Folgen der Heidenüberraschung: "Stadt soll Flugplatzheide unter Naturschutz stellen"

Bleibt wohl unbebaut: die Flugplatzheide in Augsburg. Foto: S. Kriener

Das umstrittene Bauvorhaben auf der Flugplatzheide in Augsburg ist von der Staatsregierung auf Eis gelegt worden. Dort sollten Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge entstehen. Naturschützer haben sich vehement für das artenreiche Areal eingesetzt.

Die Staatsregierung hat keine Mittel im Haushalt für ihr neun Millionen Euro teures Wohnungsprojekt auf der Flugplatzheide nahe der Universität in Augsburg eingestellt. Damit sind die Pläne, dort Wohnungen für rund 300 anerkannte Flüchtlinge zu errichten, vorerst vom Tisch.

Rund 85 geschützte Arten sind auf der Heide beheimatet. Deshalb stellte sich eine Allianz aus Augsburger Naturschützern gegen das Vorhaben. Auch das bayerische Umweltministerium stellte die Bebauung eines Teils des rund vier Hektar umfassenden Gebiets in Frage. Zunächst vergebens, wie es schien.

Zum überraschenden Umdenken hat offenbar auch ein Alternativgrundstück beigetragen, das die Stadt ins Spiel gebracht hat: das der ehemaligen Straßenmeisterei an der Berliner Allee. Der Freistaat will das Gelände nun offenbar prüfen. Die Stadt müsste dort zudem erst Baurecht schaffen. Der Vorteil des Vorschlags besteht darin, dass das Areal wesentlich zentraler liegt als der Standort Flugplatzheide.

Das sieht auch Peter Rauscher so. An der Heide "gibt es in unmittelbarer Nähe keine weitere Wohnbebauung, geschweige denn Einrichtungen des täglichen Lebens. Das ist nicht die Art der Integration, wie wir sie uns vorstellen", kommentiert der Vorsitzende der Augsburger Grünen. Mit dem plötzlichen Rückzug der Regierung gehen ihm zufolge jedoch auch Verpflichtungen einher. "Es bietet sich nun die einmalige Chance, die Natur der Flugplatzheide langfristig zu erhalten", lässt er wissen. Daher müsse die Stadt "diese Fläche nun vom Freistaat in ihren Besitz bringen; sei es durch den Tausch von einem gleichgroßen Grundstück oder durch den Erwerb". So würde sich die Möglichkeit ergeben, "Natur mitten in der Stadt zu schützen und diesen hochwertigen Lebensraum von Pflanzen und Tieren auch in Zukunft zu sichern", fordert Rauscher.

Ins gleiche Horn stößt auch Christian Pettinger. "Für die komplette Fläche der derzeit noch existierenden Flugplatzheide in Haunstetten wünsche ich mir eine zeitnahe konsequente Unter-Schutz-Stellung. Damit sollte dieser wertvolle Naturraum vor Zugriffen egal von welcher Seite bewahrt werden können", kommentiert der ÖDP-Stadtrat. (lib)
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