Messe Augsburg feuert Ex-Stadtrat Tobias Schley: Wer steckt dahinter?

Tobias Schley wurde fristlos gekündigt. Der Grund dafür wurde ihm nicht genannt.

Der ehemalige CSU-Stadtrat Tobias Schley liegt im Streit mit seinem bisherigen Arbeitgeber, der Messe Augsburg. Die hat Schley nämlich fristlos gekündigt - ohne Angabe von Gründen. Nun ist das Arbeitsgericht gefragt.

Eine Kündigung allein wäre für sich genommen nichts Berichtenswertes, doch die Begleitumstände der Entlassung Tobias Schleys machen stutzig.

Wie Schleys Anwalt Thomas Demel berichtet, sei am vergangenen Freitag um 15 Uhr der kaufmännische Prokurist, begleitet von einem Sicherheitsmann und einem weiteren Mitarbeiter der Messe, in Schleys Büro gekommen und hätte ihm die fristlose Kündigung überreicht. Eine Begründung für die Entlassung lieferte er laut Demel nicht. Schley musste augenblicklich Schlüssel und Dienstwagen abgeben sowie sein Büro räumen.

Merkwürdige Umstände begleiten die Kündigung

"Das ist nicht ungewöhnlich", sagt Anwalt Demel und schränkt gleichzeitig ein: "Bei leitenden Angestellten." Doch das sei Schley nicht gewesen.

Seltsam ist weiter, dass die Kündigung just ausgesprochen wird, als der Geschäftsführer der Messe Gerhard Reiter im Krankenstand weilt - schon seit drei Wochen, wie Demel sagt. "Wer hat also die Kündigung veranlasst?", fragt der Anwalt.

Weiter wundert sich der Jurist, dass die Augsburger Lokalpresse noch am selben Tag, nur wenige Stunden später, über die Kündigung informiert war. "Mein Mandant und ich haben die Informationen nicht weitergegeben", betont Demel. Sollten hier mit der Begleitung durch die Medien unumkehrbare Tatsachen geschaffen werden? Eine Frage, die sich nicht nur Schleys Anwalt stellt.

Stecken politische Feinde aus der CSU dahinter?

Tobias Schley hat sich in Augsburg durchaus den ein oder anderen politischen Feind geschaffen. Seinetwegen hatte sich die CSM von der CSU abgespalten. Aufgrund einer Verurteilung wegen Körperverletzung hatte er seine politischen Ämter in der CSU aufgeben müssen, war sogar aus der Partei ausgetreten.
Mittlerweile ist er aber wieder CSU-Mitglied - sehr zum Missfallen einiger anderer CSUler. Ob nun jemand innerhalb der Augsburger CSU ausreichend Einfluss auf die Messe ausüben könnte, um solch einen Schritt durchsetzen zu können, ist bloße Spekulation.

Aus Sicht von Schleys Anwalt fehlt der Kündigung der "wichtige Grund"

Von ebenso großer Bedeutung freilich ist die Frage nach dem Anlass für die Kündigung. "Wir können uns keinen Grund für eine Kündigung vorstellen", sagt Demel. Auch eine Abmahnung habe nicht im Raum gestanden. Doch eine fristlose Kündigung erfordert nicht einfach nur einen Grund, sondern es muss ein "wichtiger Grund" sein, so will es der Gesetzestext im BGB.

Nun ist die Kündigung nicht der einzige Streitpunkt zwischen Messe und Schley. Wie Demel bestätigt, sind sich die beiden Parteien uneins über die Begleichung eines Unfallschadens von vor einem Jahr. Schley habe auf einer dienstlichen Fahrt mit dem Auto einen Unfall gehabt. Die Messe habe Schley deshalb eine vierstellige Summe vom Lohn abgezogen. Dagegen habe er vor dem Arbeitsgericht geklagt, die Entscheidung soll im Juni fallen. "Einen Kündigungsgrund kann ich darin nicht erkennen", stellt Demel fest.

Schleys Anwalt jedenfalls hat am Mittwoch beim Arbeitsgericht Augsburg Kündigungsschutzklage eingereicht. Schley selbst weilt derzeit auf Mallorca im Urlaub - ein lange geplanter Urlaub, wie Demel betont.

Die Messe Augsburg selbst lieferte bislang auch auf Nachfrage keine Erklärung oder Stellungnahme zu dem gesamten Vorfall.
(Von Markus Höck)
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2 Kommentare
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Michael Schulz aus Augsburg - Süd | 18.05.2017 | 18:22  
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Siegfried Zagler aus Augsburg - City | 21.05.2017 | 14:07  
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