Vom Eiskanal nach Brasilien - Augsburg schickt drei Slalom-Kanuten nach Rio 2016

Die beiden Olympia-Teilnehmer Sideris Tasiadis und Melanie Pfeifer erhalten von Horst Woppowa, dem Vorsitzenden ihres Vereins, Kanu Schwaben Augsburg, als Glücksbringer olympische Startnummern von 1972.
Die beiden Kanu-Slalom-Sportler Melanie Pfeifer und Sideris Tasiadis sind unterwegs auf ihrer Medaillen-Mission. Bei warmem Wetter an der Trainingsstrecke am Eiskanal verabschiedeten sich die Olympia-Teilnehmer gen Rio. Die Kanu Schwaben stellen zwei der fünf deutschen Paddler, die in dieser Disziplin bei Olympia antreten. Hannes Aigner vom Augsburger Kajak-Verein ist ein weiterer Fuggerstädter im Kader der Slalom-Kanuten.

Der Kanu-Schwaben-Vorsitzende Horst Woppowa freut sich: „Es gelingt unserem Verein immer wieder, bei Olympia dabei zu sein.“ Als Glücksbringer erhielten Pfeifer und Tasiadis einen Talisman: Olympische Startnummern von den Spielen 1972, die in Augsburg stattfanden. Zu dieser Tradition erklärt Woppowa: „Die Sportler sind dann mit Erfolg zurückgekehrt - wir freuen uns aber über jede Platzierung.“

Am Sonntag sind die Kanuten nach Brasilien geflogen – zum inzwischen fünften Mal. Dort stehen ihnen noch zwei Wochen tägliches Training bevor, berichtet Pfeifer. Die Vorfreude der beiden ist dabei groß, vorbereiten auf den tatsächlichen Wettkampf möchten sie sich, indem sie sich an die Strecke gewöhnen und sich volle Tribünen vorstellen – auch, wenn das gar nicht so einfach sei, wie Tasiadis erzählt, der bereits bei Olympia 2012 in London an den Start gegangen war – und Silber holte.

Im November seien sie zum ersten Mal drüben gewesen, erzählt Pfeifer. Dabei sind beide Sportler „erschrocken“, als sie gesehen haben, wie groß der Unterschied zwischen Arm und Reich ist. Am Anfang habe sie sich deshalb schon schlecht gefühlt, berichtet Pfeifer: „Ich verstehe nicht, warum so eine Stadt die Olympischen Spiele austrägt. Ich hoffe, die Menschen haben von den Arbeiten, die im Vorfeld anstanden, etwas profitiert.“ Auch Tasiadis berichtet, dass eigentlich Geld für Kanalisation, Stromleitungen gebraucht würde. „Sie haben selber noch so viele Probleme“, fasst er zusammen, unter anderem eine hohe Kriminalität.

Zu sehr trüben lassen möchten sie sich ihre Vorfreude aber nicht. Nach ihren eigenen Kämpfen wollen sie die Spiele der anderen weiter verfolgen.
Die touristischen Highlights haben sie sich schon angesehen, und Pfeifer möchte ihrer Familie nach dem Wettkampf die schönsten Orte zeigen.
Dabei kennen auch die Olympioniken noch nicht alles: Auf ihre Unterbringung im olympischen Dorf sind beide gespannt. Vermutlich in Appartements mit drei Schlafzimmern werden die Sportler im deutschen Haus geschlechtergetrennt untergebracht. Ihre Zimmerkollegen kennen die Kanuten noch nicht, aber das Haus sei wohl voll belegt. Von außen sei „das Dorf sehr gesichert, es gibt drei Zäune und Betonblocks gegen Panzer“, schildert Tasiadis.

Langsam steigt die Nervosität vor dem Wettkampf – während Tasiadis der erste deutsche Kanute ist, der antreten darf, ist Pfeifer erleichtert, dass sie den Jungs erstmal zuschauen kann. Für die Männer beginnt die Qualifikation am 7. August, für sie einen Tag später. Ihre Chancen können Pfeifer und Tasiadis schlecht einschätzen – aber sie seien fit, und es komme immer ein wenig auf Glück und die Tagesform an, erklären sie.
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