Zdenko Miletic: "Besonderes Flair in der Rosenau"

 

Am Samstag, 1. Oktober, veranstaltet die aktive Fanszene gemeinsam mit dem FC Augsburg einen Traditionstag im Rosenaustadion. Zdenko Miletic, ehemaliger FCA-Profi und aktuell Torwarttrainer beim FCA, hat selbst noch in der Rosenau gespielt. Im Interview erzählt er von besonderen Erlebnissen.

"Mile", du bist 2002 von Arminia Bielefeld zum FC Augsburg gewechselt, als ein neues Stadion noch Zukunftsmusik in Augsburg war. Wie sind deine Erinnerungen an die Rosenau in deiner Anfangszeit?
Miletic: "Wir haben damals ja noch in der Bayernliga gespielt, deshalb war das Zuschauerinteresse eher gering. Ich kenne aber aus dieser Zeit noch sehr viele Zuschauer persönlich, da die Fanbasis ja ziemlich überschaubar war. Nach der Insolvenz war der FC Augsburg aber unter der Führung von Walther Seinsch dabei, eine neue schlagkräftige Truppe aufzubauen. Ich bin da gerade zur richtigen Zeit gekommen, denn wir sind sofort als Meister in die damals drittklassige Regionalliga aufgestiegen."

Kannst du dich noch an den 4. Juni 2005 erinnern?
Natürlich... dieser Tag war für uns Spieler, aber auch für die zahlreichen Fans, wie ein Schlag ins Gesicht. Wir mussten gegen Jahn Regensburg am letzten Spieltag gewinnen, um endlich in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Doch trotz unserer 1:0-Führung gaben wir die Partie in der Schlussphase aus der Hand und mussten uns mit ansehen, wie der Gegner feierte, obwohl es um nichts mehr für sie ging. Aber sie hatten uns am Aufstieg gehindert. Mir tat es auch für die vielen Fans sehr Leid, das Stadion war seit langem mit 27.000 Zuschauern einmal wieder komplett ausverkauft. Aber so läuft es eben manchmal im Fußball.

Gehen wir weg vom Negativen. Was war dein schönstes Erlebnis in der Rosenau?
Ganz klar der Aufstieg in die 2. Bundesliga ein Jahr nach dem verlorenen Spiel gegen Regensburg. Es war nicht selbstverständlich, dass wir in der Saison 2005/2006 noch einmal oben mitspielen würden, doch am Ende haben wir die Liga dominiert und sind verdientermaßen aufgestiegen. Ich glaube wir hatten 19 Punkte Vorsprung auf einen Nichts-Aufstiegsplatz. Gerade nach dem Erlebnis im Vorjahr war das ein tolles Gefühl. Da wir bereits vier Spieltage vor Saisonende aufgestiegen waren, konnten wir beim letzten Heimspiel gegen den 1. FC Eschborn eine schöne Feier mit unseren Fans veranstalten.

Der FCA trat zwar in der 2. Bundesliga noch im Rosenaustadion an, doch der Umzug in eine neue Arena war damals bereits beschlossene Sache.
Das stimmt und wir freuten uns auf ein neues modernes Stadion, das den Anforderungen an den Profifußball gewachen war. Walther Seinsch wurde mit seiner Zukunftsvision einer neuen Arena zwar immer belächelt, aber am Ende konnte er alle Kritiker vom Neubau der Arena überzeugen. Auch wenn ich viele Erinnerungen an die Rosenau habe und der Abschied schwer gefallen ist, war der Neubau für den Verein genau der richtige Schritt, um sich weiterzuentwickeln.

Aktuell spielen einige Nachwuchsmannschaften so wie die U23 in der Rosenau. Du kommst auch oft zu den Spielen in die alte Heimat vorbei. Wie ist dein Gefühl dabei?
Ich finde es schön, dass wir weiterhin Teams haben, die noch in der Rosenau spielen. Das Stadion gehört einfach zu Augsburg und dem FCA und ich gehe weiterhin gerne dorthin. Für unsere Nachwuchsmannschaften ist es auch toll, sich an so einem Ort präsentieren zu dürfen. Ganz besonders hat mich beim Umzug übrigens gefreut, dass Videos mit der Anzeigetafel und unserem Wagner Josef gedreht wurden, die nun bei Toren auch in der WWK ARENA eingeblendet werden. Das erinnert an das besondere Flair, das im Rosenaustadion herrschte. (pm)
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