Walther Seinsch zum Ehrenbürger ernannt

Walther Seinsch wurde bei einem Festakt von Oberbürgermeister Kurt Gribl die Ehrenbürgerwürde verliehen. Foto: Martin Augsburger
 
Nach Hans Breuer, Peter Menacher und Kurt F. Viermetz ist Walther Seinsch der vierte lebende Ehrenbürger der Stadt Augsburg. Foto: Martin Augsburger

Eine große Auszeichnung erhielt der ehemalige FCA-Präsident Walther Seinsch am Freitag im Goldenen Saal. Dem 73-Jährigen wurde bei einem Festakt die Ehrenbürgerwürde verliehen. Die Gründe für die Auszeichnung sind vielfältig.


Die Erfolgsgeschichte begann im Jahr 2000. Der heutige Bundesligist FC Augsburg spielte damals in der Bayernliga, der vierthöchsten deutschen Spielklasse. Die Zeiten sahen alles andere als rosig aus, als mit Walther Seinsch ein Unternehmer kam und dem FCA mit seiner Vision den Weg zurück ins Profigeschäft bescheren sollte. Seinsch, der in der Modeindustrie tätig war, versuchte bereits im vergangenen Jahrhundert bei den Vereinen Schalke 04 und SSV Reutlingen 05 als Fußballfunktionär einzusteigen, was allerdings nicht gelang.

Der FCA nahm ihn hingegen mit der Kusshand auf - und ist nun, 15 Jahre später, drei Klassen höher positioniert und kämpft aktuell sogar um die internationalen Ränge. Ein großer Verdienst von Seinsch, der den Bau der heutigen SGL-Arena vorantrieb und so eine moderne Spielstätte für die Schwaben garantierte. Als er im vergangenen November den Posten als Vorstandsvorsitzenden bei der Jahreshauptversammlung aufgab, waren die FCA-Anhänger bestürzt.

Am Freitag wurde er neben seinen sportlichen Tätigkeiten auch für sein soziales Engagement geehrt und gelobt. Sichtlich gerührt zeigte sich Seinsch von den Lobeshymnen: „Ich bin noch nie so in den Himmel gelobt worden. Die Auszeichnung macht mir stolz, aber auch ein wenig verlegen.“ Zuvor huldigten die beiden Festredner Oberbürgermeister Kurt Gribl und der Präsident des Deutschen Ligaverbandes (DFL) die Verdienste des ehemaligen FCA-Präsidenten.

Gribl bedankte sich für den Einsatz von Walther Seinsch und seiner Frau Ingrid in der von ihnen gegründeten Stiftung „Erinnerung Lindau“, die sich für eine Erinnerungskultur stark macht. Damit soll die Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet werden. Seit 1999 vergibt die Stiftung jährlich den Marion-Samuel-Preis, um den während des Nationalsozialismus ermordeten jüdischen Kindern zu gedenken.

Imagegewinn für Augsburg

Die erfolgreiche sportliche Entwicklung beim FCA hat auch der Stadt Augsburg einen Gewinn gebracht, wie der Oberbürgermeister betonte: „Durch den FC Augsburg hat auch Augsburg einen Imagegewinn erfahren.“ Gribl freute sich, Seinsch die höchste Auszeichnung der Stadt zu verleihen: „Am schönsten ist es Augsburger zu sein, insbesondere als Ehrenbürger.“

DFL-Präsident Reinhard Rauball war beim Anblick des Goldenen Saals zunächst etwas sprachlos: „Ich war erstaunt von der Schönheit des Raums, das ist durchaus ein würdiger Rahmen für die Verleihung.“ Seinsch habe, zweifellos, mit dem Aufschwung des FCA und den daraus resultierenden positiven Entwicklungen in der Stadt zu tun. Rauball bewundere Seinsch, da dieser nicht wie viele andere der Typ „One-Man-Show“ sei, der sich selbst zu wichtig nimmt. Genau das bewies Seinsch dann auch. Nachdem er die Urkunde erhielt und sich in das Goldene Buch der Stadt eintrug, dachte er an seine Mitstreiter: „Ich nehme die Auszeichnung stellvertretend für viele Leute an, die mit mir in den zurückliegenden 15 Jahren zusammengearbeitet haben.“

Der vierte lebende Ehrenbürger der Stadt Augsburg

Die über 200 geladenen Gäste bedachten den ehemaligen FCA-Präsidenten mit stehenden Ovationen. Seinsch ist nach Hans Breuer (seit 1991), Peter Menacher (seit 2003) und dem Mäzen Kurt f. Viemetz (seit 2004) der vierte lebenden Ehrenbürger der Stadt Augsburg. Seine Ansprache nutzte er für einen gesellschaftspolitischen Appell: „Jedes Kind ab sechs Jahren soll einen Mannschaftssport im Verein oder der Schule betreiben. Fußball ist Motor der Integration, wie der Sport überhaupt.“

Augsburger Domsingknaben fragen nach dem Meistertitel

Den festlichen Rahmen gestalteten die Augsburger Domsingknaben unter Leitung von Reinhard Kammler. Dabei erhielten die Sänger großen Beifall für ihre a-cappella-Version der FCA-Hymne „Rot-Grün-Weiß“ und für das Lied „Sag mir quando, sag mir wann“, mit dem gefragt wurde, wann denn der Meistertitel zu erwarten sei. Die anwesenden FCA-Verantwortlichen und Spieler nahmen es mit Humor. von Martin Augsburger
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