Entführter Kater Feli: Besitzer jagt den Katzenfänger

Mehrere Überwachungskameras haben Platzer und seine Frau rund um ihr Anwesen in Mühlhausen angebracht. Die entscheidende Videosequenz zeigt den Katzendieb mit Kater Feli auf dem Arm. Eine offizielle Öffentlichkeitsfahndung von Polizei und Staatsanwaltschaft gibt es allerdings nicht - deswegen der schwarze Balken. (Foto: Gerhard Platzer)
 
Im Dezember des vergangenen Jahres verschwand der acht Jahre alte Feli. Katzenbesitzer Gerhard Platzer ist noch immer schockiert und möchte durch eine Spendenaktion und die Auslobung einer hohen Belohnung die Ermittlungen der Polizei unterstützen. (Foto: Gerhard Platzer)
Kater Feli war für Gerhard Platzer "wie ein Familienmitglied". Mit trauriger Stimme erzählt der 61-Jährige vom 3. Dezember des vergangenen Jahres - dem Tag, als Feli von einem unbekannten Katzenfänger verschleppt wurde.

"Als wir das Video unserer Überwachungskamera angesehen haben, sind wir fast vom Glauben abgefallen", sagt Platzer. Nachdem Feli plötzlich verschwunden war, sichtete seine Frau 25 Stunden Videomaterial - bis sie die schockierende Sequenz entdeckte. Diese zeigt, wie der Katzendieb den Kater gegen dessen Willen vor der Haustüre von Gerhard Platzer und seiner Frau Karin Karsten auf den Arm nimmt und mit ihm verschwindet.

Den Mann auf dem Video erkannte das Paar sofort wieder, denn früher am selben Tag sei dieser langsam am Anwesen der beiden vorbeigefahren. Der Unbekannte habe seine Frau nach einer Straße im Nachbarort Bergen gefragt, erzählt der Pensionär.

Geschätzt 20 Katzen verschwunden

14 Tage später verschwand dann auch noch die Katze der Nachbarin. Platzer sagt, im Großraum Augsburg seien geschätzt etwa 20 Katzen verschwunden. Er vermutet eine Bande dahinter und erzählt von Rheumadecken aus Katzenfellen, die im Internet für 2000 Euro gehandelt werden.

Von organisierter Kriminalität möchte Polizeisprecher Thomas Rieger allerdings nicht sprechen. "Es handelt sich eindeutig um einen Diebstahl und dem gehen wir nach. Alles weitere wäre aber Spekulation." Ihm seien in der Region Augsburg lediglich die beiden Fälle aus Mühlhausen bekannt.

Mühlhausen: Beliebtes Ziel für Einbrecher

Vier Kameras haben Platzer und seine Frau rund um ihr Anwesen in Mühlhausen angebracht. Das drei Kilometer von der Autobahn entfernte Wohngebiet sei beliebtes Ziel für Einbrecher. Als Unbekannte vor einigen Jahren versuchten, in ihr Haus einzusteigen, entschied sich das Paar, ein Überwachungssystem anzubringen. Dieses erweise sich nun als "absoluter Glücksfall" für die Polizei, sagt Platzer, denn es komme nicht oft vor, dass die Tat eines Katzenfängers dokumentiert werde.

Die Aufnahmen seien für die Ermittlungen in jedem Fall hilfreich, auch wenn eine Öffentlichkeitsfahndung rechtlich momentan nicht möglich sei, erklärt Polizeisprecher Rieger "Das ist von der Schwere des Delikts abhängig. Die Entscheidung trifft die Staatsanwaltschaft." Auf diese hofft nun vor allem Gerhard Platzer. Die "tierlieben Ermittler der Kripo" lobt er ausdrücklich. Das Überwachungsvideo befinde sich derzeit zur technischen Aufbereitung bei Experten in Stuttgart. Davon versprechen sich alle Beteiligten, den Täter genauer erkennen zu können.

Hinweise auf den Täter - Spenden für Belohnung

Parallel zu den Ermittlungen der Polizei möchten Gerhard Platzer und Karin Karsten nicht untätig bleiben. Sie haben ein Spendenkonto bei der gemeinnützigen Tierschutzorganisation "Katzen in Not" eingerichtet, auf das sie selbst bereits 1000 Euro überwiesen haben. Falls die Kriminalpolizei den Täter aufgrund eines Hinweises ergreifen kann, werde der gesamte Spendenbetrag an den Informanten ausbezahlt, erläutert Platzer. Wird der Täter nicht gefasst, soll das Geld "Katzen in Not" zugute kommen.

Spenden kann man unter: "Katzen in Not e.V." Pöttmes, Sparkasse Aichach-Schrobenhausen, BIC: BYLADEM1AIC, IBAN: DE68 7205 1210 0006 1393 31, Verwendungszweck: Spende gegen Tierfänger
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