Ein Infoabend in der Kirche

Aufgrund der steigenden Anzahl von Asylbewerbern muss die Stadt Augsburg im Auftrag des Freistaates Bayern weitere dezentrale Unterkünfte zur Verfügung stellen. Nach den Stadtteilen Bärenkeller, Jakobervorstadt, Oberhausen und Pfersee sind in Haun-stetten ebenfalls Unterkünfte eingerichtet. Hierzu fand am Mittwoch vor einer Woche in St. Albert eine Informationsveranstaltung statt.
Wegen des großen Interesses der Bürger musste Hausherr Dekan Markus Mikus die Kirche öffnen, die bis auf den letzten Platz besetzt war.

Bürgermeister Stefan Kiefer erläuterte eingangs das Konzept der Stadt Augsburg mit Unterkünften an fünf Standorten. In Haunstetten sind dies Unterkünfte in der Blütenstraße mit 16, in der Neptunstraße mit 60, in der Weißdornstraße mit 16 und in der Bürgermeister-Widmeierstraße mit 70 Asylbewerbern.

Augsburg hat 2700 Plätze. Von der Regierung von Schwaben werden wöchentlich 50 Asylbewerber zugewiesen. Die Unterbringung in Turnhallen sei kein Dauerzustand, betonte Kiefer.

In einem Objekt werden maximal 90 Menschen untergebracht. Die meisten Asylbewerber kommen aus Syrien. 70 Prozent davon seien meist junge Männer, der Rest Familien.

Einige Bürger berichteten, dass junge Mädchen und Frauen am Königsplatz und in Straßenbahnen von Asylbewerbern angemacht und belästigt worden seien. Als Frau könne man abends nicht mehr alleine auf die Straße gehen.

Artur Dachs von der Polizeiinspektion Süd – sie ist auch für den Stadtteil Haunstetten zuständig – berichtete, dass es bisher noch keine Übergriffe gegeben habe. Die Polizei sei vermehrt mit Streifen zu Fuß unterwegs.

Sozialberater Mathias Schöpf-Emlich von der Diakonie Augsburg verwies auf die unrealistischen Vorstellungen, mit denen die Asylbewerber nach Deutschland kommen – und auf ihre große Anzahl. Wenn es so weiter gehe, komme man an die Grenzen. Diese Sorgen teilten auch die Bürger.

Im Laufe der Veranstaltung stellte sich ein Helferkreis vor, fünf Freiwillige, zu denen auch Pastor Karsten Wenzel von der Freien Evangelischen Gemeinde Augsburg-Süd gehört. Wenzel berichtete, dass er kürzlich eine Flüchtlingsunterkunft in Haunstetten besucht und dort Kleiderpakete abgegeben habe. Diese Hilfe will Pastor Wenzel ausbauen. Es wurden Listen verteilt, in denen sich Bürger eintragen können, die sich beim Helferkreis engagieren wollen.
Kontakt

Mehr Informationen gibt Pastor Wenzel auch am Telefon unter 0821/809 92 48.

Von Klaus Hechler
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