Die Sprache, die keine Übersetzung braucht

Am 19. März 2016 fand im Pianohaus „hermes & weger“ Augsburg ein Konzert der Klavierklasse Alla Gonchar statt.

Wir sind daran gewöhnt, dass Kinder sich in der Regel von klein auf mit Musik beschäftigen, und dass Musiker in einem sehr frühen Alter anfangen, aber das pädagogische Vorbild von Alla Gonchar spricht dafür, dass es nie zu spät ist, zu tun, was Sie lieben, denn der älteste Schüler hier war 55 Jahre alt.
Am Konzert nahmen fünf Schüler dieser erfolgreichsten Pädagogin der russischen Diaspora Augsburg teil. Die Zuhörer konnten zweieinhalb Stunden lang mit auf eine spannende Reise gehen: nicht nur in verschiedene Länder der Welt, sondern auch über verschiedene Stile, Genres und Epochen der Musik. Die einzelnen Schüler führten jeweils kurz in das dargebotene Werk ein.

Wir hörten Werke von Peter Tschaikowsky, Reinhold Glière (eines russischen und sowjetischen Komponisten deutscher Herkunft), Sergei Rachmaninoff, Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin, Franz Schubert und Robert Schumann. Aber neben solche klassischen Werke traten auch moderne, zum Beispiel der berühmte Tango „La Cumparsita“ vom uruguayischen Komponisten Gerardo Matos Rodríguez, ein nicht weniger populärer Tango nuevo („Libertango“) des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla, Boogie-Woogie, Blues und ein Potpourri von Themen aus der Musik des deutschen Komponisten Klaus Badelt für den Kult-Film „Fluch der Karibik“.

Den Ausländern wird oft vorgeworfen, dass sie sich schlecht in die deutsche Gesellschaft integrieren, aber die Musik ist eine Kunst, die keine Übersetzung braucht, und mit Freude nehme ich wahr, dass in diesem Fall der Austausch gelingt – zwischen einer talentierten Lehrerin und ihren Schülern. Ich möchte sie nennen: Kerstin Phillip, Elias Gast, Angelo Zanon (dessen Mutter übrigens Ukrainerin ist), Lothar Ostertag und Isabelle von Perger. Bei all ihren Unterschieden im Alter und in der musikalischen Erfahrung – die teils erst auf ein halbes Jahr!, teils schon auf viele Jahre bei Frau Gonchar zurückgeht – haben sie alle etwas Gemeinsames: die große Leidenschaft für die Musik, die sich im Spiel auf dem Klavier ausdrückt.

Der Höhepunkt des Konzertes war der Auftritt von Alla Gonchar. Er kann als ein kleiner Meisterkurs für Ihre Schüler gelten, die so gesehen und gehört haben, in welche Richtung sie sich bemühen müssen. Der Abend endete mit einer gemeinsamen Musik-Improvisation zu viert auf zwei Flügeln. Das Konzert fand in einer sehr ungezwungenen Atmosphäre statt, und das Publikum nahm alle Interpreten herzlich an.

Zum Schluss eine gute Nachricht für diejenigen, die versuchen wollen, eine Klavierkarriere zu starten: Am 2. April, von 16.00 bis 18.00 Uhr, findet im Pianohaus „hermes & weger“, Halderstraße 16, die Auswahl für die Klavierklasse von Alla Gonchar statt. Dank finanzieller Unterstützung werden die Kurse kostenlos durchgeführt.
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