Einbruch in Sportheime: Aichacher Polizei fasst Täter nach Verkehrsunfall

Zwei Rasenmäherbulldogs hat eine Diebesbande unter anderem aus Sportheimen gestohlen. (Foto: Symbolbild: Gyula Gyukli/123rf)

Die Einbruchsserie in mehrere Sportheime am Lechrain in der vergangenen Woche scheint geklärt. Offenbar handelt es sich um eine Bande aus Polen, die eigens mit gemieteten Fahrzeugen angereist war und sich anschließend wieder über die Grenze abgesetzt hat. Nach erfolgreicher Ermittlungsarbeit der Aichacher Polizei sind nun ihre Kollegen in Polen am Zug, um die mutmaßlichen Täter dingfest zu machen.

Wie bereits berichtet, waren in der Nacht zum Donnerstag insgesamt sechs Sportheime Ziel von unbekannten Einbrechern. Solche Heime sind ein begehrtes Ziel für Diebe. Meist liegen sie etwas außerhalb der Ortschaften und sind nicht bewohnt. Da ist die Gefahr, gestört zu werden, relativ gering. Beim TSV Mühlhausen und beim TSV Rehling fielen den Dieben unter anderem zwei Rasenmäherbulldogs in die Hände. Der Schaden beläuft sich auf rund 13 000 Euro. Beim TSV Aindling hatten sie Pech. Der Verein hat den vor gut einem Jahr geklauten Rasentraktor noch nicht ersetzt. Dafür durchsuchten die ungebetenen Besucher auch das Sportheim und ließen einen Laptop und Spirituosen mitgehen. Schaden: rund 2000 Euro. Auch beim FC Affing, der DJK Stotzard und beim FC Gundelsdorf schlugen die Täter zu, zogen aber ohne größere Beute wieder von dannen. Sie dürften noch in der Nacht zurück nach Polen gereist sein.
Zum Verhängnis wurde der Bande ein Unfall und das Ermittlungsgeschick der Aichacher Polizei. In der Tatnacht wurden die Beamten gegen 3 Uhr zu einem völlig demolierten Auto gerufen, das zwischen Hollenbach und Walchshofen kurz nach dem Einmündungsbereich der dort querenden Kreisstraße AIC 1 im Acker lag. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand von den Einbrüchen, geschweige denn von möglichen Zusammenhängen mit dem Unfallwagen – einem Kia Sportage mit polnischem Kennzeichen. Zumal vom Fahrer jede Spur fehlte, wurde mit Unterstützung der Feuerwehr und eines Hubschraubers samt Wärmebildkamera fieberhaft nach einer möglicherweise schwerverletzten Person gesucht. Vergeblich. Im Laufe des Tages nahm die Polizei die Einbrüche auf und durchsuchte den Kia im Detail auf Spuren. Und tatsächlich entdeckten sie einen unscheinbaren Gegenstand, der einem der Sportheime zugeordnet werden konnte.

Beim Abholen des Kia klickten die Handschellen

Das Unfallauto war in Polen angemietet worden und stand zwischenzeitlich bei einem Abschleppunternehmer in Dasing. Obwohl es total demoliert war, meldeten sich zwei Polen und wollten den Kia abholen. Dort wartete dann freilich schon die Polizei und nahm die beiden Männer im Alter von 32 und 38 Jahren – einer von ihnen hat einen festen Wohnsitz in Deutschland – vorläufig fest. Das Duo war vermutlich nur engagiert worden, um das Auto zu holen. Nach Auskunft der Polizei waren sie selbst vermutlich nicht bei den Einbrüchen dabei. Entsprechend wurden die Männer nach der umfassenden Vernehmung wieder entlassen. Jetzt ist die polnische Polizei am Zug, um an die Hintermänner zu kommen. Die Polizei spricht von umfangreichen, länderübergreifenden Ermittlungen und hält sich aus taktischen Gründen mit Details zurück. Eine Rolle spielt unter anderem ein blauer VW Kombi, vermutlich ein T4 mit langem Radstand und polnischem Kennzeichen, der vor den Einbrüchen Zeugen aufgefallen war und ganz offensichtlich zum Abtransport der Beute diente. Möglicherweise waren aber auch noch weitere Fahrzeuge am Start.
Ob es einen Zusammenhang mit der Einbruchsserie vor ein bis zwei Jahren gibt, bei der schon einmal die Sportheime im westlichen und nördlichen Landkreis heimgesucht wurden, ist offen.

Die Kripo Augsburg bittet Zeugen, die in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich Mühlhausen, Rehling, Aindling, Affing und Umgebung gesehen haben, sich unter 0821/323-3810 zu melden.
(Von Robert Edler)
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