Zoo bald ohne Elefanten?

Mit der Gesamtnote von 1,7 erzielte der Zoo Augsburg laut einer im September durchgeführten Besucherumfrage ein hervorragendes Ergebnis. Doch die Unterbringung der betagten Dickhäuter stieß auf Kritik. 17,9 Prozent der Befragten bezeichneten die Anlage als nicht zeitgemäß.

Nachdem die Afrikanischen Elefanten in den Niederlanden eine neue Heimat gefunden hatten, leben nur noch ihre asiatischen Verwandten, die 58-jährige Targa und der ehemalige Zirkuselefant Burma, in Augsburg. Targa zählt zu den derzeit ältesten in Europa lebenden Asiatischen Elefanten.

Wie die Besucherumfrage ergab, würden jedoch vor allem die Afrikanischen Elefanten vermisst. „Die einzige Lösung, Elefanten halten zu können, ist, Geld in die Hand zu nehmen“, sagt Zoochefin Barbara Jantschke. Aber: „Eine Million wird da nicht reichen.“ Die Neugestaltung von Vorplatz, Haus und Außenanlage würden um die sechseinhalb Millionen Euro erfordern, schätzt sie. Diesen hohen Betrag kann der Zoo allein nicht stemmen.

Nach den Kommunalwahlen 2014 möchte die Zoochefin Finanzierungsmöglichkeiten bei der Stadt ausloten. Jantschke hofft auf einen Baubeginn im Jahr 2015. Sollte sich das Bauvorhaben als nicht finanzierbar herausstellen, wäre es für die jährlich mehr als 600 000 Zoobesucher sicher eine Enttäuschung. Denn obwohl der Zoo mehr als 300 Tierarten (insgesamt 1500 Tiere) auf der 22 Hektar großen Parkanlage beherbergt, kommen viele auch oder vor allem wegen der Elefanten.

Der Verlust der Rüsseltiere wäre also ein enormer Attraktivitätsverlust für den Zoo. Schon jetzt vermissen die Besucher überraschend oft Tiere, die es früher zu sehen gab, beispielsweise Krokodile, Bisons und Kamele. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht schon bald auch die Elefanten dazugehören.
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