Ende im Streit um Bezahlkarten: FC Augsburg-Fans erhalten "jeden Cent zurück"

Besonders beliebt waren Bezahlkarten-Systeme in Fußballstadien noch nie. Nach der Insolvenz der aktuellen Betreiberfirma der FCA-Karten waren die Fans jedoch richtig sauer, denn ihr Guthaben konnte zunächst nicht ausgezahlt werden. Nun gibt es eine Lösung für die Anhänger des FC Augsburg. (Foto: Archiv)

Eine siebenstellige Summe schlummert auf den Chipkarten der FCA-Fans, mit denen im Stadion bezahlt wird. Die insolvente Betreiberfirma "Payment Solutions" hatte dieses Guthaben Anfang Mai jedoch eingefroren. Die Fans kamen nicht mehr an ihr Geld. Nach langen Verhandlungen präsentierten der FC Augsburg und seine Partner am Freitag nun eine Lösung - mit guten Nachrichten für die Fans.

Die wichtigste Botschaft verkündete FCA-Geschäftsführer Michael Ströll höchstpersönlich: "Das Guthaben auf den Bezahlkarten ist zu 100 Prozent sicher und wird voll ausgezahlt", sagte er auf der gestrigen Pressekonferenz. Die Beträge können nun innerhalb der kommenden Saison bis zum letzten Heimspiel am Samstag, 5. Mai 2018, ausgezahlt werden. Auszahlungsbeginn ist der Familientag des FCA, der am Sonntag, 6. August, in der Arena mit dem Testspiel gegen die PSV Eindhoven stattfindet.

Der Familientag werde "ausnahmsweise noch einmal mit Bargeldzahlung abgewickelt", erklärte der Verein. Für die Bundesliga-Spiele befinden sich der FCA und seine Partner im Austausch, um ein bargeldloses Bezahlsystem anbieten zu können, bei dem "sichergestellt sein wird, dass das eingezahlte Guthaben zu 100 Prozent abgesichert ist". Ströll zeigte sich erleichtert: "Wir freuen uns, dass wir nach vielen konstruktiven Gesprächen mit unseren Partnern nun gemeinsam eine Lösung im Sinne der Fans präsentieren können. Es war für uns das Wichtigste, dass alle geschädigten Karteninhaber jeden Cent zurück erhalten."

Möglich macht dies der finanzielle Einsatz zahlreicher Sponsoren. Neben dem FCA-Geschäftsführer saßen auf dem Podium auch Günter Stoll, Geschäftsführer einer Wassseraufbereitungs-Firma aus Höchstädt, der wohl einen wesentlichen Anteil zu der Lösung beigetragen hat, und Alfred Müllner von den Augsburger Stadtwerken, Vertragspartner des Kartensystems. Stoll sei wegen der Insolvenz geschockt gewesen und habe sich schnell mit dem FCA in Verbindung gesetzt. Und danach alle Exklusivpartner kontaktiert, um das Guthaben auszulösen. Diesen Prozess habe vor allem das laufende Insolvenzverfahren verlangsamt, schließlich hat auch der Verein noch Forderungen, die er anmelden kann.

Im Hinblick auf Payment Solutions zeigte sich FCA-Geschäftsführer Ströll durchaus selbstkritisch: Man habe dem Partner vielleicht zu sehr vertraut.

Wer Partner für das neue System werde, könne man noch nicht sagen. Es gebe jedenfalls neue technische Erkenntnisse seit der ersten Einführung vor acht Jahren. Auf diesen will man nun aufbauen. (jaf)
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