WM in Katar: Gewerkschaft nimmt Vereine der Region in die Pflicht

Rote Karte für die FIFA: Die IG BAU fordert faire Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen - und neue Regeln bei der Vergabe. Heimische Fußballvereine sollen durch »Druck von unten« den DFB zum Protest bei der FIFA bewegen. Foto: IG BAU
Fußballvereine im Kreis Augsburg sollen sich beim DFB für eine faire WM in Katar einsetzen, fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

Faires Spiel – faire Arbeit: Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) appelliert an Fußballvereine im Kreis Augsburg, sich beim DFB für faire Fußball-Weltmeisterschaften einzusetzen. Gerade die Vergabe-Bedingungen müssten geändert werden. Die Gewerkschaft setzt dabei auf „Druck von unten“: „Katar geht uns alle etwas an“, sagt Hugo Herburger.

WM-Baustellen: Brutale Zustände
Für den Bezirkschef der IG BAU Schwaben liegt ein „dunkler Schatten“ auf der WM 2022: „Auf den WM-Baustellen in Katar herrschen brutale Zustände. Gastarbeiter schuften dort bei extremer Hitze. Der Arbeitsschutz ist gleich null.“ Unfälle seien an der Tagesordnung, es habe schon viele Tote gegeben. Die Unterbringung der Bauarbeiter in Katar sei katastrophal. Sie würden wie Arbeitssklaven gehalten. „Wie kann man sich da vor den Fernseher setzen und die WM-Spiele noch genießen?“, so Herburger. Der Gewerkschafter appelliert an die Fußballfans und -vereine im Kreis Augsburg, nicht wegzusehen und Flagge zu zeigen.

„Fußballvereine im Kreis Augsburg haben die Möglichkeit, sich direkt beim DFB für faire Arbeitsbedingungen auf den Katarer WM-Baustellen stark zu machen“, so Herburger. Die Vereine könnten Protest-Post an den Deutschen Fußball-Verband schicken. Der DFB solle diesen Druck dann an die FIFA weitergeben. „Bei der Vergabe der Weltmeisterschaften brauchen wir neue Regeln. Dazu gehören faire Arbeitsbedingungen“, so der IG BAU-Bezirkschef.

„Fair Play gilt auf dem Rasen genauso wie auf der Baustelle“, so Herburger. Für die Zustände in Katar müsse sich der Weltfußballverband verantwortlich zeigen: Die FIFA habe die WM leichtfertig nach Katar vergeben und interessiere sich offensichtlich herzlich wenig für die dortigen Arbeitsbedingungen. Das dürfe sich bei künftigen Weltmeisterschaften nicht wiederholen.
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