Trotz 1:3 zuhause: Immer weiter, Augsburger Eislaufverein!

  Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Ein Schal, frisch herausgegeben zu den Playoffs, steht sinnbildlich für die Mannschaft des AEV: "Immer weiter!" Man liegt nach einer fragwürdigen Strafzeit schnell zurück, aber hält strikt am Gameplan fest: Checken, Sprinten, Schießen. Auch wenn dabei nichts Zählbares herausspringt und Nürnberg sehr effektiv zwei Tore im Mitteldrittel nachlegt: Egal - Checken, Sprinten, Schießen. Als gleich zu Beginn des Schlussabschnitts der Anschluss fällt wird noch ein Zahn zugelegt, von den Spielern und den Fans. Aber Nürnberg ist heute auch sehr gut im Sprinten, Checken und Schießen - beim letzteren auch noch effektiv und gewinnt das zweite Viertelfinalspiel mit 3:1 im Curt-Frenzel-Stadion.


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Shugg für Trupp, Thiel für Detsch

Nach dem Freitagsspiel gab es Ausfälle auf beiden Seiten: Nürnberg verzichtete auf den Einsatz von Brandon Prust, für ihn spielte Rob Schremp; Leo Pföderl fiel verletzt aus dem Kader. Bei Augsburg fehlte zu Evan Trupp jetzt auch Mike Davies, dafür war Justin Shugg wieder einsatzbereit; für Förderlizenzspieler Hans Detsch rutschte Alex Thiel nach überstandener Verletzungspause zurück ins Aufgebot. Masse konnte also aufgeboten werden, aber mit Davies und Trupp fehlt dem AEV die Kreativität zweier wichtiger Stützen.

Das machte sich vor allem im Powerplay bemerkbar. Nürnberg war da eiskalt und benötigte nicht einmal eine Minute fürs frühe 1:0. Hafenrichter war nach einem Zweikampf an der Bande auf die Strafbank geschickt worden. Die Franken hatten sich in die Formation gespielt, der neu in den Kader rotierte Schremp passte von rechts scharf vors Tor, wo Steven Reinprecht den Puck ins Netz ablenkte. Die Partie wurde kampfbetont und intensiv geführt, die Spieler beider Teams werden nach dem Spiel gefleckt ausgesehen haben wie Dalmatiner mit blauen Punkten. Oft konnte den Checks ausgewichen werden und der Checker rammte die Bande, noch öfter rummsten die Körper aneinander.

Yasin Ehliz musste im ersten Drittel zweimal zwei Minuten pausieren, aber seine Kollegen spielten ein aggressives Penaltykilling, wie es sonst eher beim AEV zu sehen ist: Früh schon wurde der Spielaufbau unterbunden, wenn die Augsburger es ins Angriffsdrittel geschafft hatten wurde es jedoch gleich brandgefährlich. Aber Andreas Jenike im Tor des EHC hielt die Führung fest, es ging mit 0:1 in die Pause.

Dasselbe Bild zu Beginn des Mitteldrittels: Der AEV spielte nach vorn, und als in der 32. Minute Nichlas Torp zwei Minuten wegen Hakens absitzen musste belagerte der AEV Jenike - leider erfolglos. Kaum waren die zwei Minuten abgelaufen folgte die kalte Dusche: Möchel erobert den Puck nach einem AEV-Angriff, passt weit vor auf Steckel, der an den frisch von der Strafbank gestarteten Torp abgibt. Gegen dessen Hammer aus vollem Lauf hat Boutin keine Chance. Und es kam noch schlimmer, fünf Minuten vor der Pause gelang Segal der dritte IceTigers-Treffer. Nur kurz wirkte Augsburg geschockt, auch die sonst sehr laute Kurve hatte kurzzeitig die Anfeuerung eingestellt. Doch viele haben sich den Schal zugelegt. "Immer weiter", noch sind über zwanzig Minuten zu spielen und ein Tor bringt das Team ins Spiel zurück.

Frühes Tor im Schlussdrittel und das Stadion steht

Das fiel nicht mehr im zweiten Abschnitt, aber kurz nach Wiederanpfiff. Bei Ehliz' dritter Strafe klappte das Überzahlspiel endlich: Justin Shugg hatte den Puck vors Tor gespielt, wo Ben Hanowski lauerte - und die Nummer Vierzehn arbeitete die Scheibe rein. Jetzt war das Publikum da wie selten, aus vollem Rohr wurde das Team nach vorn gepeitscht. Und es funktionierte, der Funke sprang über und die Mannschaft baute Druck auf ohne Ende. Jetzt standen auch die Geraden auf, das "Super AEV, olé olé" der Fans hätte man früher bis nach Kriegshaber gehört.

Aber es half nichts, Jenike hatte immer noch einen Schoner oder seine Finger am Puck. Auch mit sechs Mann - zwei Minuten vor Schluss holte Mike Stewart Boutin vom Eis - wollten die fehlenden zwei Tore nicht mehr fallen.

Nürnberg war in einem intensiven Spiel ein bisschen besser, ein bisschen glücklicher und vor allem effektiver und gleicht aus. Bleibt es bei dieser Leistung auf beiden Seiten, dann wird in einer langen Serie jeweils die Tagesform entscheiden. Schon am Sonntag geht es weiter, dann wieder in Nürnberg, Spielbeginn ist um 16:30 Uhr.
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