Zwischen Hörsaal und Arena: Zwei Augsburger nehmen an der Studenten-Olympiade in Taiwan teil

Treffsicher: Hochschüler Johannes Maier reist zur Studentenolympiade nach Taiwan. Foto: privat
 
Erfolgreich: Anna Hornischer holte bereits Medaillen bei internationalen Wettbewerben. Foto: August Bizzi

125 Studenten gehören dem Kader an, den der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband zur Sommeruniversiade schickt. Darunter auch zwei Augsburger. Die weltweit größte Multisportveranstaltung nach den Olympischen Spielen beginnt am Samstag in Taipei, Taiwan.

"Es ist ein gigantisches Geschenk", sagt Anna Hornischer und strahlt. Das Gefühl, wenn "13 Jahre harter Arbeit sich in solch einem riesigen Event auszahlen". Sehr, sehr glücklich, sei sie darüber, "Deutschland und die Universität Augsburg in Taiwan vertreten zu dürfen". Hornischer ist 20 Jahre alt, und absolviert an der Uni gerade das zweite Semester ihres Jura-Studiums. Dabei lernt sie, beim Fechten ohne Degen auszukommen. Denn Rechtsstreits lassen sich nur mit Paragrafen und geschickter Rhetorik, nicht mit der Fuchtel lösen.

Anna Hornischer: Fechten, seit sie sieben ist

Mit der Waffe kann Hornischer ohnehin wunderbar umgehen. Deshalb ist sie dabei, wenn sich vom 19. bis zum 30. August 13 000 studentische Spitzensportler aus über 150 Nationen im taiwanesischen Taipei zur Sommeruniversiade treffen. Die 20-Jährige gehört zum 125-köpfigen Aufgebot des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes, ist eine von drei deutschen Degen-Fechterinnen. Hornischer hat Wettbewerbs-Erfahrung, nahm schon an Europa- und Weltmeisterschaften teil und das seien freilich "schon auch große Kaliber" gewesen. Und sie sei auch stolz auf die jeweils dritten Plätze, die sie da als Mitglied des deutschen Damendegen-Teams belegt hat. "Aber die Universiade", schwärmt sie, "ist zu vergleichen mit den Olympischen Spielen. Tausende Sportler aus aller Welt treffen hier aufeinander, um zwei Wochen lang ihre Bestleistung abzurufen. Das ist ein unvergleichliches Ereignis."

Mit so einer Teilnahme hatte sie freilich nicht gerechnet, als sie im Alter von sieben Jahren mit dem Fechten anfing. Tanzen, Turnen und Leichtathletik war alles nicht ihr Ding. Als ihre Mutter vorschlug, mit ihr doch mal zum Fechten zu gehen, habe sie skeptisch reagiert: "Ich wollte nicht wie die Piraten mit Schwertern kämpfen. Aber schon nach dem ersten Mal wollte ich dann unbedingt wieder hin. Ich konnte das zweite Mal kaum erwarten."

Hornischer trainiert täglich drei Stunden, in der Klausurenphase eineinhalb oder zwei. In der vorlesungsfreien Zeit ist sie vier bis sechs Stunden in der Halle. Dazu kommen die Reisen zu Wettkämpfen. Studium und studentisches Leben seien dennoch möglich. "Gut getaktet" sein, das setzt die 20-Jährige voraus.

Mit Pfeil und Bogen dabei: Johannes Maier

Die Uni Augsburg ist zudem "Partnerhochschule des Spitzensports". "So darf ich etwa eine Klausur verschieben, wenn diese mit einem Weltcup kollidiert", sagt Hornischer. Die Universiade überschneidet sich mit keinerlei Terminen. Die Wettkämpfe der Fechterinnen konzentrieren sich auf die Zeit zwischen dem 20. und dem 25. August. "Und danach und zwischendrin möchte ich unbedingt zum Basketball, zum Baseball und zur Leichtathletik." Vielleicht ja auch zum Bogenschießen. Da tritt Johannes Maier, Maschinenbaustudent an der Hochschule Augsburg, an. Auch er schwärmt von seiner Nominierung: "Normalerweise sind ja die einzelnen Disziplinen immer unter sich - hier treffen alle Sportarten zusammen." Die Wettkämpfe im Bogenschießen beginnen am 20. und enden am 24. August.

Wie gut die Konkurrenz sein wird, kann der 21-Jährige im Moment noch nicht einschätzen. "Die Teams aus Korea und Taiwan werden auf jeden Fall stark sein", ist er sicher. "Bei der letzten Universiade waren die selben Teams aus Korea am Start, die ein Jahr später in Rio Olympiasieger wurden." Aber auch der Thierhauptener kann bereits zahlreiche Erfolge auf bayerischer bis internationaler Ebene vorweisen. Seit zwei Jahren gehört Maier zudem der Nationalmannschaft (B-Kader) an. Die Meisterschaften schießt er für Edelweiß Thierhaupten. In der 1. Bundesliga startet Maier außerdem für seinen Zweitverein, die FSG Tacherting.

Maiers aktueller Trainingsaufwand liegt bei rund 40 000 Pfeilen pro Jahr, bei fünf bis sechs Trainingseinheiten pro Woche à drei Stunden. Alles unter einen Hut zu bringen, ist wie auch für Hornischer "nicht immer einfach. Das ein oder andere Skript hat mich schon zu Wettkämpfen begleitet." Auch die Hochschule ist Partner des Spitzensports. Maier hat gar einen Mentor, der ihm mit dem Organisieren hilft. (lib/pm)
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