Augsburger Flugplatzheide: Naturschützer geben artenreiches Areal nicht auf

Artenschutz vor Bebauung: Die Naturschutzallianz kämpft weiter um die Flugplatzheide. Foto: oh

Die Naturschutzallianz hat erneut an die Regierung von Schwaben appelliert, die artenreiche Flugplatzheide in Augsburg-Haunstetten nicht zu bebauen. „Trotz des Baurechtes, das von uns nicht bezweifelt wird, aber aufgrund der neueren Entwicklungen“ solle die Regierung „nochmals die Alternativen prüfen“, fordert Sprecher Günther Groß. Auf dem Areal in der Nähe der Universität sollen rund 80 Wohnungen für bis zu 320 anerkannte Flüchtlinge errichtet werden. Doch, so schreiben die Naturschützer in einer Pressemitteilung: „Es habe sich seit dem ersten Eilantrag im Herbst 2015 einiges geändert.“

Es habe sich seit dem ersten Eilantrag im Herbst 2015 einiges geändert, was einen anderen Standort für die rund 80 Wohnungen für bis zu 320 anerkannte Flüchtlinge ermöglicht, die auf dem Areal am Landesamt für Umwelt entstehen sollen.
Die Naturschützer haben bereits einen Vorschlag: Mit dem Bau des Medizincampus am Klinikum werden große Flächen versiegelt, für die Ausgleichsflächen notwendig sind, argumentieren sie. "Das wäre eine gute Möglichkeit für die Regierung, die wertvolle Flugplatzheide als Ausgleichsfläche anzubieten", fährt die Gruppe fort. "In gleichem Zuge könnte die Stadt Augsburg mit einem geschützten Landschaftsteil die Heide schützen."

"Das wäre ein Zeichen, nicht nur von einer Umweltstadt Augsburg zu sprechen, sondern entsprechend zu handeln", appelliert die Allianz. 200 Hektar habe die Flugplatzheide einmal umfasst, "erschreckend kleine" vier davon sind übrig - wovon wiederum ein Fünftel mit den Wohnungen überbaut werden soll.

"Wie soll der kleine Bürger noch einen Respekt vor den Belangen der Natur haben, wenn die Behörde, die von Amts wegen die Natur schützen soll, so kompromisslos das Naturschutzgesetz missachtet", fragen Groß und seine Mitstreiter rhetorisch.

Anfang November hatte die Regierung von Schwaben endgültig entschieden, die Wohnungen auf der Fläche, die dem Freistaat gehört, zu errichten. Das sei in enger Absprache mit dem Umweltministerium geschehen. Der Rest des Areals soll als Kompromiss unter Naturschutz gestellt werden. (lib)
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