Hunderetter mit Ziegelstein beworfen: Zwei Männer und eine Frau müssen sich vor Gericht verantworten

Zwei Männer und eine Frau sollen erst ihren Hund misshandelt und dann einen Tierschützer, der sich einmischte, schwer verletzt haben. Seit Mittwoch muss sich das Trio vor dem Amtsgericht Augsburg verantworten. Fraglich ist, ob einer der Täter überhaupt schuldfähig ist.

Der Ablauf der Tat

Im Juni 2015 hatten sich die drei Angeklagten am Bahnhof in Geltendorf (Landkreis Landsberg) aufgehalten. Der 23-Jährige und der 17-jährige Mann sowie dessen 41-jährige Mutter hatten auch einen Hund dabei, der dem 17-Jährigen gehörte.
Diesen Hund sollen die laut Staatsanwaltschaft stark alkoholisierten Angeklagten angeschrien und getreten haben. Ein Zeuge, der das Geschehen mit ansah, wollte Courage beweisen und schritt ein. Sofort soll er vom 17-Jährigen stark beleidigt und auch geschubst worden sein. Es entwickelte sich eine heftige Prügelei. Zu diesem Zeitpunkt waren auch noch weitere Zeugen vor Ort, die die Tat mit angesehen haben und nun eingriffen. Die Situation schien sich zu beruhigen und der Tierschützer flüchtete verletzt – Jochbeinbruch und mehrere Prellungen – auf das gegenüberliegende Gleis, um seinen Zug nach München zu nehmen.
Der 23-Jährige, der sich bis zu diesem Zeitpunkt eher im Hintergrund gehalten hätte, soll plötzlich zu einem größeren Stein gegriffen und ihn in die Richtung des Mannes geworfen haben. Dieser konnte sich aber noch rechtzeitig weg drehen, so dass der Stein den stehenden Zug hinter ihm traf. Darauf hin alarmierten Mitreisende die Polizei, welche kurz darauf eintraf. Sogleich soll auch diese beleidigt worden sein, woraufhin die Drei festgenommen wurden.
Am Mittwoch vor Gericht beteuerte das Trio seine Unschuld. Der 17-Jährige, der ohne Anwalt, dafür in Begleitung einer Mitarbeiterin des Jugendamts, gekommen war, fiel zunächst vor allem durch Kraftausdrücke und andere verbale Entgleisungen auf. Für ihn selbst steht fest: „Ich bin unschuldig und habe das nicht getan.“ Die Mutter des 17-Jährigen machte zumindest durch ihre Körpersprache deutlich, dass sie sich für unschuldig hält: Sie schüttelte bei jedem Vorwurf gegen sich entsetzt den Kopf, sagte zum Tathergang aber nichts weiter. Da der dritte im Bunde eine leichte geistige Behinderung hat, muss erst ein Gutachten klären, ob er schuldfähig ist.

Fazit der Verhandlung

Gegen Ende des ersten Prozesstags zeigten die beiden Männer Einsicht und entschuldigten sich bei dem verletzten Tierschützer und einer beleidigten Polizistin. Weil zwei wichtige Zeugen gefehlt haben, wird die Verhandlung am 12. Dezember fortgesetzt.
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