Uli Hoeneß und die Austroaugsburger: Was im Duell mit dem FC Bayern für den FC Augsburg spricht

Alfred Finnbogason ist nach seiner Rückkehr einer der Hoffnungsträger des FC Augsburg - dabei hat der Isländer vor seiner Verletzungspause lediglich ein Bundesligator erzielt. Gut möglich, dass er bei den Bayern zumindest als Joker eingesetzt wird. (Foto: Alexander Heinle)
 
Raul Bobadillas Siegtreffer in München zum durchklicken. (Foto: Klaus Rainer Krieger)

Der FC Augsburg tritt am Samstag beim FC Bayern München an. Weil beim Gastspiel in der Allianz Arena freilich zahlreiche Gründe gegen einen Erfolg des FCA sprechen, haben wir ein paar Mutmacher für die Elf von Trainer Manuel Baum gesammelt.

Der Isländer.

Wer erinnert sich noch an den 30. September 2016? Alfred Finnbogason bestimmt. Da stand der Stürmer das bislang letzte Mal für den FC Augsburg in der Bundesliga auf dem Platz. Seither hat man den Isländer so sehnlich vermisst, wie Gotham City Batman. Allerdings war Finnbogason nicht aus hehren Gründen untergetaucht – er hatte mit einem anderen Bösewicht zu kämpfen: einer hartnäckigen Schambeinentzündung.

Sportchef Stefan Reuter hatte regelmäßig die Stirn in Falten gelegt, wenn er auf den schleppenden Heilungsprozess des Angreifers angesprochen wurde. Finnbogason ließ sich gar in Dubai behandeln, nachdem er die Beschwerden nicht loswurde. Exakt ein halbes Jahr später ist die bundesligalose Zeit für den Stürmer überstanden.

Alfred Finnbogason gegen die Liga der Superschurken

Vorige Woche vollbrachte er seine erste Heldentat. Er traf im Test gegen Greuther Fürth zum 1:1, das auch den Endstand bedeutete. Das ist zwar in etwa so, als würde Batman einer alten Frau über die Straße helfen, aber immerhin ein guter Testlauf, stehen ihm ja am Samstag quasi Joker, Riddler und Pinguin gleichzeitig gegenüber. Gegen diese Liga der Superschurken hofft nun der FC Augsburg auf das große Heldenstück des verlorenen Sohns. Schließlich gilt es, den FCA vor dem Untergang zu retten.






Hoffnung für den FC Augsburg: Von Guardiola, Salahi und Mölders

Der Hoeneß-Uli.

Und noch eine Rückblende: Exakt drei Jahre ist es her, da sprach Pep Guardiola, damaliger Trainer des FC Bayern einen Satz, der in etwa die Wirkung einer Nadel hatte, die man in einen Luftballon stößt. „Die Bundesliga ist vorbei, wir haben gewonnen“, stellte der Katalane fest.

Blöd nur, dass zu diesem Zeitpunkt noch sieben Ligaspiele anstanden. Das unmittelbar folgende beim FC Augsburg. Sascha Mölders traf, der FCA siegte gegen eine Bayern-Elf, in der hinten links ein 20-Jähriger namens Ylli Salahi verteidigte. Den mussten wohl selbst eingefleischte Fans der Münchner erst einmal googlen.

Warum Uli Hoeneß dem FC Augsburg einen Gefallen tat

Zwar ist der FC Bayern noch nicht rechnerisch Meister, so wie damals. Und doch tat es vorige Woche Uli Hoeneß kund: „Seit Samstag ist es durch“, guardiolate er nach dem Sieg in Gladbach und nahm prompt Glückwünsche des Fragestellers entgegen. Beim FC Augsburg wird man das mit Freude gehört haben – und ein wenig traurig sein, dass Carlo Ancelotti und nicht Uli Hoeneß die Aufstellung der Bayern macht. Salahi könnte er jedoch nicht mehr aufstellen. Der spielt mittlerweile in Karlsruhe. Und Mölders bekanntlich bei 1860.


Der Tobi.

Damals nicht auf dem Platz: Tobias Werner. Er kurierte einen Bruch der Augenhöhle aus. Vorige Woche schaute der jetzige Stuttgarter jedoch am Übungsplatz der alten Kollegen vorbei.

Die Austroaugsburger.

Freilich, die Bayern haben den neuen Spielführer der rot-weiß-roten Nationalelf. Dafür bietet der FCA gleich drei Alpen-Kicker auf. Martin Hinteregger, der mutig und auch ein bisserl narrisch nach vorne prescht wie ein Abfahrer, der sich die Kitzbühler Streif hinunterstürzt. Georg Teigl, der zuletzt als Tschinäula, so nennen sie in seinem Heimatland einen fleißigen Arbeiter, auf der Außenbahn überzeugte und per leiwander Flanke das 1:1 gegen Freiburg servierte. Und dann ist da noch der Danso Kevin, der Strizzi, der nach seinem starken Auftritt gegen RB Leipzig bereits als Augsburger Alaba bezeichnet wurde.

Österreichische Favoritenschrecken gelten gerade als fesch

Gut möglich, dass die Austroaugsburger auch in München wieder Teil einer defensiven Fünferkette sein werden. Zumal Österreichische Favoritenschrecken derzeit als fesch gelten: Werder Bremen siegte neulich gegen Leipzig 3:0. Alle drei Tore waren made in Austria.

Der Gästeblock.

Als sich der FC Augsburg zuletzt in München präsentierte, traute sich der neongelbe Igel selbst bei einem 1:2-Rückstand kurz vor dem Ende kaum über die Mittellinie. So sehr hatte Trainer Dirk Schuster ihn auf Vorsicht getrimmt, dass sich wohl manch einer fragte, ob der FCA im Pokal auf sein Torverhältnis Acht gab oder gar auf ein Rückspiel hoffte.

Samstag, fünfzehndreißig: Augsburger Block in München ausverkauft

Vielleicht hatten einige beschlossen, sich für den vermeintlichen Pokalfight lieber nicht dem Zorn ihrer Arbeitskollegen auszusetzen, wenn sie am nächsten völlig übermüdet Stirn südwärts und schnarchend auf der Tastatur wegpennen. Jedenfalls fanden nicht alle Gästetickets einen Abnehmer.

Dieses Mal ist nun aber Bundesliga, Samstag, fünfzehndreißig, der FCA spielt gegen den Abstieg und sonntagmorgens kann sich ein Schlachtenbummler ausgiebig von den Strapazen erholen. Der Block in einer der oberen Ecken der Münchner Arena ist entsprechend ausverkauft und in jedem Kopf mit dabei: Gedanken an den 9. Mai 2015, noch so ein Tag im Saisonendspurt. Als Bayern bereits Meister war – und Bobadilla mit der Hacke traf.



Zusammengestellt von David Libossek
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Max Kaiser aus Augsburg - City | 29.03.2017 | 20:47  
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