Zu wenig Wasser und fehlende Anbindung an den Lech: An den Stadtwaldbächen gibt es viel zu tun

Nur diese Pfütze auf einem der Waldwege im Siebentischwald hat noch weniger Wasser als die dortigen Bäche. Die Lechallianz fordert Maßnahmen für die Stadtbäche. Foto: David Libossek

Neben den Lechheiden und lichten Kiefernwäldern gehören zahlreiche Bäche zum Naturschutzgebiet "Stadtwald Augsburg". Mehr als 70 Kilometer lang ist ihre Gesamtstrecke. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg (LPVA) intensiv mit den Bächen auseinander gesetzt. Ergebnis ist ein Konzept mit zahlreichen Maßnahmenvorschlägen. Auf Einladung der Lechallianz hat LPVA-Geschäftsführer Nicolas Liebig dieses Konzept nun vorgestellt.

"Es bestehen verschiedene rechtliche Vorgaben, die bestimmte Maßnahmen an den Stadtwaldbächen erfordern", erklärte Liebig. Da wäre zum Beispiel die europäische Wasserrahmenrichtlinie. Sie schreibt unter anderem vor, die Bäche so zu gestalten, dass sie durchgehend für Fische und andere Bachbewohner passierbar sind. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen 31 Sohlschwellen und 38 Rohrdurchlässe umgebaut werden. Eine weitere wichtige Vorgabe sei die Einbringung von Totholz und Kies. Damit entstehen neue Lebensräume, die vor allem für die Fischbrut von Bedeutung sind. Handlungsbedarf bestehe auch am Lochbach. Dieser führt Wasser aus der Lechstaustufe 22 in die Stadt, wo es von Kraftwerkbetreibern genutzt wird. Außerdem speist der Lochbach über drei Ausleitungen die Stadtwaldbäche mit Lechwasser. Doch aus dem Lochbach versickert zu viel Wasser in den Untergrund. Außerdem ist er auf der rund 3,3 km langen Strecke zwischen der Ausleitung und der Ortsverbindungsstraße zwischen Mering und Königsbrunn in einem sehr sanierungsbedürftigen Zustand.

"Wenn hier ohnehin saniert werden muss, dann könnte man den Lochbach doch gleich so gestalten, dass er noch mehr Wasser wie aktuell aufnehmen kann. Dann stünde auch mehr Wasser für die Stadtwaldbäche zur Verfügung", so Liebig. Den Naturschützern schwebt vor, die Änderungen, die es zu erfüllen gilt, über ein europäisches Förderprojekt, ein sogenanntes "Life-Projekt", abzuwickeln. Gleichzeitig ließen sich die Stadtwaldbäche über das Projekt wieder an den Lech anbinden. Damit wäre ein wichtiges Ziel aus dem Licca-Liber-Projekt realisiert. Der Fördersatz bei diesem europäischen Förderinstrument beträgt der Lechallianz zufolge 60 Prozent, weitere 30 Prozent könnte der Freistaat zuschießen. Das bayerische Umweltministerium habe in Aussicht gestellt, die Stadt bei der Antragstellung zu unterstützen.

"Aus unserer Sicht wäre ein solches Projekt für den Stadtwald ein großer Fortschritt und ein gewinnbringende Ergänzung zu Licca liber. Bei geschickter Antragstellung könnte die Stadt sogar Geld sparen", ist Günther Groß, Sprecher der Lechallianz, überzeugt. "Auch in Hinblick auf die Unesco-Welterbe-Bewerbung birgt ein solches Projekt großes Potenzial." (pm/jaf)
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