fürs erste Saisontor!

Sechs schwere Minuten waren noch zu spielen, und die Schiedsrichter machten sie nicht einfacher. Erst musste Scott Valentine auf die Strafbank und in der Schlussoffensive - Gross hatte längst Vogl durch einen Extrastürmer ersetzt - wurde Brady Lamb für eine Allerweltsaktion bestraft. Nach zwanzig dramatischen Sekunden mit vier Augsburgern gegen fünf hungrige Grizzlys durfte der sechste Heimsieg in Folge gefeiert werden. Der AEV bleibt weiterhin in der Spitzengruppe der DEL und hat mittlerweile 20 Punkte Vorsprung auf Platz 11.

Auf Schlusslicht Schwenningen sind es sogar 23, aber Augsburgs Sonntagsgegner konnte in Bremerhaven gewinnen. Das nächste Heimspiel findet am 23. Dezember statt. Dann hofft ein volles Curt-Frenzel-Stadion auf viele Geschenke für den ERC Ingolstadt - in Form von unverpackten Pucks im Tor der Schanzer.

David Stieler kann wahrscheinlich in Schwenningen spielen, Mike Davies tat das schon kurz nach dem Foul an ihm, nur der Einsatz von TJ Trevelyan ist sehr fraglich.
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